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Smokin´ Aces

Smokin' Aces

(tsch) Ein Schauspieler muss Wandelbarkeit beweisen, klar. Einmal den Schönling ohne Ecken und Kanten, gleich danach den skrupellosen Mörder spielen können. So muss das sein. Umso reizvoller ist es, wenn Typen mit vermeintlich immergleichem Ausdruck und einer ganzen Reihe Flops plötzlich wieder zu 100 Prozent überzeugen: Zu erleben ist das derzeit bei einem gewissen Ben Affleck, der bereits für sieben goldene Himbeeren für schlechte Schauspielerleistungen nominiert wurde. In "Die Hollywood-Verschwörung" ist J-Los Ex gerade der hinreißende Superman-Darsteller Georges Reeves, der unter mysteriösen Umständen seinen Tod findet. Und in der ruhelosen Action-Komödie "Smokin' Aces" mimt er einen abgefuckten Kopfgeldjäger. Cool!

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Und Affleck ist längst nicht der Einzige, der in der Action-Freakshow von Regisseur Joe Carnahan Rang und Namen hat: Zu den Darstellern reihen sich außerdem Andy Garcia, Sängerin Alicia Keys, Chris Pine, Ray Liotta, der Rapper Common, Ryan Reynolds und noch einige mehr. Allesamt kommen sie - und beinahe auch die Zuschauer - ins Schwitzen, wenn nach einer etwas längeren Aufwärmphase die ersten schnittschnellen Actionszenen - ach was: die Kampfmaschinengemetzel einsetzen.

Einfach so aus dem Staub machen ist nicht! Erst recht nicht, wenn man ein größenwahnsinniger Las-Vegas-Illusionist ist, Buddy "Aces" Israel (Jeremy Piven) heißt, seinen Ex-Paten Primo Sparazza (Joseph Ruskin) verraten hat und genau der nun eine Million Kopfgeld auf Buddys Ermordung ausgesetzt hat! Besser gesagt: Sparazza will Buddys Herz. Da hilft es auch nicht, dass er sich ins FBI-Zeugenschutzprogramm begibt. Wer lässt sich bei einer Million schon lange bitten? Eine ganze Armada an kampflustigen Auftragskillern tritt an, um den lukrativen Burschen abzuknallen. "Wir werden tonnenweise Blei in Israel reinjagen!" - Noch Fragen?

Das Faszinierende an "Smokin' Aces" ist nicht die gewollt schwarzhumorige und mitunter verwirrende Story. Eigentlich auch nicht das gnadenlose Actionfeuerwerk, das fast einem Bombardement im Krieg gleichkommt. Es sind vielmehr die stylishen Bilder und die Einstellungen, die rasanten Musikclip-ähnlichen Schnitte und der perfekt abgestimmte Soundtrack von Clint Mansell ("The Fountain"), die Joe Carnahans knallende Gewaltorgie so irre cool aussehen lassen.

Obendrein lohnt der Film schon allein deshalb, weil die Charaktere so originell und die Darsteller so genial sind: Alicia Keys spielt in ihrer ersten Kinorolle die lesbische, sexy Scharfschützin Georgia, Affleck ist der fertige Auftragskiller Jack Dupree, Ryan Reynolds darf als FBI-Agent ran. Und last but not least wäre da noch das völlig abgedrehte Killertrio Darwin (Chris Pine), Jeeves (Kevin Durand) und Lestor Tremor (Maury Serling), das keine Gnade kennt und Panzer-gleich alles platt macht, was sich ihm in den Weg stellt. - Nur nichts für zart besaitete Seelen, die sich im Kinosaal geirrt haben und eigentlich das Geschichtsdrama "The Good German" sehen wollten.

Julia Schöppner

Credits:
V:UIP, USA 2007, R: Joe Carnahan, D: Ben Affleck, Andy Garcia, Alicia Keys u.a.

Laufzeit: 109 Min.

Kinostart:
01.03.07


Ryan Reynolds glänzt in "Smokin' Aces" mit viel Charisma als Agent Richard Messner.
Ryan Reynolds glänzt in "Smokin' Aces" mit viel Charisma als Agent Richard Messner. (2006 Universal Studios / Jaimie Trueblood)

"Pistol" Pete Deeks (Peter Berg, links), Jack Dupree (Ben Affleck, Mitte) und Rupert Rip Reed (Jaso Bateman) haben's auf das Kopfgeld abgesehen.
"Pistol" Pete Deeks (Peter Berg, links), Jack Dupree (Ben Affleck, Mitte) und Rupert Rip Reed (Jaso Bateman) haben's auf das Kopfgeld abgesehen. (2006 Universal Studios / Jaimie Trueblood)

Popstar Alicia Keys spielt als Killerin Georgia Sykes ihre sexy Reize und den perfekten Umgang mit Waffen aus.
Popstar Alicia Keys spielt als Killerin Georgia Sykes ihre sexy Reize und den perfekten Umgang mit Waffen aus. (2006 Universal Studios / Jaimie Trueblood)

Datum: 27.02.2007

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