(tsch) Nur wenige Filme können von sich behaupten, nachhaltig etwas verändert zu haben. "Matrix" darf das. Den Gebrüdern Andy und Larry Wachowski gelang 1999 ein intelligenter Science-Fiction-Thriller, der die Grenzen der Vorstellungskraft des Zuschauers in neue Ebenen verlegt, mit bahnbrechenden Effekten aufwartet und darüber hinaus eine Ästhetik an den Tag legt, die sich wohl mit nur einem Wort beschreiben lässt: cool. RTL zeigt das Meisterwerk, das weltweit fast eine halbe Milliarde Dollar einspielte und Keanu Reeves zum absoluten Superstar machte, nun als Wiederholung.
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Zugegeben, es dauert ein wenig, ehe sich die Antwort auf die Frage "Was ist die Matrix?" verstehen, geschweige denn akzeptieren lässt. Um es also kurz zu machen: Die Welt, in der wir alle leben, ist nur eine Illusion. Eine bunte Mixtur aus simulierten Sinneswahrnehmungen und Gefühlen, die nichts mit der Realität gemein haben und die Menschen von ihrem wahren Schicksal als Batterie im Dienste einer Maschinenmacht ablenken sollen. Ein Gefängnis der Gedanken, wenn man so will. Wie Fernsehen, nur echter.
Schlüssel zum Verständnis ist der Computerexperte Neo (Keanu Reeves, "A Scanner Darkly"), der eines Tages mit dieser anderen Wahrheit konfrontiert wird. Einige Rebellen, die gegen die Ausbeutung kämpfen, erklären sie ihm, und es braucht seine Zeit, ehe er ihnen folgen kann. Doch dann ist auch der skeptischste Betrachter in den Bann des Films gezogen. Alles scheint plötzlich logisch, nachvollziehbar in jedem Fall. Die Rebellen, geleitet von ihrem mysteriösen Anführer Morpheus (Laurence Fishburne), glauben in Neo den angekündigten Erlöser gefunden zu haben, der die Welt vom Joch der Maschinen befreien kann.
"Matrix" ist wie seine beiden Fortsetzungen (2003) ein metaphernreiches Cyber-Märchen, das seine Faszination immer wieder aus der Grundidee zieht, alles sei nicht so, wie es der Mensch sieht. Die Gesetze der Natur fallen schneller als die Hülsen der zahllosen Patronen, die Neos Weg ebnen. Klar, dass am Ende alles in einer finalen Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse mündet. Die Wachowski-Brüder wählten eine Schießerei - aber was für eine! Kugeln durchpflügen die Luft in Zeitlupe - ebenso wie die Leute, die sie abgefeuert haben. Nein, derartiges hatte der Kinozuschauer noch nie zuvor gesehen. Hinzu kommen Martial-Arts-Choreografien, die jeden John-Woo-Film wie eine schnöde Bud-Spencer-Prügelei wirken lassen. Und dann ist da noch die Sache mit den wehenden schwarzen Mänteln. Bitte nicht wundern, wenn plötzlich einer im Schrank hängt ...
Gerd Hilber
Wehende Mäntel, halsbrecherische Martial-Arts-Fights und spektakuläre Spezialeffekte - "Matrix" mit Keanu Reeves in der Hauptrolle bietet genug von alldem. (RTL)
Trinity (Carrie-Anne Moss) nimmt den Ausgang aus der Matrix: eine öffentliche Telefonzelle. (RTL)
Morpheus (Laurence Fishburne, links) ist in die Fänge von Agent Smith (Hugo Weaving) geraten, der hofft, nun endlich den Widerstand der letzten freien Menschen brechen zu können. (RTL)
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