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Wir sind Helden - Soundso

Wir sind Helden Soundso

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Erwachsene, hergehört. Ihr seid gemeint. Mit ihrem neuen Album "Soundso" machen Wir sind Helden deutlicher als bisher klar, an wen sie ihre Musik richten. Das hier ist, auch wenn es an manchen Stellen so klingt, kein Teenie-Pop. Die Distanz zu allen weiteren erfolgreichen Vertretern dieser deutschen Pop-Welle, wie zum Beispiel Juli oder Silbermond, ist größer geworden. Musikalisch, aber auch inhaltlich. Daran ändern auch überschaubar schlaue Sätze wie: "Dein Haustier ist froh, weil es weiß, Du bist soundso" nichts.

Es ist das dritte Album der Helden, und es ist kein einfaches. Krude Ton-Experimente wie im Auftaktsong "Ode (An die Zeit)" oder im zähen "Hände hoch" gibt es ebenso wie zahllose verklausulierte Textstellen. Wir sind Helden sind schwierig geworden, vielleicht sogar unbequem. Die streitbare Singleauskopplung "Endlich ein Grund zur Panik" ist ein gutes Beispiel dafür. Ein hektisches Lied. Kein Ohrwurm, wie es zu Beginn der Helden-Karriere noch "Wir müssen nur wollen" oder "Aurelie" gewesen waren. Dazu ein Video im B-Movie-Stil, das ebenso aufwändig ist wie, darf man's sagen, arrogant. Die Band rückt sich selbst in den Mittelpunkt, hat an Selbstbewusstsein gewonnen und positioniert sich mit ihrem neuen Album recht deutlich jenseits des Kommerz-Pops.

Was nicht bedeuten soll, dass "Soundso" nicht auch eingängige Lieder beinhaltet. Und das sind nicht die schlechtesten. Der schlicht "Kaputt" betitelte Song zum Beispiel thematisiert mit musikalischer Leichtigkeit auf hochintelligente Weise das Schicksal von Kindern aus kaputten Familienverhältnissen. Ein überfälliges, weil eben seit Jahren brandaktuelles Thema. Ebenfalls discotauglich: "Labyrinth", ein hübsches Pop-Liedchen übers Verlaufen im Leben. Aber Wir sind Helden muten ihren Fans eben auch ein Lied wie "Stiller" zu, dessen Refrain "Ich bin nicht stiller" sich eben nur mit Max Frisch erschließt. Mit dem Wissen, dass Stiller eben doch Stiller ist. Es ist der schönste, der beste, der herausragende Track auf dieser CD, die erst viel voraussetzt, dem willigen Hörer dann aber auch einiges zu bieten in der Lage ist.

Judith Holofernes, Sängerin und Kopf der Band, ist zwischen dem letzten Album "Von hier an blind" (2005) und diesem hier Mutter geworden. Eine Tatsache, die TV-Moderatoren wie zum Beispiel Harald Schmidt, aber auch die Presse aus eigentlich kaum nachvollziehbaren Gründen nun permanent zum Thema macht. Auf der CD wiederum ist es eigentlich ohne Belang. Nur ist's eben einfacher, darüber zu reden als über die bisweilen komplex-verquasten Songtexte von ein paar Helden, die sich nun, jedenfalls bisweilen, auch wie solche benehmen. "Soundso" - Ein Schritt vor? Ein Schritt zurück? Weder noch. Es ist wohl einer zur Seite ...

Kai-Oliver Derks


Datum: 26.05.2007

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