Joss Stone

Von Gospelsongs und kritischen Momenten

Sängerin Joss Stone

(tsch) Erfolgreiche Popstars sind immer in Eile. Besonders, wenn sie gerade eine neue Single veröffentlicht haben ("Don't Cha Wanna Ride"), Konzerte geben und mit Journalisten sprechen sollen. Es gibt doch noch Wichtigeres, wie den Soundcheck für den Gig, die tägliche Yoga-Übung, das Telefonat mit dem Liebsten oder das Socken rollen im Tourbus. "Zehn Minuten haben Sie für ein Interview" sagt das Management von Joss Stone streng. Klingt nach wenig, aber zehn Minuten können Weichen stellen. Und welche zehn Minuten in den verschiedenen Lebenslagen für Joss Stone aus Devon, England in ihrem jungen, 18-jährigen Leben bislang entscheidend waren, verriet sie jetzt.

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teleschau: Was waren die wichtigsten zehn Minuten in der Geschichte der Menschheit?

Joss Stone: Oh, gleich zu Beginn eine so große Frage! Geschichtlich gesehen? Hm ... - Ich sehe ja lieber in die Zukunft. Alle Menschen sollen einmal zehn Minuten in Frieden verharren. Besonders George Bush und Konsorten. Und wenn dann alle noch zusammen "Kumbahja My Lord" sängen, wäre ich sehr, sehr glücklich. Das wären dann für mich die zehn wichtigsten Minuten in der Geschichte der Menschheit.

teleschau: Mit wem möchtest Du gerne zehn Minuten verbringen?

Stone: Brad Pitt? Och nee, das ist zu platt. Ich wäre sehr dankbar, wenn ich zehn Minuten mit Dusty Springfield sprechen könnte. Leider ist sie tot, und so ist es vermutlich recht schwierig, mit ihr in Kontakt zu treten. Sie ist eines meiner ganz großen Idole, ich habe sogar meinen Hund nach ihr benannt!

teleschau: Mit wem würdest Du keinesfalls zehn Minuten verbringen wollen?

Stone: Wie heißt diese fiese Frau, die über alles und jeden lästert? Wendy Williams, was für eine Schlampe! Sie ist der Klatsch-Guru in Amerika und hat im Internet eine Liste veröffentlicht, auf der sie über 50 Promis auf das Übelste beschimpft und echt gemeine Sachen über sie erzählt. Ich finde so etwas wirklich unanständig und möchte keinesfalls nur eine Minute mit ihr verbringen, weil ich sonst echt sehr böse zu ihr sein könnte.

teleschau: Was waren Deine lustigsten zehn Minuten?

Stone: Hihi, das ist gar nicht so lange her und passierte während eines Konzerts. Ich sprang von der Bühne, um mit den Fans zu singen. Tja, und da riss mein BH. Ich musste also meine zwei Melonen in meinen Armen verstecken und habe vollkommen unbeholfen versucht, wieder auf die Bühne zu klettern. Puh, das muss so lächerlich ausgesehen haben. Irgendwie habe ich es dann geschafft und bin hinter die Bühne, um mich umzuziehen. Aber währenddessen habe ich wirklich Tränen gelacht.

teleschau: Deine schlimmsten zehn Minuten?

Stone: Als ich mir am Knöchel mein Tattoo, zwei Blumen, stechen ließ. Das hat echt weh getan und war einfach nur nervig. Meine Mama war mit dabei und hielt mein Händchen. Beim ersten Tattoo war sie nicht dabei, ehrlich gesagt hatte ich auch nicht ihre Erlaubnis. Aber da sie es ohnehin nicht verhindern hätte können, ist sie eben beim zweiten Mal mitgegangen, um ein leichtes Gefühl von Kontrolle über mich zu haben.

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teleschau: Die traurigsten Minuten?

Stone: Da gibt es Gott sei Dank nicht allzu viele. Wenn jemand stirbt, das ist wohl das Schlimmste. Und dann gab es noch einen sehr traurigen Moment in meinem Leben, über den ich immer noch nicht reden kann, weil ich sonst wieder in Tränen ausbrechen würde. Das muss wirklich mein Geheimnis bleiben.

teleschau: Die aufregendsten zehn Minuten?

Stone: Als ich einen Brit-Award bekam, das war sehr aufregend. Leider konnte ich nicht zur Aftershow-Party bleiben, weil ich sofort nach Los Angeles weiter fliegen musste. All diese wunderbaren Typen haben ohne mich gefeiert. Schnüff. Das nächste Mal werde ich mir die Sause aber nicht mehr entgehen lassen - falls ich wieder eingeladen werde ...

teleschau: Zehn Minuten, die Dein Leben veränderten?

Joss Stone: Als ich mit 13 Jahren meinen ersten Gesangswettbewerb gewann. Damals war mir das überhaupt nicht klar, was es bedeuten könnte. Doch rückblickend hat alles eine ganz andere Wendung genommen. Es ist wirklich toll, dass ich in diesem Beruf arbeiten darf. Denn zum einen wüsste ich gar nicht, was ich sonst machen könnte, zum anderen habe ich die Schule schon immer gehasst und wollte nie hingehen. So sind auch meine Eltern glücklich, denn für die war es immer ein großer Stress, mich in der Schule leiden zu sehen.

teleschau: Zehn Minuten, die wichtig sind zwischen Mann und Frau?

Stone: Das sind weniger. Genau fünf Sekunden! Darum geht es auch in meiner aktuellen Single "Don't Cha Wanna Ride". Nämlich die fünf Sekunden, in denen eine Frau dem Mann signalisiert: "Hallo, Du gefällst mir!" Und wenn der Mann das nicht registriert, hat er meist verspielt, weil die Frau sich zurückgewiesen fühlt. Mein Freund, mit dem ich seit eineinhalb Jahren zusammen bin, war erfreulicherweise schnell genug!

Nina Becker


Joss Stone hatte zehn Minuten - und dafür eine Menge zu erzählen.
Joss Stone hatte zehn Minuten - und dafür eine Menge zu erzählen. (Virgin)

Unlängst veröffentlichte Joss Stone die Single "Don't Cha Wanna Ride".
Unlängst veröffentlichte Joss Stone die Single "Don't Cha Wanna Ride". (Virgin)

18-jähriges Jazzpop-Wunderkind: Joss Stone.
18-jähriges Jazzpop-Wunderkind: Joss Stone. (Virgin)

Datum: 27.08.2005

Diskussion: "Joss Stone"

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