(tsch) Es hat seine Gründe, warum manche Actionfilme überleben und andere nicht. Ausschlaggebend für den dauerhaften Erfolg auf DVD und im TV sind dabei keineswegs Explosionen, Spezialeffekte oder Verfolgungsjagden. Um Kultcharakter zu erlangen, bedarf es vielmehr einer Kernfigur im Mittelpunkt des Films, die nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Einige Beispiele gibt es: John Rambo, Snake Plissken und eben auch John McClane - jene misslaunige Mixtur aus Held und Jedermann, der stets mehr oder minder zufällig an üble Terroristen gerät. ProSieben wiederholt nun "Die Hard", den ersten Teil aus dem Jahr 1988, der für den deutschen Markt den unsinnigen Titel "Stirb langsam" erhielt.
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Noch hanebüchener ist da eigentlich nur der Name des inzwischen vierten Teils, der am 27. Juni gleichzeitig in die deutschen und die amerikanischen Kinos kommt (Regie diesmal: Len Wiseman): "Stirb langsam 4.0". McClane hat es hier mit einer Terror-Organisation zu tun, die in den USA alle Versorgungsleitungen kappen möchte: Gas, Wasser, Strom. Ein erster Blick auf den Trailer weckte große Erwartungen bei den Fans. Und macht Hoffnung auf einen echten Helden mit 80er-Jahre-Charme. O-Ton McClane: "Vorsicht, Wixer. Das Letzte, was du willst, ist mich zu provozieren."
"Endlich: der Actionfilm für Leute, die eigentlich keine Actionfilme mögen", urteilten 1988 die Kritiker über McTiernans bis dahin spektakulärste Arbeit. Wie wahr: "Stirb langsam" gehört zu den aufregendsten und perfektesten Reißern der 80-er und setzte technisch wie auch dramaturgisch neue Maßstäbe. Im Mittelpunkt: Bruce Willis.
Er spielt den New Yorker Polizisten John McClane, der eigentlich nur mit seiner Frau in L.A. ein gesegnetes Weihnachtsfest verbringen wollte. Doch das Hochhaus, in dem Holly (Bonnie Bedelia) arbeitet, gerät in die Hand von Terroristen. Die ungeladenen Gäste verwandeln den Wolkenkratzer innerhalb von wenigen Minuten in eine uneinnehmbare Festung. Allerdings steckt ein Fehler im perfekt geplanten Coup: ein Cop, den keiner auf der Rechnung hatte - John McClane. Schritt für Schritt beginnt er, die Gegner zu vernichten, die zu allem Überfluss auch seine Frau in der Hand haben.
"Die Hard" ist eine Mischung aus Katastrophenfilm, Actionthriller und beängstigender Vision. Das Hochhaus als Handlungsort erwies sich als Glücksgriff. Schnell fühlt sich der Betrachter gefangen in den dunklen, bedrohlichen Mauern des Betonklotzes. Mehr als zwei Stunden erlebt er ein Gefühl der Beklemmung, das auch nach dem erlösenden Showdown noch anhält. Übrigens: Den Faktor Humor, der auch im vierten Teil eine nicht unwesentliche Rolle spielen soll, gab es zum Auftakt 1988 noch kaum.
Kai-Oliver Derks
Um ein gemeinsames Weihnachtsfest erleben zu können, reist der New Yorker Polizist John McClane (Bruce Willis) nach Los Angeles zu seiner Frau - zum Feiern kommen sie jedoch nicht. (ProSieben / 20th Century Fox)
Führen plötzlich alles andere als eine harmonische Ehe: John McClane (Bruce Willis) und seine Frau Holly (Bonnie Bedelia). (ProSieben / 20th Century Fox)
Der deutsche Terrorist Hans Gruber (Alan Rickman) bringt den Takagi-Tower in seine Gewalt. Sein Ziel: 640 Millionen Dollar, die im Tresor des Gebäudes liegen. (ProSieben / 20th Century Fox)
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