Tommy Stinson Lieben & Lassen, (Catch & Release) OST
Anzeige
"'Catch And Release' ist grässlich", bringt es der US-Kritiker David N. Butterworth auf den Punkt. "Eine kitschige Romanze, null Lacher und eine fragwürdige Haltung - die besten zehn Minuten des Films waren die in der Mitte, wo ich aufs Klo musste". Tatsächlich mutet die Geschichte der romantischen Dramödie in etwa so spannend an, wie der Soundtrack dazu auch klingt: fad.
Grays ("Alias" Jennifer Garner) Verlobter Grady verstirbt überraschend bei einem Bootunfall. In dieser schlimmen Zeit richten vor allem Gradys Kumpels die leidende Gray wieder auf - Sam, Dennis und der böse Playboy Fritz, mit dem sie sich einst übel zerstritten hatte und den sie nicht ausstehen kann. Diese Freunde entdecken mit ihr ein Geheimnis Gradys: Der Fiesling hatte eine vierjährige Tochter mit Maureen (Juliette Lewis). Dieses Schwein! Sofort ist Gray gar nicht mehr verliebt, sondern sie verknallt sich in das andere Schwein Fritz. Überhaupt "findet sich keine einzige sympathische Figur" in dem Film, wie oben erwähnter Kritiker bestätigt, nicht Gray, nicht die Schwiegermutter in spe, nicht Fritz.
Auch der Soundtrack ist so windig und nichtssagend, wie man es sich zu diesem Film vorstellt. Das sanfte, fahrstuhltaugliche Gitarrengeplänkel stammt vom - nun - Programmierer BT, dessen Trance-Kompositionen (Ima, ESCM) schon in den 90-ern langweilten, im neuen Jahrtausend allerdings einen Hauch intelligenter und spannender wurden. Zweiter im havarierenden Boot ist der Bassist und Gitarrist Tommy Stinson (war bei den Bands The Replacements, Guns 'n' Roses, Tourmusiker bei Soul Asylum und Gründer von Perfect). Hin und wieder geht der Americana-Gaul mit Stinson durch ("Massage Montage", "Mr. Yummy", "Farmer's Market"), und das sind noch die witzigsten Parts des Scores. Ansonsten dominieren Weichspüler-Werbungs-Klänge, Shampoo-Reminiszenzen und effekthascherische Schmalznudeleien auf der Ricky-King-magischen-Gitarre, es ist ein wahrer Graus und eine echte Zumutung. Rundablage!