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Rachael Leigh Cook
Die Königin der KleinstadtnachtSchauspielerin Rachael Leigh Cook (tsch) Ziemlich genau sechs Jahre ist es her, dass sich Rachael Leigh Cook aus Minneapolis mit "Eine wie keine" in die Herzen der deutschen Jungmänner spielte. Wunderschöne, dunkelbraune Haare, dazu Augen in der Farbe herbstgereifter Haselnüsse. Sie war Coming-Of-Age-Queen der Saison, und jeder beneidete Freddie Prinze Jr., der sie küssen durfte. Heute lebt Rachael Leigh Cook in Hollywood, küssen darf sie nur noch ihr Verlobter Daniel Gillies. Und die Filme, die sind auch ein wenig anders geworden. "11:14" (Bundesstart: 01.09.), eine rasante Independent-Produktion vom jungen Debütanten Greg Marcks, kommt jetzt in die Kinos. Anzeige
teleschau: Das Drehbuch von "11:14" ist alles andere als konventionell. Was dachten Sie sich beim ersten Lesen? Rachael Leigh Cook: Ich erinnere mich noch ziemlich genau an den Moment. Ein Produzent, den ich von ein paar früheren Filmen kannte, hatte mir das Script geschickt. Ich saß also damit daheim und dachte: Wow, klingt spannend. Aber dieser Film darf sich bloß nicht zu ernst nehmen, dann wird das bestimmt nichts. Ich unterhielt mich dann eine Weile mit Greg Marcks, und der versicherte mir, dass das eher eine lockere Angelegenheit werden würde - also sagte ich schließlich zu. Zum Glück. teleschau: Was gefällt Ihnen an "11:14"? Rachael Leigh Cook: Es ist einfach ein wahnsinnig guter Film. Er ist unterhaltsam, eine schwarze Komödie. Ich glaube, Greg hat da seine Visionen sehr gut umgesetzt und auch klar gemacht, warum nur er hier Regie führen konnte. teleschau: Die Erzählweise ist nicht besonders amerikanisch ... Rachael Leigh Cook: Stimmt. Es gibt zwar auch bei uns viele Filme, die mit dem Ende beginnen und sich dann irgendwie zurückarbeiten, aber von "11:14" kann man ja nicht einmal das sagen. Da sind einfach so viele verschiedene Zeit- und Handlungspunkte, die verbunden werden. Alles dreht sich, der Film ist eigentlich wie eine Spirale. Für die Person, die sich am Set um die Continuity kümmern musste, war das sicher die Hölle. Für den Zuschauer ist es, denke ich, wahnsinnig spannend. teleschau: Sie spielen Cheri und sind damit für eine ganze Menge Dinge verantwortlich, die schief gehen. War das manchmal etwas frustrierend, so ganz ohne positive Eigenschaften agieren zu müssen? Rachael Leigh Cook: Nein, nein. Sie missverstehen da etwas. Cheri ist wirklich nicht nur ein schlechter Mensch. Ich mag sogar ein paar ihrer Wesenszüge. Sie entschuldigt sich nicht für das, was sie tut. Sie ist der festen Überzeugung, dass sie genau richtig handelt. Die Tatsache, dass die Konsequenzen ihres Handelns immensen Einfluss auf andere haben könnten, ist ihr völlig egal. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Und jeder, der den Film gesehen hat, wird erkennen, dass die schon von den Grundvoraussetzungen nicht so angenehm ist. teleschau: Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet? Rachael Leigh Cook: Ach, lange proben musste ich da nicht. Die Figur war von Greg und den Castern schon sehr genau ausgearbeitet, ich hatte da nicht mehr so viel Einfluss darauf. Es war mehr so eine mentale Sache. Ich ging an irgendeinem der ersten Tage ans Set und merkte: Mensch, die hassen dich alle. In diesem Film hast du keine Freunde. Das war nicht unbedingt ganz einfach, aber auch daran habe ich mich gewöhnt. teleschau: Im Film spielt Patrick Swayze Ihren Vater - wie war die Zusammenarbeit mit ihm? Rachael Leigh Cook: Das war eine sehr schöne Sache - und es ist ohnehin spannend zu sehen, in welche Richtung Patrick Swayze momentan geht. Er hat in den letzten Monaten und Jahren an einer ganzen Reihe bemerkenswerter Independent-Produktionen mitgearbeitet. Man kann von ihm eine Menge lernen, er ist kein Stück eitel und normal geblieben - obwohl er der Kerl von "Dirty Dancing" ist. Der kann nicht einmal auf einer Party mit seiner Frau tanzen, ohne dass irgendjemand anfängt, einen Song aus dem Soundtrack zu pfeifen. Schrecklich, nicht? teleschau: "11:14" spielt in der kleinsten Variante der Kleinstadt, dazu in einer extrem schmierigen. Sind Sie glücklich, dass Sie nie außerhalb einer Großstadt leben mussten? Rachael Leigh Cook: Ja. Wir haben zum Teil in einer kalifornischen Kleinstadt namens Piru gedreht. Das war am Ende der Welt. Da gab es nichts. Wirklich gar nichts. teleschau: Muss schrecklich sein, da aufzuwachsen, nicht? Rachael Leigh Cook: Gegenfrage: Glauben Sie, irgendjemand dort bekommt dieses Interview in die Hände? teleschau: Eher nicht. Rachael Leigh Cook: Gut, dann sag ich's relativ undiplomatisch: Ich denke, wer einmal dort war, erkennt ganz genau, warum Cheri so werden konnte. Ich fuhr deshalb nach den Dreharbeiten, die ja immer nachts waren, jeden Morgen nach Hause. Ich habe nichts gegen die Bürger von Piru, aber da wollte ich wirklich keine Sekunde meines Lebens verschwenden, zumal das örtliche Motel wohl nicht sehr prickelnd war. teleschau: Sie haben sechs Wochen lang ausschließlich nachts gearbeitet? Rachael Leigh Cook: Ja. Selbst wenn irgendein Studiodreh mal für den Nachmittag angesetzt war, verschob er sich garantiert auf den Abend. Ich glaube, am Ende waren alle Beschäftigten Nachtgestalten. Und ich hatte tagsüber natürlich noch ab und zu Termine. Ich war echt völlig durch. Jochen Overbeck |
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