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Born to be wild

Born to be wild - Saumäßig unterwegs

(tsch) Wenn vier Männer mittleren Alters aus ihrem Leben ausbrechen, um mit Harleys über den Highway zu rollen, dann sollte man sie wenigstens ernst nehmen. Diese vier Loser könnten zu Herzen gehen - oder man bastelt eine umwerfend komische Komödie über sie. Das funktioniert aber nicht, wenn permanent überdeutlich ist, dass die vier keine menschlichen Reaktionen zeigen sollen, sondern sich nur darauf konzentrieren, den Zuschauer mit Standardwitzen zu unterhalten. Es zerreißt eine Geschichte, nimmt ihr die Lebensgeister. So geschieht's in "Born to be wild - Saumäßig unterwegs", der nun in den deutschen Kinos startet.

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Dabei standen Neuregisseur Walt Becker, einem amerikanischen Bestsellerautor, alle Mittel zur Verfügung. Doch wenn man eine banale Biker-Komödie mit Schauspielprominenz zelebrieren darf, sollte die Chemie ein wenig besser stimmen.

Bobby (Martin Lawrence) schleicht sich ein paar Tage aus dem Visier der herrischen Gattin, Doug (Tim Allen) entflieht seiner Zahnarztpraxis, Woody (John Travolta) gleich seinem ganzen Leben, und Dudley (William H. Macy) braucht keinen Grund für diese Reise, die eine Action-Mission hätte werden können wie sie die "Space Cowboys" um Clint Eastwood erlebten. Wie schön wäre es gewesen, wenn Becker uns "Sideways"-like in ihre Herzen hätte schauen lassen. Oder uns einfach nur - und das können mit Sicherheit alle vier Schauspieler - königlich amüsieren. Stattdessen macht "Born to be wild" seinem Untertitel "Saumäßig unterwegs" alle Ehre.

Sie fahren mit dem Motorrad raus, lassen sich die Freiheit durchs schüttere Haar wehen auf ihrem "Road Trip" für Erwachsene. Dabei stören sie die echten Biker, brennen ihnen sogar die Hütte herunter, sodass die die Verfolgung aufnehmen und Rache schwören. Der Inhalt ist so müßig, dass man von Beginn an um des Kaisers Bart streitet und mit einem trostlosen Drehbuch viel komödiantisches Talent verschenkt. Kein Slapstick ist zu doof, kein Kalauer zu flach.

Gags werden heraufbeschworen, dass man jeden einzelnen wegwünscht, noch bevor er passiert. Als Bösewicht und Anführer der wahren Unterschichtbiker, die die durchweg putzigen Bürger im Niemandsland terrorisieren, strampelt sich Ray Liotta ab. Die entzückende Marisa Tomei muss sich als Barkeeperin in einen der Straßenfeger aus der Stadt verlieben, bis alle zum Finale antreten, als ginge es in den Bürgerkrieg.

Die wenigen Momente, in denen der Humor über die Unterschiedlichkeit der Freunde entsteht, sind die besten. Doch meist geht es um Pennälerhumor, die Reanimation jedes noch so abgedroschenen Klischees. Dabei werden Travolta & Co. vorgeführt, dürfen kaum reagieren, werden in ihrem Spiel immer steifer. Viel hilft nicht immer viel. So entstand ein Teenie-Film für Männer in der Midlife-Crisis. "Born to be wild" ist wirklich nur Menschen zu empfehlen, die schon das Geräusch des Absaugers beim Zahnarzt ganz unterhaltsam finden. Alle anderen werden Mühe haben, Spaß zu finden.

Claudia Nitsche

Credits:
V:Buena Vista, USA 2007, R: Walt Becker, D: John Travolta, Martin Lawrence, Tim Allen u.a.

Laufzeit: 99 Min.

Kinostart:
19.04.07


Woody (John Travolta) sehnt sich nach einem aufregenden Road-Trip auf seiner Harley.
Woody (John Travolta) sehnt sich nach einem aufregenden Road-Trip auf seiner Harley. (2006 Touchstone Pictures / Lorey Sebastian)

Auf ihren schweren Maschinen suchen die "Wild Hogs" noch einmal das große Abenteuer. Von links: Dudley (William H. Macy), Doug (Tim Allen), Bobby (Martin Lawrence) und Woody (John Travolta).
Auf ihren schweren Maschinen suchen die "Wild Hogs" noch einmal das große Abenteuer. Von links: Dudley (William H. Macy), Doug (Tim Allen), Bobby (Martin Lawrence) und Woody (John Travolta). (2006 Touchstone Pictures / Lorey Sebastian)

Doug (Tim Allen) hat sein festgefahrenes Leben als Zahnarzt satt: Er sucht nach einem neuen Kick.
Doug (Tim Allen) hat sein festgefahrenes Leben als Zahnarzt satt: Er sucht nach einem neuen Kick. (2006 Touchstone Pictures / Lorey Sebastian)

Datum: 18.04.2007

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