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Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt

Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt

(tsch) Noch größer. Noch viel größer. Die Vorschusslorbeeren, mit denen die Verantwortlichen selbst den dritten Teil der "Pirates of the Cabibbean"-Saga versehen haben, weckten bei all jenen, die das Kino vor allem als Ort der Unterhaltung verstehen, die Vorfreude auf die wahrscheinlich größte Tüte Popcorn aller Zeiten. Es durfte mit Spannung erwartet werden, ob "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" die hohen Erwartungen wird erfüllen können. Und tatsächlich. Teil drei der Piraten-Reihe wurde groß. Größer. Jedenfalls, die letzten 45 Minuten von ihm.

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Der zweite Film, der mit einem Einspielergebnis von gut 1,1 Milliarden Dollar inzwischen hinter "Titanic" der zweiterfolgreichste Film aller Zeiten ist, war sicher nicht besser als der erste. Die Story war mehr als dünn, die Dramaturgie lieferte eine Vielzahl von lästigen Pausen. Aber: "Fluch der Karibik 2" (2006) war spektakulärer, aufwändiger, pompöser als sein Vorgänger (2003). Und nun soll die Reise ans "Ende der Welt" noch einen draufsetzen, versprach der Produzent Jerry Bruckheimer.

Tatsächlich läuft, Fans wussten das bereits, alles auf eine finale Schlacht hin, die das Piratenkino - was Wunder, es gab es ja bis "Fluch der Karibik" nicht mehr, so noch nicht gesehen hat. Hoch oben auf den Rahen eines Schiffes duelliert sich Jack Sparrow (Johnny Depp) inmitten eines tobenden Sturms mit dem ewigen Widersacher Davy Jones (Bill Nighy). Und unten tobt der Krieg zwischen Gut und Böse, also zwischen Piraten und dem unanständigen Establishment. Zu diesem Zeitpunkt hat "Piraten der Karibik 3" bereits gut zwei Stunden Spielzeit hinter sich und die Nerven der Zuschauer bisweilen über Gebühr strapaziert.

Stimmte das Timing, also der Wechsel zwischen Action und Dialog, bei den Vorgängern noch, geht dem dritten Film nun ab und an schon die Luft aus. Es wird geredet, viel geredet. Über all die Mythen und Rätsel, die in den beiden ersten Produktionen in den Raum gestellt wurden. Über Silbermünzen, über heidnische Götter, über schlagende Herzen, verdammte Väter und aller Pflichten und Schuldigkeiten. Und über die Liebe, immer wieder die Liebe, die eine dominante Rolle einnimmt.

Am Ende von Teil zwei kehrte Captain Barbossa (Geoffrey Rush) zurück. Mit ihm verbünden sich nun Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley). Ziel: die Rettung von Jack Sparrow. Es entsteht eine Art Road-Movie über die Weltmeere, die unter anderem durchs Eis führt. In Singapur treffen Will und Elizabeth zunächst auf den chinesischen Piratenfürsten Sao Feng (Chow Yun-Fat). Es werden weitere seines Schlages folgen - neun sind es insgesamt, die beschließen müssen, wie es nun weitergeht mit dem Schicksal der Freibeuter in aller Welt. Soll man sich der vermeintlichen Übermacht der Kontrahenten stellen? Der East India Company unter der Führung von Lord Cutler Beckett (Tom Hollander) scheint zu allem entschlossen. Nun, man soll. Natürlich.

Überraschendes geschieht wenig in diesem spektakulären Effektfeuerwerk, das seine eigentlichen Höhepunkte aber weniger in den aufwändigen Schlachten als vielmehr in ein paar wirklich fantasievollen Szenen mit Johnny Depp hat. Denn bei ihm vermengt sich zunächst Wahn und Wirklichkeit. Will und Elizabeth sowie der Rest der Crew finden ihn in einer Art Wüste, wo Jack Sparrow in einer wunderbar mutigen Szene nicht mehr alleine ist, sondern von unzähligen digitalern Abbildern seiner Person umgeben ist.

Dann werden Steine auftauchen, die sich in Krebse verwandeln. Sein Schiff wird über den Wüstensand getragen und eine Menge weiterer wunderlicher Dinge geschieht, allesamt eher im Stile eines forschen finnischen Experimentalfilms inszeniert denn eines potenziellen Blockbusters. Die Kamera - eine halbe Minute nur auf eine Nase gerichtet, die ab und an zu schnüffeln beginnt. Respekt, Gore Verbinski! In der Person Jack Sparrows lebte der Regisseur ein paar Visionen unterstützt durch eine kreative Kameraführung von Dariusz Wolski aus, mit denen man nicht gerechnet hätte. Eine hübsche Idee, die leider im Verlauf des Films dann doch wieder etwas verloren geht. Immerhin: Das Warten auf Keith Richards lohnt sich. Ihm wurde in der Rolle von Jack Sparrows Vater eine zwar unnötige, aber feine Szene geschenkt.

Gerne wird von mürrischen Kritikern Hollywood-Filmen vorgeworfen, sie seien schlicht zu lang. Oft stimmt das nicht. Hier aber schon. 168 Minuten Spielzeit trägt die Handlung, die sich ein ums andere Mal in allerlei Nichtigkeiten verliert, keineswegs. Immerhin: Keira Knitghtleys Rolle wird in dieser Zeit deutlich aufgewertet, und Geoffrey Rush darf sich über eine Vielzahl höchst dankbarer Szenen freuen. Doch der etwas wirre Storyverlauf mit einigen kuriosen Zeit- und Ortswechseln verstört eher, als dass er dem Film zuträglich ist.

Eine weitere Fortsetzung mit allen Hauptfiguren wird derzeit von den Beteiligten ausgeschlossen. Aber wenn "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" wiederum die Milliardenmarke weltweit knacken sollte, wird man sich wohl neu hinterfragen. Doch die Liebesgeschichte von Elizabeth und Will wurde zu einem, übrigens sehr annehmbaren, Ende gebracht. Wirklich neugierig wäre man nur, wie es mit diesem Jack Sparrow weitergeht, der zweifellos Kinogeschichte geschrieben hat. Vielleicht sollte man ihn, auf seinem Schiff nur von sich selbst umgeben, einfach mal 90 Minuten aufs ruhende Meer verfrachten. Dann drücke man ihm einfach ein paar Steine in die Hand. Johnny Depp für große Unterhaltung daraus machen ...

Kai-Oliver Derks

Credits:
V:Buena Vista, USA 2007, R: Gore Verbinski, D: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley u.a.

Laufzeit: 169 Min.

Kinostart:
24. Mai 2007


Zurück in den Kinos, begleitet von großen Erwartungen: Captain Barbossa (Geoffrey Rush, links), Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Captain Jack Sparrow (Johnny Depp).
Zurück in den Kinos, begleitet von großen Erwartungen: Captain Barbossa (Geoffrey Rush, links), Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Captain Jack Sparrow (Johnny Depp). (Disney Enterprises, Inc.)

Elizabeth (Keira Knightley) und Jack (Johnny Depp) erleben ihr drittes und letztes Abenteuer.
Elizabeth (Keira Knightley) und Jack (Johnny Depp) erleben ihr drittes und letztes Abenteuer. (Disney Enterprises, Inc.)

Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Captain Barbossa (Geoffrey Rush) kehren auf die Leinwand zurück.
Elizabeth Swann (Keira Knightley) und Captain Barbossa (Geoffrey Rush) kehren auf die Leinwand zurück. (Disney Enterprises, Inc.)

Datum: 21.05.2007

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Diskussion: "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt"

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