Ricky Bobby - König der Rennfahrer
Will Ferrell rast mit Vollgas übers Ziel hinaus, fährt potenzielle Gags über den Haufen und reißt Sacha Baron Cohen mit. Und wie beim NASCAR steht vermutlich die Menge johlend am Rand.
V:Sony Pictures, USA 2006, R: Adam McKay, D: Will Ferrell, John C. Reilly, Sacha Baron Cohen u.a.
Mit Vollgas und angezogener Bremse
(tsch) "Never change a winning team", heißt es. Und warum hätten Will Ferrell und Adam McKay nicht versuchen sollen, mit einer Action-Komödie auf NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing)-Gelände an ihren (zumindest in den USA) großen Erfolg von "Der Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy" (2004) anzuknüpfen? Nun - vielleicht, weil die Story in mehrerlei Hinsicht an die Komödie erinnert und damit auch gleich die Diskrepanzen aufzeigt. Doch mit Sacha Baron Cohen alias Ali G. haben Hauptdarsteller und Regisseur, die auch gemeinsam das Drehbuch schrieben, noch einen Winner dazu geholt, der gerade einen guten Lauf hat. Typische Ferrell-Gags und verdichtete NASCAR-Atmosphäre werden in ihrer Rasanz ihre Fangemeinde finden.
Anzeige
Der Grundstein zur außerordentlichen Persönlichkeit von Ricky Bobby wird schon in der Kindheit gelegt: "Ich will Gas geben", sagt der Junge bloß. Und sein geschwindigkeitsberauschter Vater traumatisiert ihn fürs Leben mit dem Spruch: "Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte." Deshalb muss der große Ricky auf einem mitunter schmerzvollen Weg (umso erheiternder für die Zuschauer) erst mal lernen, damit klar zu kommen, dass ihn jemand überholt: Als ein schwuler französischer Ex-Formel-Eins-Meister (Sacha Baron Cohen alias Ali G. als Jean Girard) sich der Pole Position bemächtigt, endet Rickys Karriere vorerst mit einem großen Crash. Nachdem sein bester Freund (John C. Reilly als Cal) ihn sowohl im Rennstall als auch bei der eigenen Ehefrau abgehängt hat, muss Ricky viele Runden zum Comeback drehen.Er ist kein Denker - Er ist ein Fahrer. Unter dieser Prämisse rast Will Ferrell in seiner Paraderolle als sympathischer Trottel durch diese Parodie der NASCAR-Szene. Für den wandlungsfähigen Sacha Baron Cohen ist der Film die Gelegenheit, das Publikum schon einmal auf seine bizarre Improkomödie "Borat" (Start: 2.11.) einzustimmen: vom schwulen Franzosen zum ambitionierten Kasachen. Obwohl der Wettkampf der beiden Komiker Cohen gegen Ferrell einiges Potenzial hat, geht der eigenwilligen Adaption des Rennfahrer-Klassikers "Tage des Donners" schon früh der Sprit aus ("Hilf mir, Jesus! Hilf mir, Tom Cruise!"). Es quietscht und qualmt zwar gewaltig, doch so richtig in Fahrt kommt die Gag-Parade nicht.
Petra Fürst
|
|
 |
| Wer nicht der Erste ist, ist der Letzte: Nach diesem Motto rast Ricky Bobby (Will Ferrell) durchs Leben. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH) |
 |
| Bis der homosexuelle Franzose Jean Girard (Sacha Baron Cohen, rechts) auftauchte, war Ricky Bobby (Will Ferrell) der Star im Rennstall. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH) |
 |
| Ricky Bobby (Will Ferrell, rechts) hat in Cal Naughton, Jr. (John C. Reilly) einen treuen Kumpel aus Kindertagen - bis der auch mal der Erste sein will. (2006 Sony Pictures Releasing GmbH) |
|