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Ocean's 13
Ocean's Thirteen(tsch) Passend zum Casino-Fieber in Deutschland kommt "Ocean's Thirteen" nun gerade rechtzeitig ins Kino. Wurde im letzten James-Bond-Film noch fleißig gepokert, lotet die neue Edel-Gangster-Komödie von Steven Soderbergh aus der "Ocean's"-Serie das ganze Spektrum des Glücksspiels aus. Danny Ocean und seine Männer kehren nach Las Vegas zurück. Und an diesem Ort, an dem man über Nacht zum Millionär ebenso wie zum Bettler werden kann, haben sie eine ganz persönliche Mission zu erfüllen. Anzeige Einmal die Bank sprengen, davon träumen die meisten Spieler im Casino. In "Ocean's Thirteen" steckt hinter dem ultimativen Zockerstreich jedoch mehr. Die "Bank" hat ein Gesicht und sorgt als der neue Erzfeind von Danny Ocean (George Clooney) für eine prickelnde Herausforderung. Der großartige und hier etwas unterforderte Al Pacino verkörpert den größenwahnsinnigen Casino-Mogul Willy Bank mit perfektem Pokerface. Sein neues, superschickes Spieletablissement für Kunden, die auch mal siebenstellig setzen, soll alles bisher Dagewesene in Las Vegas überstrahlen. Bei Willy Bank wollen die Oceans jedoch nicht nur die Casinogäste alles Bare an den Spieltischen abräumen lassen, sondern ihm auch noch die Hosen ausziehen, sprich ihm seine Reputation und seinen geliebten Hotel-Award aus Diamanten rauben. Das Neue am dritten Abenteuer (nach 2001 und 2004): Bei diesem Coup geht es nicht um persönliche Bereicherung, sondern um Freundschaft und Rache. Rund um einen Superbösewicht wie Willy Bank fällt es nicht schwer, eine simple schwarz-weiße Geschichte zu stricken, bei der trotz krimineller Handlungen alle Sympathien Ocean und seinen einfallsreichen Mitstreitern gehören. Vorwürfe wie bei "Ocean's Twelve" - der Film galt als zu kompliziert und selbstverliebt - sind hier nicht zu befürchten. "Ocean's Thirteen" ist eine ebenso einfache wie charmante Komödie, die auf klare Strukturen setzt: Wer mit Willy Bank Geschäfte macht, steht am Ende immer schlecht dar. So fällt auch einer von Ocean's Original-Elf, Dannys Mentor Reuben (Elliott Gould) auf ihn herein und landet ruiniert und verzweifelt im Krankenhaus. Als Danny davon erfährt, trommelt er die anderen zusammen. Ganz Gentleman bietet er Willy Bank noch die Chance an, seinen Fehltritt zu korrigieren. Dieser lacht ihm ins Gesicht und besiegelt damit sein Schicksal. Gezinkte Karten, ein Ass im Ärmel - das war einmal. Wer im digitalen Zeitalter das Prinzip "Die Bank gewinnt immer" außer Kraft setzen will, muss adäquate Waffen wie einen Millionen teuren Superbohrer auffahren. Die Manipulation an den Spieltischen beginnt schon weit früher wie bei der Herstellung der Würfel in der Fabrik in Mexiko. Der Großangriff am Tag der Eröffnung sowie die Vorbereitungen finden auf vielen Ebenen statt, immer passiert etwas. Neben technischen Tricks spielt auch die menschliche Komponente eine Rolle. Da gibt es einen falschen Hotelkritiker, der umworben wird, während der echte einen Hotelalbtraum erlebt. Oder die knallharte Hotelmanagerin und Vertraute von Bank (wie frisch geliftet: Ellen Barkin), die dank einer Prise Pheromone in den Händen von Linus (Matt Damon) in einer albernen Szene dahinschmilzt. Missgeschicke beim großen Coup, die Improvisationen in letzter Minute erfordern, sorgen für zusätzliche Spannung. Als Zugeständnis an die Fans der "Ocean's" Filme, bekam auch der alte Gegenspieler der Bande, Andy Garcia, wieder einen Part. Er steht diesmal mit seiner Finanz-Power auf Dannys Seite, denn ein guter Plan amüsiert ihn eben. Insiderscherze und einige heitere Anspielungen halten den in weiten Teilen vorhersehbaren Plot lebendig. Dabei bleibt nur wenig Raum für wirklich emotionale Momente, etwa wenn dem alten Las Vegas nachgetrauert wird. Steven Soderberghs Bilder wirken glatt und rundum perfekt wie Brad Pitts und George Clooneys Gesichter und ebenso stilsicher wie ihre Anzüge. Die beiden Hauptdarsteller feiern und ironisieren sich und ihr Privatleben zur Freude des Publikums in dem unverbindlich unterhaltsamen Starvehikel aufs Beste. Leichte amerikanische Unterhaltung also, die vor allem dank der namhaften Besetzung international ein großer Erfolg werden dürfte. Diemuth Schmidt |
Credits: Laufzeit: 122 Min. Kinostart:07. Juni 2007 |
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