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Sarah Connor - Soulicious

Sarah Connor Soulicious

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Das Fräuleinwunder der deutschen Popmusik ist zurück. Das ist die eine Nachricht. Die andere Nachricht ist eine wichtigere: Sarah Connor, mittlerweile auch schon 26 Jahre alt, versucht sich an einer gewissen Ernsthaftigkeit. Nicht, dass ihre Musik früher banal gewesen wäre, keinesfalls - Songs wie "Music Is The Key" waren im Metier des anspruchsvollen Hitparaden-Pop nicht ohne Recht absolute Durchstarter. Aber: "Soulicious" manifestiert die Liebe der Sängerin zu einer Musikrichtung, für die sich auch der gehobene Kritiker interessiert: den amerikanischen Soul der 60er- und 70er-Jahre. Diese Songs zu interpretieren, ist keine leichte Aufgabe, eher eine, an der schon viele scheiterten. Mit der nötigen Schützenhilfe, guten Musikern und der gewohnt souveränen Stimme meistert Sarah Connor das.

Und das, obwohl sie selbst es ist, die die Latte verdammt weit oben ansetzt. Ein Tipp für all die Pop-Interpreten, die in Zukunft so eine Platte planen: Ein paar Songs sollte man da vielleicht außen vor lassen - aus dem einfachen Grund, dass es Aufnahmen gibt, denen schlichtweg nichts mehr hinzuzufügen ist. "Sexual Healing" ist so ein Track. Den hat Marvin Gaye aufgenommen, und zwar in einer Version, die in all ihrer Wärme und Zärtlichkeit keinerlei Fragen offen lässt. Bei "The Sun Of A Preacher Man" liegen die Dinge etwas anders. Die bekannteste Version, die von Dusty Springfield, ist nicht unantastbar - aber Dank ihrer Platzierung im "Pulp Fiction"-Soundtrack auch in Deutschland ins kollektive Gedächnis gebrannt. Nun ist es nicht so, dass Sarah Connor an diesen Nummern scheitert - aber "Soulicious" gewinnt eben dadurch nicht an Klasse, sondern nur an großen Namen.

Es sind andere Songs, mit denen man sich beschäftigen sollte - etwa die erste Single "The Impossible Dream (The Quest)", die in der Vergangenheit von Diana Ross, aber auch von Roberta Flack aufgenommen wurde. Mit dem satten Streichergewand bleibt Connor näher an letzterer, überzeugt aber nicht zuletzt dank ihrer hier erstaunlich voluminösen Stimme. Ebenfalls großartig: das referenzhaft rumpelnde "Your Precious Love", das in der Vergangenheit Marvin Gaye und Tammi Tarell, aber auch D'Angelo und Erykah Baduh aufnahmen. Dass Connor hier so weit oben mitspielt, grenzt ebenso an ein kleines Wunder wie der Groove von "Let It Right", der mit seinem Disco-Appeal vielleicht ein kleiner Link zu der Pop-Sarah-Connor der letzten Jahre ist.

Richard Witter


Datum: 12.04.2007

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