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Children of Men

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Irgendwann im Jahr 2027. Es ist fast ein typischer Morgen für Theo. Der Regierungsbeamte ist missgelaunt, der Himmel grau und verhangen, Großbritannien totalüberwacht. Und doch, etwas ist anders. Der jüngste Mensch der Welt ist gestorben, ein Ereignis, das die Nachrichtensendungen beherrscht. Das "Baby" war 18 Jahre alt. "Children of Men" von Regisseur und Co-Autor Alfonso Cuarón ("Harry Potter 3 - Der Gefangen von Askaban", "Y tu mamá también - Lust for Life!") ist eine düstere Vision, ein temporeicher Endzeitthriller und desillusionierendes Schreckensszenario, das jetzt auf einer blendend ausgestatteten Doppel-DVD im Handel ist.

Theo (Clive Owen) hat gerade seinen Kaffee geholt, als der Coffee-Shop explodiert. Eine Explosion, die nicht nur ein verzweifelter Terrorakt der letzten Denkenden und Fühlenden auf der im Chaos versinkenden Welt ist. Sie ist auch ein Fanal, ein Signal an Theo, die Apathie und den Sarkasmus, mit denen er das schreckliche Leben absolviert, durch Initiative und Engagement zu ersetzen. Er macht das zunächst nicht freiwillig, aber die Katharsis ist unvermeidlich und wird von Clive Owen sehr überzeugend auf die Leinwand gebracht.

Auf der ganzen Erde ist die Zivilisation zusammengebrochen, nur Großbritannien hält als letzte Bastion mit einem harten Militärregime und totalem Terror von staatlicher Seite das öffentliche Leben in mehr oder weniger geordneten Bahnen. Und es wurde seit 18 Jahren kein Kind mehr geboren, eine unerklärliche Unfruchtbarkeit macht die Menschen zu einer aussterbenden Rasse. Cuarón inszeniert diese Realität düster, aber nachvollziehbar, seine große Stärke ist der Realismus, ein echter Schlag in die Magengrube. Wer sagt, dass wir nicht auf dem Weg in eine Welt sind, in der Immigranten in gefangen werden und in Käfigen gefangen auf ihren Abtransport warten? Wie behandeln wir sie denn heute? Oder wie viel Freiheit gewähren wir den Bürgern noch? Wie stark sind sie überwacht? Haben wir den Rassismus wirklich besiegt?

Es sind wichtige Fragen, die verhandelt werden, aber "Children of Men" ist kein dröges Belehrkino, sondern ein spannender Film. Theo wird aufgrund seiner Verbindungen gezwungen, mit einer Rebellenorganisation zusammenzuarbeiten. Sie haben den wertvollsten Schatz der Menschheit in ihren Händen und wollen die schwangere Kee (Clare-Hope Ashitey), eine Immigrantin, außer Landes schaffen. Theo muss die Reisedokumente beschaffen und Kee nach Verrat in der Gruppe persönlich begleiten.

Nur ganz zum Schluss lässt Cuarón in seiner Science-Fiction-Parabel, die gar nicht so weit in der Zukunft zu spielen scheint, ein wenig Trost zu. Kee geht mit ihrem neugeborenen Kind im Arm an den erbittert kämpfenden Rebellen und Soldaten vorbei. Und diesen einen Moment lang schweigen alle Waffen, besinnen sich die Menschen ihrer Möglichkeiten. Nur das Wunder des Lebens zählt und damit die Zukunft. Die Hoffnung der Welt schaut aus den Augen eines kleinen Babys.

Alfonso Cuarón ging bei der Umsetzung keine Kompromisse ein. Handkameras fangen apokalyptische Bilder ein, zeigen den Lebens- und Überlebenskampf in London und dem Immigrantenlager in drastischer Deutlichkeit mit semi-dokumentarischer Ästhetik. Choreografierte Actionsequenzen kommen minutenlang ohne Schnitt aus und werden dadurch fühl- und unmittelbar. Die zahlreichen Extras, die auf der Bonus-DVD Platz finden, liefern Erklärungen für die Hinter- und Beweggründe des Films. Die Sammlung von Kurzdokus, die mit einem durchdachten und intellektuellen Ansatz überzeugen, beschäftigt sich aber nicht nur mit philosophischen Fragen. Die Beiträge zeigen auch ganz praktische Probleme bei der Filmherstellung und geben Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen.

Das anamorphe Bild überzeugt trotz des durchgehenden Handkameraeinsatzes und des vorherrschenden Graus durch hohe Detailgenauigkeit. Die Farben wirken ausgebleicht, aber akkurat. Eine stimmige Atmosphäre war hier wichtiger als optisch polierte Oberflächen. Das räumlich wirkende Klangerlebnis und die satten Basseinlagen sind ebenfalls sehr gelungen.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Holländisch
extras Entfallene Szenen; Dokus: Theo und Julian, Futuristisches Design, Visuelle Effekte, Die Möglichkeit der Hoffnung; Philosophische Betrachtungen zu "Children Of Men"
laufzeit 106 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 20 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton sehr gut
bewertung extras sehr gut

Credits:
(USA 2006, R: Alfonso Cuarón, D: Clive Owen, Claire-Hope Ashitey, Julianne Moore u.a.)


Grausam und realistisch, aber auch adrenalin- und spannungsgeladen erzählt Alfonso Cuarón im Endzeit-Thriller "Children of Men" von den düsteren Aussichten der unfruchtbar gewordenen Menschheit.
Grausam und realistisch, aber auch adrenalin- und spannungsgeladen erzählt Alfonso Cuarón im Endzeit-Thriller "Children of Men" von den düsteren Aussichten der unfruchtbar gewordenen Menschheit. (Universal)

Clive Owen spielt den desillusionierten Beamten Theo, der sich irgendwann doch wieder für die Zukunft der Welt interessiert.
Clive Owen spielt den desillusionierten Beamten Theo, der sich irgendwann doch wieder für die Zukunft der Welt interessiert. (Universal)

Kee (Claire-Hope Ashitey) ist seit fast 20 Jahren die erste Frau auf der Welt, die schwanger wird.
Kee (Claire-Hope Ashitey) ist seit fast 20 Jahren die erste Frau auf der Welt, die schwanger wird. (Universal)

Datum: 12.04.2007

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Diskussion: "Children of Men"

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