Black Rebel Motorcycle Club Baby 81
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Es beginnt mit dem Blues, dem Stilelement, das auch auf dem Vorgänger "Howl" die Musik des Black Rebel Motorcycle Clubs dominierte. Träge, aber brutal, pflügt sich "Took Out A Loan" durch die Boxen, angezerrt und wenig poppig. Aber der Lärm, der erinnert an die Frühjahre der Band, an das selbstbetitelte Debüt. Die Band aus San Francisco führt auf ihrem vierten Album so einiges zusammen. Vielleicht der Versuch, die vom steten Wechsel der Plattenfirma dominierte Vergangenheit zu komprimieren, vielleicht auch Altersweisheit. Auf jeden Fall ist das abermals im Alleingang aufgenommende und produzierte "Baby 81" die bisher souveränste, am vollendetsten klingende Platte der Amerikaner.Da sind eben zwei Elemente, die den Sound der Gruppe prägen, einerseits eine Liebe zu britischem Indierock der Frühneunziger, zu My Bloody Valentine und Jesus & Mary Chain. Gitarrenwände, nölender Gesang, der in die Endlosigkeit zu hallen scheint. Dazu kommt der Bluesrock, der zuletzt auf eher ruhige und akustische Art und Weise zelebriert wurde, diesmal aber eher in der John-Spencer-Variante als Inspiration diente. Das zu verbinden, ist nun so neu nicht - aber beim Black Rebel Motorcyle Club funktioniert die Formel schon außergewöhnlich gut - auch weil die Band versiert andere Teilbereiche anschneidet, "Windows" Richtung Psychedelic-Ballade schwappen lässt, mit "Cold Wind" guten Fuzzrock inszeniert und auch keine Angst davor hat, einmal die Handbremse anzuziehen: "All You Do is Talk" lässt erst einmal die Hammondorgel wabern, bevor Sänger Peter Hayes zu so einer Art Kanzelpredigt ansetzt, die wirklich mit zu dem Besten gehört, was dieses Jahr im Genre Indierock bisher so veröffentlicht wurde. Dass die anderen Songs harscher, brutaler, weniger zugänglich klingen, verstärkt diesen Eindruck - ist aber auch eine Aufforderung, "Baby 81" rotieren zu lassen, ein bisschen Zeit zu geben. Nach zwei-, dreimal Hören offenbart sich da eine ganze Menge, ernsthaft.
Jochen Overbeck
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