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Elizabeth Taylor
Die neun Leben der Liz Taylor(tsch) In einer ihrer berühmtesten Rollen als Maggie "die Katze" richtet ihr Mann Brick an sie die Frage, worin der Erfolg einer Katze bestehen könne, die auf einem heißen Blechdach laufe. Ihre Antwort: "Wenn sie auf dem Dach bleibt, solange sie kann." Nach einem Leben mit großen Erfolgen, tiefen Stürzen, Krankheiten, Abhängigkeiten und einem Leben in der Klatschpresse, ist es genau dieser Durchhaltewille, durch den Liz Taylor sich in ihrem jetzigen Wirken auszeichnet. Am 27. Februar wird sie 75, aber: "Es gibt noch so viel zu tun. Ich kann mich nicht einfach selbstgefällig zurücklehnen - das sollte keiner von uns. Ich muss mich jetzt in einem Rollstuhl fortbewegen, aber ich bewege mich fort."Anzeige
Der Schriftsteller Charles Bukowski sagte einmal, er hasse Liz Taylor, weil sie "die absurde Ikone einer amerikanischen Kultur ist, die nach Stars giert und in die Medien vernarrt ist". Das war in etwa zu dem Zeitpunkt, an dem das Prestige der in Hampstead geborenen Taylor, die 1939 mit ihren Eltern in die USA auswanderte, seinem Höhepunkt entgegenstrebte. Zwischen 1958 und 1968 galt sie nicht nur als die schönste Frau der Welt, sondern war für die Filmstudios (allen voran Metro-Goldwyn-Mayer) auch ein Garant für hohe Einspielergebnisse. Gierig nach Stars waren die Amerikaner bestimmt - und sind es wohl heute noch. Vor allem aber waren sie gierig nach Liz Taylor. Ihren ersten Filmauftritt hatte die samtäugige Schöne bereits im Alter von zehn Jahren in Harald Youngs "There's one born every minute", auch in "National Velvet" (1944) begeisterte sie an der Seite von Mickey Rooney mit ihrem Charme und Talent. Ohne größere Probleme schaffte sie den Übergang vom Kinder- und Teenie-, zum erwachsenen Star und stieg mit "Giganten" (1956) endgültig in die Riege der großen Darsteller auf. Es folgten mit "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958) und "Cleopatra" (1963), dem zu jenem Zeitpunkt teuersten Produktion überhaupt, bei dem alleine Liz Taylor eine Million Dollar Gage kassierte, zwei kommerziell äußerst erfolgreiche Filme. Von den Kritikern wurde sie für ihre Auftrittte in "Telefon Butterfield 8" (1960) und "Wer hat Angst or Virginia Woolf?" (1966) mit je einem Oscar als beste Hauptdarstellerin belohnt. Bei ihrer Verkörperung der frustrierten Ehefrau Martha beharkte sie sich mit Filmpartner Richard Burton, der seinerzeit auch privat der Mann an ihrer Seite war. Eine der "großen Romanzen des 20. Jahrhunderts", wie die Doku-Reihe von Robin Cross und Jonathan Martin treffend feststellte, fand 1974 ein vorläufiges Ende. Der ewige Kampf der glamourösen Liz mit den Männern setzte sich jedoch fort, als sie sich zwei Jahre später zum zweiten Mal von Burton scheiden ließ. Es war bereits ihre siebte Beendigung eines Eheverhältnisses - jedoch hatte sie mit keinem anderen Mann so viele gemeinsame Filme gedreht. Insgesamt waren es zwölf, darunter "Der Widerspenstigen Zähmung" und eben Mike Nichols' Verfilmung des Theaterstücks über das frustrierte Ehepaar George und Martha. Als Richard Burton 1984 an den Folgen eines Gehirnschlags verstarb, hatte Liz Taylor eine weitere Scheidung hinter sich (diesmal von dem Anwalt John Warner) und nach den exzessiven 70er-Jahren mit Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Infolge des Todes ihres Schauspielkollegen Rock Hudson, welcher der Immunschwächekrankheit AIDS erlag, gründete sie 1985 die "American Foundation für AIDS research", für die sie seitdem mit größtem Eifer Geld sammelt. Denn "wofür ist Geld denn gut, wenn nicht dafür, die Welt besser zu machen?" Und das versucht die nun fast 75-Jährige nach Kräften. Kräfte, die ihr immer wieder auszugehen drohen nach diversen Krankheiten, die sie schon überstand und so manchen, mit denen sie noch ringt. Bereits zu Beginn ihrer Filmkarriere hatte sie Verletzungen an der Wirbelsäule erlitten, die nie vollständig verheilten. Bei den Dreharbeiten zu "Cleopatra" erlag sie um ein Haar einer schweren Lungenentzündung. Einige Jahre nach ihrem Alkoholentzug ("Ich konnte davor jeden unter den Tisch trinken und war nicht einmal betrunken") musste sie sich einen Gehirntumor entfernen lassen, 2002 unterzog sie sich einer Strahlentherapie gegen eine Form von Hautkrebs und 2004 wurde eine Herzinsuffizienz diagnostiziert. Ironie ist ihre Waffe gegen manche dieser Unwägbarkeiten: "Wenn sie dich unter Narkose setzen, gibt dir das Zeit, einige Schönheitsschläfchen nachzuholen." Liz Taylor muss sich auch mit 75 Jahren nicht verstecken, sie besitzt Ausstrahlung und ist agil trotz ihrer körperlichen Versehrtheit. So unterstützte sie neben ihren anderen Engagements Hillary Clinton bei deren Vorbereitungen auf die Kandidatur für die US-amerikanische Präsidentschaft im kommenden Jahr. Und sie scheut nach wie vor keine Konfrontation - wie damals als Maggie, "die Katze", Pollitt, als sie der Familie ihres Mannes alle Illusionen raubte und ihr zeigte, dass die Wahrheit immer besser ist als die Lüge. In dieser Rolle kann Liz Taylor an ihrem Geburtstag, Dienstag, den 27. Februar, 0.20 Uhr im Ersten bewundert werden. Die ARD widmet der Ikone des "alten" Hollywood ein Special, im Rahmen dessen sie außerdem am Sonntag, 25. Februar, 1.35 Uhr in "Das Land des Regenbaums", am Montag, 26. Februar, 0.50 Uhr in "Beau Brummell - Rebell und Verführer", am Dienstag, 27. Februar, 10.20 Uhr in "Ivanhoe - Der schwarze Ritter" sowie um 2.10 Uhr in "Telefon Butterfield 8" zu sehen sein wird. Jennifer Fraczek |
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