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Cate Blanchett
Gefallener EngelSchauspielerin Cate Blanchett (tsch) Die Kunstlehrerin Sheba Hart, gespielt von Oscarpreisträgerin Cate Blanchett, bricht ein Tabu, als sie sich in einen 15-jährigen Schüler verliebt. Und sie muss in Richard Eyres ("Iris") leisem Drama "Tagebuch eines Skandals" (Start: 22.02.) bitter dafür bezahlen. Als sich Sheba ihrer älteren Kollegin und Freundin Barbara (Judi Dench) anvertraut, nutzt diese Shebas Schwäche, um ihre eigene Bitterkeit an der Jüngeren auszulassen. Akribisch führt Barbara Tagebuch über ihre Beziehung zu Sheba, die sie auf perverse Weise ebenso liebt wie hasst. Die Romanvorlage "Tagebuch einer Verführung" von Zoe Heller ist ausschließlich aus der verqueren Perspektive von Barbara erzählt. Für den Film lösten Regisseur Eyre und Autor Patrick Marber die Figur Shebas aus Barbaras Blickwinkel. Und Darstellerin Cate Blanchett (37) findet: "Wer Freunde hat wie Barbara, der steckt in echten Schwierigkeiten!" Anzeige
teleschau: Die Schwierigkeiten hätte sie wohl ohnehin. Immerhin verführt sie einen Minderjährigen, oder nicht? Cate Blanchett: Ich bewerte meine Figuren nicht. Ich versuche, ihre Motivationen zu verstehen. Shebas Fehltritt ist grotesk, gewaltig und vor allem dumm. "Der Junge wird doch schon im Mai 16 Jahre alt" und "Ich liebe ihn" sind ihre lächerlichen Argumente. Sie weiß um deren Armseligkeit, aber kann dennoch nicht anders und landet dabei immer tiefer in Barbaras Intrigenfalle. Aber sie ist auf keinen Fall eine notorische Pädophile! Sheba ist eigentlich ja gar nicht auf eine Eroberung aus. teleschau: Wie schwer war es für Sie, die Sexszene auf dem Rangierbahnhof mit Jungdarsteller Andrew Simpson zu drehen? Cate Blanchett: Ich habe mich bestimmt nicht darauf gefreut. Auch wenn Andrew für seine 16 Jahre sehr reif ist, war ich in dieser Szene die Erwachsene und hatte vorher auch mit seinen Eltern gesprochen. Trotzdem war ich froh, dass wir nachts drehten und es dunkel war - ich wurde knallrot vor Scham. Solche Szenen sind grundsätzlich sehr eigen. Ich erinnere mich an einen Film von Sally Potter, in dem ich eine Sexszene mit John Turturro hatte. Der kam aber erst am Drehtag direkt von einem anderen Film zu uns ans Set. Ich sagte: "Hi John, schön dich kennen zu lernen. Dann ziehen wir uns jetzt mal aus ..." teleschau: Auch in "The Good German", der am 01.03. startet, Steven Soderberghs Schwarz-Weiß-Thriller im Stil der Vierziger, spielen Sie eine untreue Ehefrau ... Cate Blanchett: ... im Nachkriegsberlin. Zur Vorbereitung sah ich mir Klassiker wie "Casablanca" an und Filme von Hildegard Knef, von der ich davor übrigens noch nie etwas gehört hatte. Soderbergh wollte, dass seine Darsteller den Stil dieser Zeit verinnerlichen, also sehr melodramatisch und theatralisch spielen. Weil ich eine Deutsche mime, war die Rolle schon des Akzents wegen nicht nur eine darstellerische, sondern auch eine sprachliche Herausforderung. Und ich bin verdammt froh, dass dieser Film bei Ihnen in der deutschen Synchronfassung läuft (lacht)! teleschau: Sie sind hauptberuflich Familienmama mit zwei Kids. Was hat Sie die Rolle gelehrt? Cate Blanchett: Sie zeigt mir, wie stark die Gene meines Mannes Andrew Upton (ein australischer Theaterautor, Anm. d. Red.) sind! Meine Söhne sehen aus wie seine Miniaturausgaben, samt widerspenstiger Haare. Deshalb freue ich mich jedes Mal riesig, wenn Leute sagen: "Oh wie süß, die kommen ja ganz nach dir!" Das tun sie nämlich ganz und gar nicht, aber das Kompliment tut gut. teleschau: Und in beruflicher Hinsicht? Cate Blanchett: Früher dachte ich: Jetzt ist noch nicht die richtige Zeit für Kinder. Die Wahrheit ist: Es gibt gar keinen richtigen Zeitpunkt, denn Vorbereitung auf die Elternschaft ist unmöglich. Im Nachhinein bin ich froh, dass die beiden Zwerge mein Leben so verändert haben. Filme kann man trotzdem drehen. Sie glauben gar nicht, wie effektiv Sie plötzlich arbeiten, wenn Sie wissen, dass zu Hause noch ein zahnendes Baby mit vollen Windeln wartet. Kerstin Lindemann |
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