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Jerry Lee Lewis - Last Man Standing Live

Allein unter Freunden

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Der Sprung auf den Konzertflügel schien für Kid Rock die letzte Möglichkeit gewesen zu sein, um auf sich aufmerksam zu machen. Dass ihm ein 71-jähriger Herr die Show stehlen würde, damit hatte der Skandal-Rocker wohl nicht gerechnet. Doch er hätte gewarnt sein sollen: Am Klavier saß niemand Geringeres als Jerry Lee Lewis, der Pionier des Rock'n'Rolls. Ein Duett der beiden erschien neben weiteren Begegnungen zwischen Lewis und seinen Musiker-Freunden im vergangenen Herbst auf dem Studioalbum "Last Man Standing". Nun wird die dazugehörige DVD nachgereicht, die den Beweis darlegt, dass alle zum Gig eingeladenen Musikgrößen keinen Platz neben Jerry Lee Lewis, sondern lediglich in der zweiten Reihe ergattern konnten.

Der erste Gedanke: Der Mann ist alt und unbeweglich geworden. Der zweite Eindruck: Jerry Lee Lewis hat trotz einer gewissen Immobilität nichts von seiner Ausstrahlung eingebüßt. Er sitzt an seinem mit eher geschmacklosen Flammen verzierten Flügel und haut in die Tasten, als ob es kein Morgen gäbe. An jenem 29. September 2006, als nach New York City unter anderem Tom Jones, Norah Jones, Chris Isaak und Solomon Burke reisten, um an der Audienz des alten Herren teilzunehmen, schien alleine der gegenwärtige Moment zu zählen.

Seine Weggefährten Elvis Presley, Roy Orbison und Johnny Cash segneten bereits das Zeitliche. Jerry Lee Lewis ist der letzte noch lebende Star der legendären Sun Studios in Memphis. Mit "Last Man Standing Live" schließt sich der Kreis der Rock'n'Roll-Geschichte. Eines ist nach dem 120-minütigen Mix aus Konzertausschnitten, Interviews und Archivaufnahmen klar: So lange Lewis lebt, wird auch diese Musikrichtung lebendig bleiben.

28 Performances von 14 Gästen, die im Duett mit dem "Killer" alten Titeln (zum Beispiel "Somewhere Over The Rainbow", "Little Queenie" oder auch "End Of The Road") neues Leben einhauchen, sind auf der DVD zusammengestellt. Unterbrochen werden die Konzertmitschnitte von Statements der Künstler, die ihren Bezug zu Lewis erklären. Zudem wurde eine vierteilige "History" eingeflochten, die mit ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen wahrhaft nostalgische Gefühle heraufbeschwört. Schmuckstücke des Bonusteils sind Interviewausschnitte mit Lewis, in denen er Anekdoten zum Besten gibt. Unter anderem erzählt er vom Bühnendebüt seiner Tochter und wie er zum Beinamen "Killer" kam.

Genießen lässt sich diese Geschichtsstunde in Sachen Rock'n'Roll vor allem dank der technisch einwandfreien Aufarbeitung. Den Sound mischte man sowohl in PMC Stereo als auch in DTS ab. Lewis' Pianoklänge kommen klar aus den Boxen und lassen sich gut von den anderen Instrumenten differenzieren. Das leicht rotstichige Bild besitzt gute Schärfewerte. Es lohnt demnach noch einen weiteren, detaillierten Blick auf Lewis zu riskieren, um festzustellen, dass die lebhafte Mimik den fehlenden körperlichen Einsatz spielend wettmacht.

Julia Köhler


Jerry Lee Lewis lud im September des vergangenen Jahres jede Menge Freunde ein, um dem Rock'n'Roll zu frönen. Das Ergebnis ist nun auf DVD erhältlich.
Jerry Lee Lewis lud im September des vergangenen Jahres jede Menge Freunde ein, um dem Rock'n'Roll zu frönen. Das Ergebnis ist nun auf DVD erhältlich. (edel)

Datum: 12.04.2007

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