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Kim Frank - Hellblau

Kim Frank Hellblau

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Da stand er also, bei Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" - im Rücken ein Meer von Streichern und eine Biografie, die sicher zu den beeindruckendsten im deutschen Pop-Geschäft zählt. Kim Frank sang bei Echt, die sich innerhalb von drei, vier Jahren von der eher überschaubar spannenden Boyband zu Botschaftern einer nicht immer pathosfreien Leidenschaft entwickelten. Irgendwann war das vorbei, Frank igelte sich an der Küste ein, gelegentliche Lebenszeichen waren entweder besorgniserregend (eine große Reportage in einer Illustrierten schilderte vor allem einen gescheiterten Ex-Star) oder egal (ein Duett mit Bernd Begemann). Mit einem Comeback rechnete wohl keiner - "Hellblau" ist also eine absolut unerwartete, aber nicht nur deshalb überzeugende Standpunktbestimmung.

Eigentlich gilt folgende Rechnung: Wer damals, vor sieben, acht Jahren zu "Du trägst keine Liebe in dir" schmachtete, wer der Echt-Version von "Junimond" eine Menge abgewinnen konnte, der wird auch mit dieser Platte sehr glücklich sein. Kim Frank gibt nach wie vor den Meister der gebrochenen Herzen. "Lara", die erste Single ist sicher das beste Beispiel dafür: Hier schwingt er sich mit zarter Orienierung an Klassikern ("The Sun Ain't Gonna Shine Anymore" von den Walker Brothers scheint mehr als durch) in den Mainstream-Himmel - und hat dabei keine Angst vor einer gewissen Übertreibung. Auch "Zwei Sommer" ist ein unglaublicher Hit. Neben den Streichern und Wall-Of-Sound-Gitarren sind es hier messerscharfe Bläser, die den Sound bestimmen.

Und dann ist da noch der Song über die große Stadt. Selbstmitleid galore, klar, aber eben so aus dem Leben gegriffen: Das Mädchen, das aus der Kleinstadt abhaut, los in die Stadt: "Also, will sie jetzt nach Berlin ziehen, ganz alleine und ohne Freunde, nach Berlin." Ein ungeheurer, waidwunder Vorwurf liegt in diesem nicht wirklich subtilen Lied. Aber klar, so läuft's eben.

In den restlichen Songs bleibt Kim Frank diesem Duktus verhaftet, und das ist das Einzige, was man dieser Platte vorwerfen könnte. All die Arrangements, die so breit und weit sind wie Unter den Linden, sie ähneln sich doch ein bisschen. Ein bisschen weniger, pardon, Soße, ein bisschen mehr Mut zum Popsong ohne Revue-Unterfütterung hätte nicht geschadet, denn noch ist der Typ da vorne nicht Sinatra, auch wenn man sich eine Namenshälfte teilt. Aber wer weiß, vielleicht kommt's ja auf der nächsten Platte.

Jochen Overbeck


Datum: 08.03.2007

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Diskussion: "Kim Frank - Hellblau"

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