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2046

2046

(tsch) Es ist 1966, der Journalist Chow Wo-man (Tony Leung Chiu-wai) verlässt Singapur. Er will nach Hongkong, einen Science-Fiction-Roman schreiben. Seine große Liebe (Maggie Cheung) kommt nicht mit, ein Kartenspiel hat entschieden. "In 2046 ändert sich nie etwas" - mit diesem Satz, der mit so viel Traurigkeit vorgetragen ist, wie sie nur die melancholische Sehnsucht der Liebe hervorbringen kann, eröffnet Wong Kar-Wai ("In The Mood For Love") seinen Film "2046" (2004), den ARTE jetzt im Programmschwerpunkt "60 Jahre Cannes" - das Jubiläumsfestival findet noch bis 27. Mai statt - in Erstausstrahlung zeigt.

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Der Vortragende sitzt in einem futuristischen Zug mit der Nummer 2046, irgendwo zwischen dem realen Abschied von der großen Liebe und einer fiktiven Hoffnung auf immerwährendes Glück, auf einer endlosen Reise zwischen flüchtigen Augenblicken, Verlust, Einsamkeit und Abschied. In einem schäbigen Hotelzimmer, ebenfalls mit der Nummer 2046, findet Chow Wo-man eine neue Liebe. Zumindest glaubt er das, will er das. Doch sie ist nicht real, ist ein schwacher Ersatz und ein hilfloser Versuch, den erlittenen Verlust vergessen zu machen.

Wong Kar-wai vereint in einem warmen Bilderregen die Flüchtigkeit des Augenblickes und die Endlosigkeit der Zeit. Er verwebt vier Liebesgeschichten, in die sich Chow Wo-man gleichzeitig und nacheinander stürzt, die real sein können oder fiktiv sind. Von der europäischen Oper inspiriert, ist ein großartiger, bewegender Film über die Sehnsucht und die Schemenhaftigkeit der Liebe, Kar-wais Lieblingsthemen, entstanden. Bereits mit "In the Mood for Love" hatte er einen Film von entrückter Schönheit geschaffen, das Quasi-Sequel "2046" ist in seiner Ästhetik eine Weiterentwicklung der Hongkong Love Story aus dem Jahre 1999. Bilder, Musik, Worte, die Eleganz und Schönheit des Darstellerensembles, alles verschmilzt zu einer Einheit perfekter Harmonie, durch nichts zerstörbar, ein Glück für alle Sinne, mit dem Wong Kar-wai und sein Kameraästhet Christopher Doyle das Publikum beschenken.

"2046" war 2004 für die Goldene Palme in Cannes nominiert, zwei Jahre später arbeitete Wong Kar-wai als Jury-Präsident an der Croisette. ARTE zeigt im Rahmen des Cannes-Schwerpunktes am Mittwoch, 23. Mai, Bent Hamers skurrile Norweger-Komödie "Kitchen Stories" (22.35 Uhr) sowie am Donnerstag, 24. Mai, "Die fetten Jahre sind vorbei" (20.40 Uhr). Hans Weingartners Revoluzzer-Romanze war 2004 nach elf Jahren der erste deutschsprachige Film im Wettbewerb des Festivals.

Andreas Fischer


Chow (Tony Leung) hat eine heftige Affäre mit der Prostituierten (Zhang Ziyi), die sich in ihn verliebt hat.
Chow (Tony Leung) hat eine heftige Affäre mit der Prostituierten (Zhang Ziyi), die sich in ihn verliebt hat. (ARTE F)

Wang Jing Wen (Faye Wong), die Tochter des Hotelbesitzers, liebt verbotenerweise einen Japaner und darf als Androidin in Chow Wo-mans futuristischem Roman keine Emotionen haben.
Wang Jing Wen (Faye Wong), die Tochter des Hotelbesitzers, liebt verbotenerweise einen Japaner und darf als Androidin in Chow Wo-mans futuristischem Roman keine Emotionen haben. (ARTE F)

Bai Ling (Zhang Ziyi) und Chow Wo-man (Tony Leung Chiu-wai) geben sich im Hotel einander hin und wissen doch, dass ihre Liebe gar keine ist.
Bai Ling (Zhang Ziyi) und Chow Wo-man (Tony Leung Chiu-wai) geben sich im Hotel einander hin und wissen doch, dass ihre Liebe gar keine ist. (ARTE F)

Datum: 21.05.2007

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Artikel ID 184336

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