(tsch) "Vorher gab es eine heftige Kontroverse, aber als die Leute den Film im Kino sahen, erstarb jede Diskussion", beschrieb Josh Hartnett die öffentliche Reaktion auf Ridley Scotts "Black Hawk Down" (2001). Hartnett, demnächst als "Prince of Cool" in einem Biopic über den legendären Jazz-Trompeter Chet Baker zu sehen, spielte die Hauptrolle in dem mit Effekten gespickten Streifen, mit dem der "Gladiator"- und "Alien"-Regisseur den Somalia-Einsatz der US-Army im Jahre 1993 dokumentierte. ProSieben wiederholt das Drama nun ein knappes Vierteljahr, nachdem das Land am Horn von Afrika erneut von einem Krieg gebeutelt wurde.
Anzeige
Der Film entzündete eine Debatte über die Rolle der USA als Welt-Sheriff. Bilder von getöteten und verstümmelten Leichen der abgeschossenen US-Marines, die von aufgebrachten Horden durch die Straßenschluchten einer fremden Welt gezogen wurden und damals durch die Medien gingen, lösten ein nationales Trauma aus.
In authentisch wirkenden Bildern wird nachgezeichnet, wie mehrere Hubschrauberladungen von US-Soldaten den Warlord Aidid festsetzen sollen. Die Aktion ist gut geplant und scheint zuerst auch ebenso zu enden. Doch schnell wird deutlich, dass sich die Großmacht auf ein unüberschaubares Scharmützel mit einem versteckten Feind eingelassen hat. Den Soldaten gelingt es nicht, gegenüber den aus Hinterhalten Mogadischus auftauchenden Somalis zu obsiegen.
Bis nur einige wenige von den Soldaten, darunter Sgt. Matt Eversmann (Hartnett), an lachenden Kindern vorbei um ihr Leben und in Richtung eines UN-Lagers laufen müssen, zeigt Ridley Scott, der in diesem Jahr 70 wird, die Ohnmacht des militärischen Goliaths in realistischen Bildern voller Härte, Dreck und Blut. Helikopter, genannt Black Hawks, stürzen ab, Panzerfäuste fliegen durch die Luft und viele Hundert sterben - zumeist auf somalischer Seite. Wer ist Feind, wer ist Freund? Für die Amerikaner wie für die UN war nichts undeutlicher als das.
Scotts Materialschlacht (Oscars 2002 für Schnitt und Ton) basiert auf wahren Begebenheiten und versucht, dem US-Militär ein bisschen Würde zukommen zu lassen, die ihm damals im Übermaß abhanden gekommen war. Das Thema hat auch heute nichts an Aktualität verloren. Ende 2006, bei den letzten kriegerischen Auseinandersetzungen in Somalia, hatten sich die USA mit eigenen Truppen zurückgehalten. Allerdings wurde die äthiopische Armee unterstützt, die ihrerseits die Macht der nicht überall akzeptierten Übergangsregierung militärisch absicherte. Bekämpft und besiegt wurde die Union islamischer Gerichte, die marodierende War-Lords vertrieben und sich in weiten Teilen des Landes etabliert hatte. Sie hatten der Bevölkerung das erste Mal seit 1991 ein gewisses Maß an Ordnung und Rechtssicherheit gewährt.
Andreas Fischer
Ranger Staff Sgt. Matt Eversman (Josh Hartnett) kämpft in den Straßen von Mogadischu ums Überleben. (ProSieben / Columbia Pictures)
Ranger Staff Sgt. Matt Eversman (Josh Hartnett, rechts) versorgt den verletzten Ranger Pvt. First Class Todd Blackburn (Orlando Bloom). (ProSieben / Columbia Pictures)
Ein abgeschossener Black-Hawk-Helikopter: Die überlebenden Soldaten müssen sich bis zum UN-Lager durchschlagen. (ProSieben / Columbia Pictures)
Ein echter Klassiker der Filmgeschichte ist als Beitrag des Themenabends "Auge in Auge mit der Gefahr" bei ARTE zu sehen: "Der Flug des Phoenix" aus dem Jahr 1965 ist epochale Kinounterhaltung, die sich ...
Kevin Costner, der zuletzt als moderne Ausgabe von Dr. Jekyll und Mr. Hyde in "Mr. Brooks - Der Mörder in dir" auch an der Kinokasse mal wieder gewaltig baden ging, sollte sich vielleicht demnächst erneut ...
"Die besten Spezialeffekte nutzen nichts, wenn sie in keine gute Geschichte eingebunden sind." Roland Emmerich weiß, wovon er spricht: Schließlich machte sich der gebürtige Schwabe mit Effektfilmen wie ...
Um in andere, zauberhafte Welten vordringen zu können, kommen Fantasy-Autoren zuweilen auf die verrücktesten Ideen. In Matthew Vaughns Fantasy-Film "Der Sternwanderer" (2007), jetzt auf DVD erhältlich, ...
Robin Hood war gar nicht so heldenhaft und der Sheriff von Nottingham nicht so böse wie bislang angenommen? Das wollen Ethan Reiff und Cyrus Voris zeigen. Die Drehbuchautoren verfassten das Buch zu "Nottingham". ...
Keine Frage: In einer Zeit des weltweiten Terrorismus' hätte ein schwarz ummantelter Held wie Zorro mit Degen und Peitsche schlechte Karten. Aber vielleicht war es - neben dem Kassenerfolg des ersten Films ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream