(tsch) Will ist 38 und eigentlich ein glücklicher Mensch. Ein glücklicher Single, genauer gesagt. Selbstzufrieden, gerne mal arrogant, einigermaßen berechnend und fest entschlossen, sich im Leben nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Nicht von Freunden und schon gar nicht von Frauen. "Und im Alter bist du kinderlos und einsam ...", wird ihm von den Familienverfechtern vorgehalten. Und was entgegnet er? "Das will ich doch hoffen." - vox zeigt nun als Wiederholung die Komödie "About a Boy" aus dem Jahr 2002 mit Hugh Grant in der Hauptrolle, die mehr als zwei Millionen Zuschauer in die Kinos lockte.
Anzeige
Nick Hornby ist einer der populärsten Autoren unserer Zeit. Er erzählt ehrliche und einfache Geschichten, in deren Mittelpunkt Männer stehen, deren Leidenschaften ihre Leiden schaffen, die sie aber gerne ertragen. In "Fever Pitch" erklärte sich ein Fußball-Fan. In "High Fidelity" befindet sich ein Musikliebhaber im ewigen Kampf mit dem weiblichen Geschlecht. Beide Bücher wurden in den 90-ern sehr britisch verfilmt - in beiden Fällen gelang es perfekt. Dann, 1998, kam "About a Boy" auf den Markt - erneut ein Beststeller. Paul und Chris Weitz wurden mit der filmischen Umsetzung betraut, führten Regie und schrieben mit Peter Hedges das Drehbuch.
Dass Hugh Grant mit der Hauptrolle bedacht wurde, dürfte Hornby-Fans zunächst in Angst und Schrecken versetzt haben. Aber: kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil. Der Schauspieler hat hier die Rolle seines Lebens gefunden, weil er sie schlicht verstanden hat. "Jede gute Komödie basiert letztlich auf Traurigkeit. In diesem Film gibt es sehr viel Traurigkeit. Und in einer Komödie versucht man, sich gegen diese Traurigkeit aufzulehnen." Die Worte Hugh Grants treffen den Kern punktgenau, ebenso präzise ist sein Spiel. Und nicht anders wählte der Darsteller, inzwischen 46 Jahre, seine späteren Projekte aus.
In "About a Boy" gibt er jenen Will, einen egozentrischen und vom Leben verwöhnten Typ, der noch nie arbeiten musste, weil er vom Geld lebt, das sein Vater als Komponist verdient hat. Er lässt sich treiben, genießt Spielshows im Fernsehen und die eine oder andere Liaison mit dem weiblichen Geschlecht. Mit zunehmendem Alter reift in ihm die Erkenntnis, dass allein erziehende Mütter ein lohnendes Ziel sind. Auf Umwegen gerät er so an den zwölfjährigen Marcus (Nicolas Hoult) und weckt dessen Neugier. Anfänglich wehrt sich Will gegen dessen zunehmende Präsenz, doch schließlich wird der Junge für ihn zu einer Art Tür zur realen Welt, vor der sich Will bisher nur allzu gerne verborgen hat.
"About a Boy" ist keine Moralpredigt, keine Geschichte eines sich zum Gutmenschen wandelnden Eigenbrötlers. Vielmehr nähern sich die beiden Hauptfiguren einigermaßen mühsam einander an. Dass der Film im Vergleich zum Buch etwas gewollt ein rührendes Ende herbeiführt, mag als Zugeständnis an die Anforderungen des populären Kinos verstanden werden, ist aber dennoch ein bisschen schade. Ebenso verzichtet wurde auf die im Buch stark ausgeprägten Einflüsse der Grunge-Ära mit ihrem Idol Kurt Cobain, der für seine Fans in einem Lied unter anderem "About a Girl" schluchzte.
Kai-Oliver Derks
Das Angebot, die Patenschaft für das Baby eines befreundeten Paares zu übernehmen, schlägt Will (Hugh Grant) mit offenen Worten aus: "Wahrscheinlich würde ich sie in 18 Jahren flachlegen." (vox)
Selbsthilfegruppen für allein erziehende Mütter und Väter sind genau der richtige Ort, um auf einsame Frauen zu treffen. Aber dann lernt Herzensbrecher Will (Hugh Grant) den ungewöhnlichen Jungen Marcus (Nicholas Hoult) kennen. (vox)
Eine Mundharmonika ist bei einem Schulkonzert nicht der wirkliche Brüller. Kurzerhand steht Will (Hugh Grant) seinem kleinen Freund Marcus (Nicholas Hoult) mit elektrischer Gitarre zur Seite. (vox)
Man ist gewohnt, Kathy Bates in üppigen Toiletten auf Happenings der High Society des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu sehen, etwa in Filmen wie „Chéri“ oder „Titanic“. Was jedoch die Charakterschauspielerin ...
Nein, neu ist die Idee von „Orphan“ nicht: Ein Kind verkörpert das absolut Böse. Und auch bei der Inszenierung trifft man manchmal auf wohlbekannte Motive und fühlt sich durchaus an Damien aus „Das Omen“ ...
„Illuminati“, die Verfilmung von Ron Howards Bestseller, wurde ziemlich geradlinig und ideenarm inszeniert. Wie im Roman dreht sich alles um die einzige Frage: „Wer war es?“ Der geht, nein, rennt Tom Hanks ...
Selten haben in Hollywood schrill klingelnde Telefone etwas Gutes zu bedeuten. Von Hitchcocks "Bei Anruf Mord" (1954) über den Teen-Horror-Streifen "Scream" (1996) bis zum US-Thriller "Unbekannte Anrufer" ...
Hannibal Lecter, "Jigsaw" ("Saw") und der teuflische Psychopath aus "Sieben" zählen zu den schlimmsten Serienkillern der jüngeren Filmgeschichte. Ein weiterer wird in solchen Auflistungen gerne übergangen: ...
Kein schöner Abend für Denzel Washington: Zuerst sucht ihn um 20.15 Uhr "Der Knochenjäger" heim. Um 22.25 Uhr legt ProSieben dann nach und hetzt dem 54-Jährigen den "Dämon" auf den Hals. In dem Okkult-Thriller ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream