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Lisa Stansfield - Ronnie Scott´s

Lady Lisa kann auch Jazz

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Lisa Stansfield ist zurück. Nicht nur hat die britische Pop-Lady in diesem Jahr ihr neues Studio-Album "The Moment" vorgelegt, das sie zusammen mit Trevor Horn produziert hat. Nein, sie hat auch eine Live-DVD auf den Markt geworfen. Darin enthalten sind Aufnahmen aus dem legendären Londoner Jazzclub "Ronnie Scott's", in dem die Pop-Lady vom 28. Oktober bis zum 2. November 2002 auftrat. Die 39-Jährige durfte also auf derselben Bühne stehen wie Ella Fitzgerald oder Diana Krall - und sie zollt den großen Damen der Jazz-Geschichte durchaus ihren Tribut.

Selbstverständlich singt Lisa Stansfield - angetan in klassischem Weiß oder Schwarz - ihre großen Hits. "Someday" ist dabei, "Never, Never Give You Up" ebenfalls, und natürlich gibt es zum Schluss den Dauerbrenner "All Around The World". Wie ein alter Freund sei dieses Lied für sie, so bekennt Lisa Stansfield im Interview, das als Bonus auf der DVD enthalten ist. Kein Wunder, schließlich ist das "ihr Song" - das Lied, das sie auch über die Grenzen Europas hinaus bekannt gemacht hat. Die Tonqualität ist gut, fotografiert ist die Show in klassisch-edlen Bildern - die Club-Atmosphäre kommt gut rüber.

Neben der poppigen Lisa, die das Publikum zum Mitklatschen animiert, ist hier aber auch eine andere Frau zu sehen. Eine, die in dieser verqueren Mischung aus Naivität und Verruchtheit "Don't Explain" haucht und dazu eine Zigarettenspitze in ihren schlanken Fingern hält. Die Lady ist eben eine Diva reinsten Wassers, und so eine traut sich auch an einen anderen großen Jazz-Standard: "Can't Take That Away From Me". Auch das absolviert sie professionell, aber wirklich glauben tut man ihr die alten Sachen nicht. Die kühle Britin ist eben nicht Billie Holiday und deswegen klingt sie auch viel besser als - Lisa Stansfield. Deswegen wiederum ist die Ballade "Didn't I" ein echter Glücksfall - hier zeigt Lisa Stansfield was sie kann, hier ist sie ganz bei sich. Es überrascht also nicht, wenn sie im Interview dieses Lied als ihren persönlichen Lieblingssong bezeichnet.

Das Interview in seiner Gänze ist übrigens nicht weiter aufschlussreich. Dass Live-Gigs in Reihe anstrengend sind, leuchtet ein, und dass Lisa schon immer mal im Ronnie Scott's auftreten wollte, kann man unbesehen glauben. Interessanter ist da schon die Tatsache, dass die Musikerin kein Instrument beherrscht und auch sonst nicht gerne übt - oder ist das einfach englisches Understatement?

Jasmin Herzog


Mal weg vom Pop: Lisa Stansfield.
Mal weg vom Pop: Lisa Stansfield. (edel)

Datum: 22.08.2005

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