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Maximo Park - Our Earthly Pleasures

Maximo Park Our Earthly Pleasures

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Mal ernsthaft: Erwartet irgendjemand von einer Band wie Maximo Park so etwas wie Weiterentwicklung? Natürlich nicht, denn die Briten um den Mann mit dem viel versprechenden Namen Paul Smith hatten mit "A Certain Trigger" vor gut eineinhalb Jahren einfach die Nase vorne, was britische Popmusik anging. Songs wie "Graffiti" oder "Apply Some Pressure" waren Lieder, die auch abseits der Zielgruppe funktionierten und die Band nicht nur in die Herzen der Kritiker, sondern auch in durchaus respektable Chart-Positionen katapultierten. Dass Deutschland in diesem Genre ein Wachstumsmarkt ist, zeigen die Verkaufserfolge von Bands wie Snow Patrol, Kaiser Chiefs, Bloc Party oder Mando Diao. Mit "Our Earthly Pleasures" dürften auch Maximo Park ganz oben mitspielen, gerade weil ihnen das mit der Weiterentwicklung erst einmal völlig egal ist.

Maximo Park haben etwas Besonderes, keine Frage. Der Scheitel von Frontmann Snith zeigt das ebenfalls wie die so weit gespannten, so hymnischen Melodiebögen. Hier steckt eine Art Distinguiertheit drin, die aus unbekannten Gründen nur Briten erreichen können. Diese Band lässt sich nicht gehen, sie geht voran, erhobenen Hauptes, selbst dann, wenn alle Gründe für den sofortigen Selbstmord sprechen würden. Die Liebe, die ist wichtig, klar, aber sie stottert bei Maximo Park wie der Motor eines alten Amischlittens. Hölle, sind Songs wie "Your Urge" elegant, sowohl was die Botschaft, als auch was die Inszenierung angeht. Das Klavier, das sich hier frech in den Vordergrund schummelt, mag nicht typisch für Maximo Park sein, steht der Band aber ganz hervorragend. "Prepare your vocabulary" singt Smith, und auch wenn man kein Wörterbruch braucht, ein Blick ins Textheft lohnt bei Maximo Park durchaus.

Aber keine Sorge, vor einer Überintelektualisierung des Prinzips Popsong muss man bei Maximo Park keine Angst haben. Denn der Mix, der "A Certain Trigger" ausmachte, also die Verbindung durchaus heftiger Stromgitarren mit grandiosen, elegischen Hooklines und dem etwas exaltierten Wave-Gesang Smiths, der funktioniert auch hier noch. "The Unshockable" prescht ebenso gnadenlos nach vorne wie der Opener "Girls Who Play Guitars", und "Nosebleed" präzisiert die Idee, die man von Maximo Park hat, noch einmal ausführlich - weil hier die dunkle Seite der Liebe hübsch angetriggert wird: "Did we go to far, is that why your nose is bleeding?" fragt Smith, um anzufügen, dass er doch gestern noch geträumt hätte, dass man sich küssen würde, auf einer Bank, im Abendlicht. Das folgende "A Fortnights Dream" mit seiner wunderbaren Refrainzeile "Would you like to go on a date with me" ist ein weiterer Höhepunkt - weil hier auf clevere Weise die erste große Welle des Britpop, allen voran Blur und die Inspiral Carpets, zitiert wird. Und diese Gewitztheit, die fehlt halt vielen aktuellen Insel-Bands.

Jochen Overbeck


Datum: 01.04.2007

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