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Revolverheld - Chaostheorie

Revolverheld Chaostheorie

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Entweder hatten Revolverheld wirklich keine Schwierigkeiten, das berühmt berüchtigte zweite Album zu stemmen, oder die fünf Musiker konnten es einfach nur gut überspielen. Denn "Chaostheorie" bietet ein weiteres Mal erfrischenden Rock, der zwar Ecken und Kanten aufweist, jedoch niemals anstrengt. Die Markenzeichen, markante und satte Gitarren, gepaart mit Johannes Strates prägnanter Stimme, sind auch auf dem neuen Album tonangebend.

Das Konzept ging auf: Um sich den Erfolgsdruck beim ­Zweitling zu nehmen, schrieben Revolverheld beständig im letzten Jahr auch während des Tourens an neuem Material. So konnte keine Panik aufkommen, vieles in den Papierkorb wandern und einiges zu neuen hitverdächtigen Songs ausgearbeitet werden. "Chaostherorie" merkt man diese beständige Arbeitsweise vom ersten bis zum letzten Track an.

Zwar sind sie noch genauso laut, gefallen sich auch weiterhin ab und an in der Revoluzzer-Rolle, doch der Sound klingt ausgefeilter, erwachsener. In "Nichts bereuen" ziehen sie über die rasante Entwicklung der letzten zwei Jahre Bilanz. Ein wenig scheinen sie sich für den Erfolg rechtfertigen zu wollen: "Wir tun alles, was wir lieben, niemand hindert uns daran." Noch immer sind sie auf der Suche nach ihrem Platz in der deutschen Musiklandschaft. Mit "Superstars" und "Hallo Welt" greifen sie unverhohlen die Mechanismen des Casting-Karussells an. Dabei wären solche heftigen Tritte nach unten gar nicht nötig gewesen. Die gehörige Portion Rotzigkeit, mit der Revolverheld das alltägliche Leben aufs Korn nehmen, der Mix aus gefühlvollen Texten und konsequenten Rockgitarren, hebt sie vom Musikereinheitsbrei deutlich ab.

Für Kitsch haben Strate und Co. nichts übrig. Selbst bei den Balladen "Unzertrennlich" und "Längst verloren" kommt immer zum richtigen Zeitpunkt genügend Schlagzeug-Power durch. Krokodilstränen werden hier keine vergossen. Starke Refrains zeugen davon, dass von der nächsten "Generation Rock", wie sie sich einst nannten, noch einiges zu erwarten ist. Den Mut zu leiseren Tönen und mehr Emotionen werden Revolverheld ganz von alleine entwickeln - dann, wenn sie ihre Stellung unter den Deutschrockern gefunden und nichts mehr zu beweisen haben.

Julia Köhler


Datum: 08.06.2007

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