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Paradise Lost - In Requiem

Paradise Lost In Requiem

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Oha! Der erste Eindruck, den dieses Album macht, ist ein heftiger: Nick Holmes klingt jetzt wie James Hetfield, und Paradise Lost machen auf Metallica - aber in ihren besten Jahren. Der Opener "Never For The Damned" hätte ohne Weiteres 1989 auf " ... And Justice For All" erscheinen können - als dunkelster Metallica-Song aller Zeiten. Im Folgenden kehrt Holmes zwar dann wieder ein Stück zurück zu seinen ureigenen Tugenden, spuckt die Vocals nicht mehr so aggressiv heraus, sondern singt überwiegend, wie man es von ihm gewohnt ist: klar ausformuliert, getragen, pathetisch. Dennoch bleibt "In Requiem" ein dunkles, schweres, extrem rifflastiges, kurzum: herrlich anachronistisches Stück Düster-Metal.

Nick Holmes und die Seinen mussten in den vergangenen Jahren ja immer wieder Kritik einstecken. Zu poppig und zu kommerziell seien sie geworden, schmipften viele, und sogar mancher treue Fan aus alten Tagen nörgelte angesichts der letzten Alben "Host" (1999), "Believe In Nothing" (2001), "Symbol Of Life" (2002) und "Paradise Lost" (2005), dass er sich dann schon lieber HIM oder The 69 Eyes anhört als die alten Briten. Kein Vergleich mehr zur Kraft von damals ... Anfang / Mitte der 90-er, als Paradise Lost als Pioniere mit Alben wie "Gothic" (1990) und vor allem "Icon" (1993) mal ganz locker monumentale Brücken zwischen Gothic, Metal und Dark Wave errichteten, da war die Welt noch in Ordnung. Zumindest aus Sicht jener Nörgler. Und heute? Heute rocken Paradise Lost wieder. Die Songs auf "In Requim" sind praktisch keyboardfreie Zone, zeichen sich durch eine härtere Machart aus, und in den größten Momenten wird der eine oder andere Vergraulte sicher mit einer Rückkehr zu den alten Helden liebäugeln. Das giftige "The Enemy" ist so ein Kracher, aber auch die getragene, hymnisch-dunkle Melodie von "Unreachable" ist für die Goth-Rock-Ewigkeit gemacht. Das sensationelle "Fallen Children" stellt mit seiner treibenden Wucht den trainiertesten Headbanger vor eine körperliche Herausforderung, während "Beneath Black Skies" die schwarze Verve der Sisters of Mercy so gut transportiert wie diese es selbst seit über 15 Jahren nicht mehr geschafft haben.

"In Requiem" ist keine Gratwanderung mehr, sondern ein klares, perfekt ausproduziertes Bekenntnis zum harten Rock, zum Riff-Metal, zu den guten, alten Tagen! Ein Paradise-Lost-Album, das nach langer Durststrecke an große Werke wie "Shades Of God", "Icon" oder "Draconian Times" anknüpft.

Frank Rauscher


Datum: 23.05.2007

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