(tsch) So langsam geht die Zauberer-Saga ihrem Ende entgegen: Kurz nachdem der fünfte Film der Magier-Reihe, "Harry Potter und der Orden des Phönix" (Bundesstart: 12.07.), in den Kinos gestartet sein wird, erscheint am 21. Juli das siebte und letzte Buch aus der "magischen" Feder von Joanne K. Rowling, die mittlerweile reicher ist als die Queen. "Harry Potter and the Deathly Hallows" soll das von Fans auf der ganzen Welt heißersehnte Werk im englischen Original heißen. Stellt sich nur noch die Frage: Gibt es ein Leben nach "Harry Potter"? Der ein oder andere Darsteller wird, wenn auch die letzten beiden Filme im Kasten sind ("Harry" und "Ron" haben die Verträge bereits unterschrieben), mit einem aufatmenden Stöhnen den Zauberstab aus der Hand legen und in die wohl verdiente Hexen-Rente gehen. Den Fans jedoch bleiben schon bald nur noch die Wiederholungen. RTL zeigt nun mit "Harry Potter und der Stein der Weisen" erneut den ersten Teil des magischen Megahypes, in dem die Schauspieler noch klein und niedlich waren und sich über ihre ersten Millionen auf dem Konto gefreut haben.
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Als das lang ersehnte erste Potter-Abenteuer 2001 in die Kinos kam, erlebte die Harry-Manie einen weltweiten Höhepunkt. Über zwölf Millionen Zuschauer pilgerten allein in Deutschland in die Filmtheater, um zu sehen, wie Regisseur Chris Columbus ("Kevin - allein zu Haus") die fantastische Welt der Zauberschüler umgesetzt hatte. Hier und da nörgelte ein Kind, dass Harry im Buch schwarze und keine braunen Haare hat und das Flaschenrätsel, das Hermine lösen muss, gar nicht auftaucht.
Dennoch waren die Reaktionen auf das eng am Roman orientierte Fantasy-Spektakel überwiegend die reinsten Lobeshymnen. Weniger wegen der Handlung - Autorin Joanne K. Rowling hatte ihre Buchreihe von vornherein auf sieben Bände angelegt und stellte im ersten Teil überwiegend die Charaktere vor -, sondern vor allem wegen des atemberaubenden Produktionsdesigns von Stuart Craig. Ein altes Schloss als Zauberschule Hogwarts, bewegte Gemälde und Treppen, sprechende Hüte, hunderte schwebende Kerzen, fliegende Besen und etliche andere magische Dinge erschaffen ein unglaublich faszinierendes Reich, in dem nicht nur Kinder zu träumen anfangen.
Das ist die Welt des kleinen Harry Potter (Daniel Radcliffe), der bis zu seinem elften Geburtstag ein beinahe normales Leben führt. Der Waisenjunge lebt bei der niederträchtigen Familie Dursley, bis ihn der freundliche Riese Hagrid (Robbie Coltrane) mitnimmt und nach Hogwarts bringt. Harry erfährt, dass seine Eltern Magier waren und vom bösen Zauberer Voldemort getötet wurden. Nun soll auch das Kind die Zauberkunst erlernen. Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) werden bald seine besten Freunde und helfen ihm, als er sein erstes großes Abenteuer bestehen muss. Denn Voldemort hat es auch auf Harry abgesehen.
Es ist ein dezentes Spiel mit der Angst, das den gesamten Film prägt. Aggressive Schlingpflanzen, ein Hund mit drei Köpfen, dunkle Wälder und vor allem ein rabiates Ende - wie schon das Buch ist auch der Film nichts für sehr kleine Kinder. Schüler und Erwachsene jedoch dürften von der überwiegend humorvoll, teils auch ernst umgesetzten Mixtur zwischen Realwelt und Fantasie, die einen Durchschnittsjungen zum Helden im Kampf gegen das Böse macht, leicht gefangen genommen werden.
Jan Treber
Der Schulleiter von Hogwarts, Albus Dumbledore (Richard Harris), ist ein weiser Magier, der es mit dem gefährlichen Zauberer Voldemort aufnimmt. (RTL)
Die Dursleys (Richard Griffiths, links, mit Fiona Shaw und Harry Melling) hätten besser nicht verhindert, dass Harry (Daniel Radcliffe, vorn) Zaubererpost erhält. (RTL)
Manch ein Zauber kann auch nach hinten los gehen, müssen Harry (Daniel Radcliffe) und Seamus (Devon Murray, rechts) feststellen. (RTL)
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