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Machine Head - The Blackening

Machine Head The Blackening

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Machine Head sind lange im Geschäft. Die Metaller aus Kalifornien können in ihrer über 13-jährigen Karriere auf einige Erfolge zurückblicken - wie zum Beispiel das wuchtige Debüt "Burn My Eyes" von 1994, dem das nicht minder schlechte "The More Things Change" folgte. Doch auch Kritik mussten die vier Herren einstecken, als sie mit dem wenig durchdachten "The Burning Red" und dem nachfolgenden, etwas plump wirkenden "Supercharger" die Fanbasis spalteten. Zu viel New Metal verdrängte den klassischen Thrash, und anbiedernde Spielereien versäuerten den knallharten Punch des begnadeten Quartetts. Doch Rettung nahte 2003 in Form der Großtat "Through The Ashes Of Empires", in der wieder gewalzt und gebolzt wurde. Kein schneller Part wirkte überdreht, keine spacige Zwischensequenz deplatziert. Die Grooves passten, die Soli stimmten. Was soll da jetzt noch kommen? Greatest Hits? Mehr Live-Alben? Oder gar Remixe? Nichts von alledem.

Machine Head ließen sich über drei Jahre Zeit und zaubern nun ein Album aus dem Ärmel, das sie "The Blackening" tauften. Vorab durfte man vernehmen, dass die Band das Werk als ihr "Master Of Puppets" betrachtet. Nun denn ...

Zwei der acht Songs nähern sich der Zehn-Minuten-Grenze, weitere zwei überschreiten diese sogar. Die anderen Kleinode brauchen mindestens fünf Minuten bis sie sich in ihrer ganzen Pracht vollends entfalten. Man ahnt es schon: "The Blackening" braucht viele Hördurchläufe, ehe man die Komplexität und Reichweite dieses Opus auch nur annähernd greifen kann. Schon der Opener "Clenching The Fists Of Dissent" verlangt einiges ab, zehn Minuten reine Energie, aufgespaltet in die Machine-Head-typischen Soundparameter. Brachiales vermengt sich mit Progressivem, emotionale Breaks bedrängen ungebremst melodische Zwischenarrangements.

Das bittere "Aesthetics Of Hate" brilliert mit messerscharfen Riffings, die von links nach rechts und wieder zurück schwirren. Hier wird würdevoll Kritik an der einseitigen Berichterstattung über Dimebag Darrells Tod geübt - besser kann man seinen Kollegen kaum honorieren. Auch Amerika kriegt sein Fett ab, im epischen "A Farewell To Arms" sieht die Band das Heimatland schon verloren.

Der Gitarrensound auf Machine Heads sechstem Werk schallt dermaßen erhaben und sauber aus den Kanälen, dass man sich oft dabei ertappt, blöd grinsend vor den Boxen zu verharren. Der Herrgott persönlich scheint herabgestiegen zu sein und jeden Maschinenkopf einzeln geküsst zu haben. Die Länge der Songs ist ad hoc nicht jedermanns Sache, doch je öfter das Album zur Gänze erschallt, desto mehr Sinn macht das alles. Irgendwann in sehr naher Zukunft wird "The Blackening" eine einstündige fette Hitsingle sein, die seine Zuhörer nicht mehr loslässt.

Constantin Aravanlis


Datum: 15.04.2007

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