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4Hero - Play With The Changes

4Hero Play With The Changes

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4Hero - das sind nicht nur 19 Jahre britische Musikgeschichte. 4Hero, das ist auch ein Synonym für Worte wie "Wandel", "Wechsel", "Anpassung im Strom der Zeit". Denn kaum ein Musikerkombinat hat es so gut geschafft, sich immer wieder neu zu erfinden und trotzdem authentisch zu bleiben. Und nicht Trends wiederzukäuen, sondern sie selbst zu schaffen. "Play With The Changes" heißt das erste 4Hero-Album nach sechs Jahren folgerichtig.

Dego McFarlane und Marc Mac aus London gehörten ab 1988 zu den Drum'n'Bass-Pionieren, gründeten das Label Reinforced (Goldie, Doc Scott) und veröffentlichten selbst Longplayer bei Talkin' Loud. Sie nutzten Pseudonyme wie Jacobs Optical Stairway, Tek 9, Nu Era oder Tom And Jerry, remixten und produzierten Elektrotracks, die damals noch "Rave" hießen (Hit "Mr Kirk's Nightmare"). Als ihr Markenzeichen galt die stilübergreifende Arbeit zwischen Detroit, Filmmusik, Soul, Jazz, HipHop und Broken Beats. Nun sind sie im sanften, aufwändigen Soul, im Funk und in der Discomusik angekommen.

4Hero holen dabei nach eigenem Bekunden unbekannte Session-Artists "von der Straße". Sie sammelten ein Musikerkombinat von orchestraler Bandbreite zusammen, das mit Geigen, Flöten, Blech, Holz und Kontrabass anrückte, und verquicken nur noch rudimentäre Drum'n'Bass-Rhythmen mit süßem Jazz-Latin-Soul. Auf diese Art erinnern 4Hero eher an Bill Withers im Remix, denn an elektronische Tanzmusik. Zwar rhythmisieren die zwei Briten gerne noch mit gebrochenem Beat und rasanten Tempi. Die sanften Fender-Klänge und cremigen Frauenstimmen von Lady Alma, Carina Anderson oder dem crooneresken Soul-Sanftsäusler Damien Brockington verbreiten aber trotzdem wohlig-samtene Bettstimmung mit Rhythmus. Nur noch selten entgleitet 4Hero ein echt vertrackter Rhythmus wie auf dem Titeltrack, der sich nicht zwischen synkopiertem Breakbeat und Samba entscheiden kann.

Meistens jedoch schmiert das Ganze so sahnig und fett dahin wie es nur ein Misch aus dezent elektrifiziertem Chicago-Soul, Lounge-Fusion und Talkin'-Lound-Sound kann. Selbst Sprechdichterin Ursula Ruckers Beitrag "The Awakening" wird eingebettet in ein schönes Lager aus frisch gewaschenen Geigen, allgegenwärtig lässigen Beats und sanften Fenderklängen. Jody Watley gibt sich ebenfalls die Ehre und verwandelt "Bed Of Roses" in eine Soulnummer mit Sexappeal. "Gonna Give It Up" hingegen dürfte der erste Jazz-Elektro-Hardrock Englands sein und ist damit sowieso geschichtsträchtig.

Insgesamt haben 4Hero sorgfältig, vielschichtig und teuer gearbeitet, elegante Klänge mit nostalgischer Stimmung gepaart, kühle Grandezza mit warmer Gemütlichkeit verflochten und so der urbanen Gehetztheit der Clubbeats einen kühlenden Dämpfer aus warmen Analogsounds verpasst. Ob ein richtig großer Hitwurf dabei sein wird, bleibt mangels zugkräftiger Melodien aber zu bezweifeln.

Kati Hofacker


Datum: 14.03.2007

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