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Goodbye Bafana

Goodbye Bafana

(tsch) Leicht zu spielen sind die Rollen nicht. Dennis Haysbert muss als Nelson Mandela ein kleines Weltall an Charisma produzieren und Joseph Fiennes als sein langjähriger Gefängniswärter einen Menschen abgeben, der ihm als Freund ebenbürtig und würdig ist - ohne abzugleiten. Bille August mag Däne sein, aber "Goodbye Bafana" wurde ein Hollywood-Film über die Größe des südafrikanischen Freiheitskämpfers. Kann man das gut finden?

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Politisches Kino sollte man bei diesem Berlinale-Beitrag von 2007 nicht erwarten, nur eine "auf einer wahren Begebenheit beruhenden" Geschichte, es geht um Aufrichtigkeit, Freundschaft und Widrigkeiten. Diese Widrigkeiten genau zu bestimmen, ist Bille August, dem Regisseur von "Das Geisterhaus", zu intensiv, deswegen lässt er es gleich. Das sollte man wissen. Dann kann man das Freundschaftsdrama, das eigentlich auch wenig dramatische Züge hat, als Film mögen.

Denn die 60er-Jahre stehen Fiennes, der in seinen Rollen gerne mal blass bleibt, ebenso gut zu Gesicht wie Diane Kruger, die sich als seine naive Frau Gloria auf der Gefängnisinsel geradezu freispielt. Da sind sie nun gestrandet auf Robben Island vor Kapstadt, James Gregory und Gattin, Rassisten, aber sonst ganz sympathisch. Helle Farben, fröhliches Lachen, die Karriereleiter ohne Hindernisse, alles wirkt freundlich, sogar das weiße Backsteinhaus, in das die Gregorys im Bedienstetenghetto einziehen. Klar, dass so viel Sonnenschein getrübt werden muss.

Weil der aufstrebende Wärter Xhosa spricht, wird er als Belauscher abgestellt, um herauszufinden, ob von Mandela und seinen Freunden auch hinter Gittern noch Gefahr ausgeht. Irgendwann kniet dieser Spion im Dienste der Apartheid ungeachtet seines beruflichen Weiterkommens vor dem großen Nelson Mandela, der wiederum seine Größe darin zeigt, ihm vor wie nach seiner Läuterung auf Augenhöhe zu begegnen.

Es ist fast ein Kunststück, diese aufkeimende Freundschaft ohne Zynismus zu inszenieren. Die ekelhafte Arroganz des weißen Mikrokosmos, die Macht der bösartigen Frauen und schließlich die beinahe lächerliche Begründung, dass dies alles nur geschieht, weil ein schwarzer Junge der möglicherweise einzige Freund des kleinen James Gregory war. Simpler geht es nicht.

Kino im Lasse-Hallström-Format, jenem schwedischen Kollegen, der keinen Hehl aus seinem Hang zu Feelgood-Movies macht? Vielleicht kann man einen privaten Umgang mit Schuld hineinanalysieren, wenn Gregory erkennt, was seine Informationen anrichten. Manchmal flackert sogar die Instrumentalisierung der Weißen auf, die lodernden Flammen hinter dem friedlich dahinschlummernden Gefängnisgärtchen sind jedoch nicht erkennbar, noch nicht mal zu riechen. Augusts Kritik ist sehr leise, fast so, als wolle er sagen: Das ist uns doch allen klar. Sein Film gibt ein gutes Gefühl ob der aufrechten Männer, die hier und da glücklicherweise den Lauf der Geschichte änderten.

Es mag lapidar sein. Man muss einen solchen Film nicht drehen. Und die weitflächig über das Drama gestreute überdeutliche Symbolik und manch ausgesprochener Dialog wären nicht nötig gewesen. Doch mitgehen ist einfach, die stoische Würde Dennis Haysberts (David Palmer aus "24") lässt wenig Chance, dem Ganzen den Rücken zu kehren. Und immerhin in den Details ist "Goodbye Bafana" nicht vorhersehbar, seine Figuren erhalten Entfaltungsspielraum. Und dreht man die Sache um, sieht, dass Mandela 27 Jahre im Gefängnis saß, und dort im Kopf eines Staatsdieners etwas bewegte, dann ist das doch eine dieser übersehenen Kleinigkeiten, von denen man mal erzählen darf.

Claudia Nitsche

Credits:
V:X Verleih, D / F / B / I / ZA 2007, R: Bille August, D: Diane Kruger, Joseph Fiennes, Dennis Haysbert u.a.

Laufzeit: 117 Min.

Kinostart:
12.04.07


Der weiße Afrikaner James Gregory (Joseph Fiennes) hatte in seiner Kindheit einen dunkelhäutigen Freund.
Der weiße Afrikaner James Gregory (Joseph Fiennes) hatte in seiner Kindheit einen dunkelhäutigen Freund. (X Verleih AG)

Als James Gregory (Joseph Fiennes, rechts), der Gefängniswärter auf Robben Island, auf Nelson Mandela (Dennis Haysbert) trifft, verändert sich seine rassistische Einstellung.
Als James Gregory (Joseph Fiennes, rechts), der Gefängniswärter auf Robben Island, auf Nelson Mandela (Dennis Haysbert) trifft, verändert sich seine rassistische Einstellung. (X Verleih AG)

Gloria Gregory (Diane Kruger) spürt, wie ihr Mann das Apartheid-Regime mehr und mehr in Frage stellt.
Gloria Gregory (Diane Kruger) spürt, wie ihr Mann das Apartheid-Regime mehr und mehr in Frage stellt. (X Verleih AG)

Datum: 12.04.2007

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Diskussion: "Goodbye Bafana"

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