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Ben Affleck

"Raus aus dem Hamsterkäfig!"

Schauspieler Ben Affleck

(tsch) Los Angeles, 16. Juni 1959: "Abgehalfterter Serienheld bringt sich um", so titeln die Boulevardblätter. Der angebliche Selbstmörder George Reeves (Ben Affleck) ist der TV-"Superman". Der "Mann aus Stahl" erschießt sich doch nicht im eigenen Schlafzimmer! Oder doch? Reeves' Mutter (Lois Smith) zweifelt an der Selbstmordtheorie und heuert Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody) an. Halb Hollywood hätte Grund gehabt, George Reeves umzubringen. Zog die frustrierte Verlobte (Robin Tunney) des Schauspielers den Abzug? War es seine frühere Geliebte Toni Mannix (Diane Lane) oder gar deren Mann Eddie (Bob Hoskins)? In Rückblenden rollt der elegante Film Noir "Die Hollywood-Verschwörung" (Kinostart: 15.02.) die letzten Jahre im Leben des George Reeves wieder auf, bis er übergewichtig und tot auf seinem Bett liegt. Im Interview wirkt Ben Affleck eher schlank und ausnehmend gut gelaunt.

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teleschau: Wie schwer war es für Sie, sich für die Rolle so richtig Speck anzufuttern?

Ben Affleck: Jetzt mal ehrlich, Kilos zuzulegen ist ja wohl nicht so schwer. Ich habe die Zeit sehr genossen (lacht).

teleschau: Und wie war's danach?

Affleck: Es wieder runterzukriegen, das war schwer, wesentlich schwerer, als ich gedacht hatte. Der Körper gewöhnt sich schnell an die neue Masse und gibt das Fett sehr viel störrischer wieder her, als er es gespeichert hat. Normalerweise versuche ich, ein akzeptables Durchschnittsgewicht zu halten, damit ich nicht abnehmen muss. Aber in diesem Fall musste ich meinem Körper viele Kalorien vorenthalten, um nach dem Drehende wieder abzunehmen. Mit dem Rauchen aufzuhören war einfacher!

teleschau: Mit welcher Diät waren Sie dann schließlich erfolgreich?

Affleck: Sport hat am meisten geholfen. Diät zu halten, fiel mir sehr schwer. Monatelang langweiliges Hühnchen, ohne Haut, fettfrei zubereitet und dazu eine halbe Ofenkartoffel und Brokkoli. Am Ende hätte ich mir am liebsten die Kugel gegeben.

teleschau: Wie bei George Reeves gab es auch in Ihrer Laufbahn Phasen, in denen Ihr Privatleben der Öffentlichkeit interessanter erschien als Ihre Filme ...

Affleck: Interessanterweise scheint das eine Art modernes Schubladendenken zu sein. Man wird nicht mehr auf eine bestimmte Filmfigur festgenagelt, sondern auf sich selbst. Damals sahen die Leute in allen Rollen, die George Reeves spielte, immer nur Superman. Heute besteht die Gefahr, dass die Menschen auch nicht mehr hinter die Kulisse dessen sehen, was sie in den Boulevardblättern über einen Schauspieler lesen.

teleschau: Mit welchen Folgen?

Affleck: Ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass sich das psychologisch sehr negativ auf einen selbst auswirkt und auch schlecht für die Karriere ist.

teleschau: Gibt es ein Gegenmittel?

Affleck: Ich habe eine Auszeit genommen, weil ich mir wie erstickt vorkam inmitten all des Medienrummels. Ich wollte, dass sich die Sache beruhigt und ich mir in Ruhe überlegen kann, was ich eigentlich tun möchte. In den letzten fünf Jahren ist der Druck, den die Klatschpresse ausübt, unheimlich groß geworden. Die Rolle in diesem Film ist Teil meines Versuchs, die Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen. Ich will die Dinge in Zukunft überschaubarer halten und nur noch all das tun, bei dem ich mich auch wohl fühle.

teleschau: Aber Sie werden jetzt nicht zum Super-Yogi oder treten zum Buddhismus über wie einige Ihrer Kollegen?

Affleck: Ich habe geheiratet und bin Vater geworden, das ist doch eher bodenständig, oder? Kreativ dauert die Konsolidierungsphase länger. Da wollte ich einfach mal raus aus diesem Hamsterkäfig für Promis, in dem man ständig Interviews geben und sich fotografieren lassen muss. Ich habe Regie geführt (bei dem Drama "Gone, Baby, Gone" mit Ed Harris und Morgan Freeman, noch ohne Starttermin in Deutschland, Anm. d. Red.), was zwar unheimlich viel Arbeit bedeutete. Aber die konnte ich im Stillen erledigen. Deshalb muss ich mir also keinen Gong an die Wand hängen oder zu Hause in einer Robe herumrennen.

teleschau: Würden Sie gerne mal mit Ihrer Frau, der Schauspielerin Jennifer Garner zusammenarbeiten?

Affleck: Ich glaube, die Arbeit, die wir gemeinsam erledigen, wird garantiert kein Film sein (lacht).

teleschau: Sind Sie glücklich?

Affleck: Und ob ich glücklich bin! Es ist jetzt alles wunderbar, so wie es ist.

Kerstin Lindemann


Ben Affleck legte für seine Rolle in "Die Hollywood-Verschwörung" (Start: 15.02.) einige Kilos zu.
Ben Affleck legte für seine Rolle in "Die Hollywood-Verschwörung" (Start: 15.02.) einige Kilos zu. (2006 Focus Features / George Kraychyck)

Ben Affleck und Diane Lane spielen Hauptrollen in "Die Hollywood-Verschwörung".
Ben Affleck und Diane Lane spielen Hauptrollen in "Die Hollywood-Verschwörung". (2006 Focus Features / George Kraychyck)

George (Ben Affleck) und Toni (Diane Lane) besuchen eine Filmpremiere.
George (Ben Affleck) und Toni (Diane Lane) besuchen eine Filmpremiere. (2006 Focus Features / George Kraychyck)

Datum: 11.02.2007

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