(tsch) Am Anfang war das Leben, und es war ziemlich bescheiden. Voller Routine, Langeweile, Durchschnittlichkeit. Dann kam ein Comic, der von diesem durchschnittlichen, langweiligen, routinierten Leben erzählt. Dieser Comic hieß "American Splendor", wobei sich das Wort Splendor von "splendid" ableitet, "herrlich" also. Der "Herrliche", das war Harvey Pekar: Er erlebte und schrieb auf, Robert Crumb ("Fritz the Cat"), später auch andere Künstler, zeichneten. Und sie inspirierten die Regisseure Shari Springer Berman und Robert Pulcini zu einem herrlich bissigen Film (2002), den ARTE nun zeigt.
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Wie kompliziert das tägliche Leben sein kann, davon erzählt das selbst ernannte "Opfer widriger Umstände" Harvey Pekar (Paul Giamatti) in seinen Comics. Seine Bücher handeln von ihm selbst und seinem Dasein als Aktensortierer in der Verwaltung des Krankenhauses von Cleveland in Ohio. Dort hat der spleenige, schon zweimal geschiedene Harvey seine Nische gefunden. Hier stört sich keiner an seinem Tick, der unbändigen Sammelwut. Zu den Objekten seiner Begierde zählen Platten und Comics. Als er auf einem Flohmarkt einen ähnlich auf Comics fixierten Seelenverwandten trifft, wendet sich sein Leben.
Mit dem Zeichner Robert Crumb (James Urbaniak) entwickelt er den Comic "American Splendor", der 1976 zum ersten Mal erscheint. Bald stellt sich auch der Erfolg ein. An Harveys durchschnittlichem Leben als Anti-Held scheint dies aber nichts zu ändern - bis die skurrile Comicbuch-Händlerin Joyce (Hope Davis) in sein Leben tritt. "American Splendor" erzählt auf mehreren Ebenen das Leben des Comicautors Harvey Pekar nach. Es entstand eine schräge Mischung aus gespielten Szenen, Zeichentrick-Animation und Dokumentarischem. Dabei kommt auch der echte Harvey zu Wort.
Andreas Fischer
Bisher fristet Harvey Pikar (Paul Giamatti) in seiner Heimatstadt Cleveland ein eher unspektakuläres Leben. Da kommt ihm die Idee, seine ganz alltäglichen Erlebnisse in einem Comic zu verarbeiten. (ARTE F / John Clifford / HBO)
Joyce (Hope Davis) ist Comic-Händlerin und Fan von Harvey Pekar. Später wird sie seine Frau und tägliche Begleiterin. (ARTE F / John Clifford / HBO)
Der "richtige" Harvey Pekar lässt es sich nicht nehmen, in "American Splendor" immer wieder seine eigene Filmbiografie zu kommentieren. (ARTE F / John Clifford / HBO)
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