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Eurovision Song Contest

Eurovision Song Contest

(tsch) Zutiefst gespaltene Meinung: War es nun cool, dass die maskierten Monstermetaller Lordi letztes Jahr den vormals doch eher populärmusikalischen "Eurovision Song Contest" (ESC) für sich entschieden, oder war es einfach nur grausam? Geschmack hin oder her. Endlich wurde wieder über den Grand Prix geredet. Vielleicht war es also schlichtweg Zeit für eine derartige "Revolte", um klarzumachen: Weg mit den Schmusesongs in Ralph-Siegel-Manier, her mit fetziger Musik, mit der man jede Menge Geld verdienen kann! Roger Cicero, der deutsche Titelaspirant, kann sich über fehlende Aufmerksamkeit bislang nicht beschweren. Immerhin schlug er im Vorentscheid die favorisierten Casting-Girls Monrose. Doch ob er's am Ende in Helsinki bis ganz oben schafft? Wie Lordi klingt er nicht, ins Ohr geht sein Swing aber allemal.

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Das ARD-Programm steht am Abend des 52. Eurovision Song Contest wieder ganz im Zeichen von Europas Klangkünsten - insgesamt fünf Stunden lang! Bis die Zuschauer allerdings den Kunze- und Monrose-Bezwinger mit dem herrlich intelligenten Nachnamen zu Gesicht bekommen, wird einige Zeit vergehen.

Los geht die Sause im Ersten um 20.15 Uhr. Thomas Hermanns meldet sich live aus dem Kehrwieder-Theater in der Hamburger Speicherstadt, um - unterstützt unter anderem von Stargast Yvonne Catterfeld und Grand-Prix-Experte Georg Uecker - auf den, wir erinnern uns an Lordi, heißen Abend einzustimmen. Um 20.55 Uhr gibt's noch das vorgezogene "Wort zum Sonntag" (es spricht Pastor Ralf Meister, Lübeck), bevor um 21.00 Uhr Jaana Pelkonen und Mikko Leppilampi ihre Moderation der Show live aus der finnischen Hauptstadt starten. Wie gehabt kommentiert Peter Urban in deutscher Sprache.

Die deutsche Hoffnung namens Cicero startet erst auf Rang 16 mit seinem Titel "Frauen regier'n die Welt" - ein Beitrag, der zwar vom Stil her auffällt und aus dem Grand-Prix-Pop-Einerlei hervorsticht. Aber der Konkurrenz mangelt's auch nicht an Einfallsreichtum.

Mit im Rennen ist nach Dana International aus Israel (1998) wieder eine Drag Queen: Verka Serduchka aus der Ukraine - übrigens ESC-Newcomer -, die sogar ein paar Zahlen auf Deutsch singt. Doch immer dann, wenn Anstößiges im Anmarsch ist, hagelt es Proteste: Transvestiten auf der ESC-Bühne finden viele konservative Ukrainer nicht so toll. Auch der Schweizer DJ Bobo musste sich im Vorfeld Beschimpfungen von besorgten Christen und der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) anhören. Sein Dance-Beitrag "Vampires Are Alive" sei "eine Gefahr für suizidgefährdete Jugendliche". Spannung und Spannungen gibt es also wie jedes Jahr zu Genüge. Auch zu Hause vorm Bildschirm wird gewiss wieder mitgefiebert: Ein Abschneiden nach Gracia-Art (sie wurde 2005 Letzte!) wünscht man Roger Cicero nämlich nicht. Auch ein paar Plätze mehr als Olli Diettrichs Country-Combo Texas Lightning sähe man gern, die 2006 nur den 15. Rang belegten.

Im Finale stand Deutschlands Beitrag von vornherein - im Gegensatz zu manch anderen Teilnehmerländern, die sich am Donnerstag, 10. Mai, erst noch qualifizieren mussten. Seit drei Jahren wird der ESC in zwei Hälften, Semifinale und Finale, gespalten, um all die sangeswütigen Künstler aus Europa überhaupt unterzukriegen.

Heißt: Eigentlich könnte der "Eurovision Song Contest", der noch bis vor ein paar Jahren so wunderbar französisch in den Ohren klang, mehr als das Doppelte an Sendezeit beanspruchen: Die stetig steigende Teilnehmerzahl - mittlerweile schicken 42 Länder ihre "Stars" ins Rennen - verlangte bereits im vergangenen Jahr (da waren's noch 37 Teilnehmerländer) Neuerungen. Dazu wurde, um das Ganze dann fernsehgerecht zu straffen, an der Wertung geschraubt: Die Punkte eins bis sieben erscheinen auch diesmal automatisch auf der Anzeigentafel. Nur die Punkte acht, zehn und zwölf werden noch in alter Tradition von den jeweiligen Moderatoren verkündet. Das deutsche Abstimmungsergebnis gibt übrigens einmal mehr "Quatsch Comedy"-Tante Thomas Hermanns bekannt, der sich auch mit Mikro bewaffnet ins Getümmel der anschließenden "Grand-Prix Party" (00.10 Uhr) stürzt.

Julia Schöppner


Thomas Hermanns führt am Abend des "Eurovision Song Contests" durch das Programm.
Thomas Hermanns führt am Abend des "Eurovision Song Contests" durch das Programm. (NDR / Marcus Krüger)

Roger Cicero tritt mit seinem Lied "Frauen regier'n die Welt" in Helsinki an.
Roger Cicero tritt mit seinem Lied "Frauen regier'n die Welt" in Helsinki an. (NDR / Uwe Ernst)

Er will Europa beweisen, dass die deutsche Sprache swingt: Roger Cicero.
Er will Europa beweisen, dass die deutsche Sprache swingt: Roger Cicero. (Warner Music Group)

Datum: 12.05.2007

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Artikel ID 184038

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