Bruce Allmächtig
Bruce Allmächtig(tsch) Die erheiternde Teilung einer Tomatensuppe und die staunende Freundin nach ihrer himmlischen Brustvergrößerung - das sind wahrhaft göttliche Szenen! Als "Bruce Allmächtig" (2003), der nun erneut bei RTL zu sehen ist, lief Jim Carrey zur Bestform auf: Eine Woche lang wird Bruce vom Herrgott (Morgan Freeman) mit allen Fähigkeiten ausgestattet, die der Vater im Himmel so besitzt. Doch danach hatte das Grimassen-Genie, das gerade im Kino-Thriller "Nummer 23" zu sehen ist, anscheinend keine Lust mehr auf Allmacht. Das Sequel heißt deshalb "Evan Allmächtig" und in der Hauptrolle tobt sich Steve Carell ("Little Miss Sunshine") ab 09.08. in den deutschen Kinos aus. Unter anderem weil er dabei eine komplette Arche füllen soll, könnte die Fortsetzung laut "Los Angeles Times" zur teuersten Komödie aller Zeiten werden. Anzeige Bruce führt ein in jeder Hinsicht durchschnittliches Leben. Er ist Reporter bei einer Fernsehstation und kümmert sich in erster Linie um so provinzielle Ereignisse wie Kekse in Rekordgröße. Lieber sähe er sich aber als Anchorman des Senders. Fortwährend beschwert sich Bruce über die Plagen, die ihm das Schicksal auferlegt (hier ein Unfall, da eine unverschuldete Prügelei ...). Gott muss sich einiges anhören - soll er es doch sein, der Schuld an allem trägt. Als der (noch) Allmächtige genug hat von dem Lamento, bietet er Bruce einen Deal an: Eine Woche lang wird Gott Urlaub machen und den Erdenbürger mit seinen Fähigkeiten, aber auch Pflichten ausstatten. Nein, es ist wirklich nicht einfach, mit mehreren Millionen Gebeten täglich fertig zu werden. Zunächst aber nutzt Bruce die Macht natürlich für persönliche Zwecke, bringt sich in seinem Sender auf der Karriereleiter nach oben und seinem Hund die Benutzung der Toilette bei. Dann wird das Himmelszelt neu gestaltet, um Freundin Grace (Jennifer Aniston) zu beeindrucken. In solchen Szenen sorgte der erfahrene Regisseur Tom Shadyac, mit dem Carrey bereits "Der Dummschwätzer" und "Ace Ventura" drehte, für ein perfektes Timing und setzte seine Hauptfigur zu jeder Zeit ins beste Licht. Die Momente, immerhin etwa zwei Drittel des Films, in denen Bruce mit der Allmächtigkeit zu seinen eigenen Gunsten spielt, sind die besten des Films. Einigermaßen aufdringlich wirkt da die unvermeidliche Botschaft, die die Story am Ende gerne transportieren würde: Denn schließlich, wen wundert's, muss Bruce natürlich erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt. "Die Teilung einer Tomatensuppe ist kein Wunder, nur ein Trick", verrät ihm Gott. "Sei selbst das Wunder." Eine Moralpredigt mit dem göttlichen Holzhammer, den bestens unterhaltene 3,5 Millionen Zuschauer in den deutschen Kinos dann gelassen ertrugen. Nick Petersen |
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