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Laith Al-Deen

"Mir geht es gut!"

Sänger Laith Al-Deen

(tsch) "Wie sehr ist diese Musik noch am Puls der Zeit?", fragte sich Laith Al-Deen vor der Veröffentlichung seines neuen Albums "Die Liebe zum Detail". Denn nach beinahe zwei Jahren Pause legt der 35-Jährige damit eine Sammlung von Songs vor, die stark an seine eigenen Anfänge erinnern. "Bei der Single hatte ich selbst das Gefühl, so etwas habe ich im Radio lange nicht mehr gehört." Jegliche Bedenken erwiesen sich als unbegründet, denn mit Platz 16 gelang dem Mannheimer mit dem Ohrwurm "Keine wie du" der höchste Charteinstieg, den er bisher landen konnte. Außerdem ist der sympathische Sänger schwer verliebt und will demnächst sogar heiraten. "Ich erzähle das natürlich auch wahnsinnig gerne: Mir geht es gut!" Das war in den letzten beiden Jahren nämlich nicht immer so ...

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­teleschau: Herr Al-Deen, warum legten Sie vor diesem Album eine längere Pause ein?

Laith Al-Deen: Das geschah nicht ganz freiwillig. Ich glaube, der korrekte Ausdruck dafür lautet Burn-out. Das Schlimme an so etwas ist, dass man es selbst nicht merkt. Aber auf einmal fragten mich enge Freunde, was denn mit mir los sei - ich würde so glanzlos erscheinen, und ob ich überhaupt noch Spaß hätte an der Musik. Das fragte ich mich auch und stellte fest, dass ich keinen Spaß mehr hatte. Ich wollte das ganze Umfeld dann für eine Weile nicht mehr sehen. Ich musste auf andere Gedanken kommen. Das war definitiv notwendig - wie eine Notbremse.

teleschau: Wie lenkten Sie sich ab?

Al-Deen: Ich hatte sechs Jahre lang diesen Musiker-Alltag gelebt und immer einen ziemlich klaren Plan: Tour, Vorbereitung, Platte. Zunächst wusste ich nichts mit mir anzufangen und saß einfach 'rum. Ich war relativ unzufrieden damit, dass nichts passierte und ich nicht wusste, was ich machen sollte. Letztlich war es dieser Urlaub, in den ich nur zufällig fuhr, um die Frau zu treffen, die ganz vieles veränderte. So kam ich über eine menschliche Geschichte von der Musik mal ganz weg.

teleschau: Musik war also zunächst kein Thema mehr?

Al-Deen: Die Tatsache, dass ich extrem verliebt war und es immer noch bin, verschob viele Prioritäten. Dass ich die Musik an Platz zwei setzte, brachte mich ihr letztlich auch wieder so viel näher. Das ist ein tolles Gefühl: Es ist wieder Leichtigkeit dabei, und es macht sehr viel Spaß.

teleschau: Wer ist die Frau, die das geschafft hat?

Al-Deen: 'Alte Bekannte' klingt total blöd, aber wir kennen uns seit acht Jahren. Es funkte wohl schon das ein oder andere Mal, hatte aber doch nie sein sollen. Nun verliebten wir uns quasi Hals über Kopf. Dass das so einfach und mit Leichtigkeit passierte, wie ich es noch nie erlebt hatte, überzeugte mich davon: So muss es sein. Ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas gibt und ich mal aus einem echten Bedürfnis heraus einen Heiratsantrag machen würde.

teleschau: Man könnte fast von Schicksal sprechen ...

Al-Deen: Sie arbeitete in dem Laden in Mannheim, in dem ich ein Jahr lang Aushilfsjobs erledigte. Dann wanderte sie in die USA aus, und ich war sogar einer der großen Befürworter dieses Plans - um dann drei Jahre später hinzufliegen und sie wieder zurückzuholen! Manchmal habe ich deswegen schon auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

teleschau: Sie war vermutlich immer die Erste, die die neuen Liebeslieder dann zu hören bekam?

Al-Deen: Im Prinzip schon. Es gibt einen Song auf der Platte - "Du" - der entstand so: Ich stieg aus dem Flugzeug, kam nach Hause, setzte mich mit der Gitarre hin, nach einer Stunde war er fertig. Mittlerweile durchlief er natürlich viele Stationen, aber ihr schickte ich ihn noch direkt in dieser Nacht. Für das Album wählte ich aber wenige Lieder, die das Thema direkt ansprechen.

teleschau: Im Gegenteil, es gibt welche, die auch problematische Seiten von Liebe beschreiben - zum Beispiel "Wo Du bist" ...

Al-Deen: Der Song hieß lange "Ohne Dich". Aber ein Song mit diesem Titel muss einfach von Selig sein. "Wo Du bist" erzählt die Geschichte eines Bekannten: Ich hatte noch nie jemanden gesehen, der so getroffen war. Er hatte erfahren, dass er in seiner Ehe schon ganz lange aus dem Rennen war, und wurde quasi über Nacht verlassen - samt seiner Kinder. Er war weder sauer noch verletzt, stand nur mit der größten Resignation vor der Frage: Warum? Diese Geschichten von Verlassenen begegneten mir oft genug. Sie stellen sich alle diese Fragen. So etwas musste einfach ebenfalls auf die Platte. Irgendwann ist's auch mal gut mit Sonnenschein.

teleschau: Ein bisschen Kalkül war also auch mit im Spiel?

Al-Deen: Wir hatten irgendwann 20 Songs, und zwar ausschließlich Liebeslieder. Ein zu großer Teil davon hatte diese positiven Anklänge. Im Rückblick auf die letzten vier Alben, die in Ansätzen immer auch ein klein wenig politisch waren oder das Weltgeschehen zumindest ein Stück weit beleuchteten, dachten wir uns: Das können wir nicht machen auf einem Laith-Al-Deen-Album. Nach zwei Tagen war uns aber allen klar, dass das Quatsch und sehr wohl in Ordnung ist! Ich hatte wohl alle angesteckt mit meiner Stimmung.

teleschau: Ihr Vertrag mit der Produktionsfirma ist mit dieser Platte erfüllt, Sie sind also nun völlig frei ...

Al-Deen: Das ist ein komisches Gefühl. Ich bin gespannt, wie das jetzt wird. Vielleicht ergibt sich bereits etwas daraus, dass ich nun eigentlich vorhabe, mit drei Bläsern und Chor auf Tour zu gehen - also mit klassischer Soul-Band-Besetzung, um das ganze Programm ein wenig umzubauen. Mal sehen, ob es klappt. Ich habe schon Lust, musikalisch neue Sachen auszuprobieren.

teleschau: Also mal einen etwas anderen Laith Al-Deen zeigen?

Al-Deen: Ich habe überhaupt keine Lust auf einen Imagewechsel - darauf stehe ich nicht. Ich mag Leute, die sich neu erfinden: äußerlich, wie Madonna, oder jemand wie Beck, der sich musikalisch dauernd anders definiert. Ich habe für mich nicht den Anspruch, das Laith-Al-Deen-Ding irgendwie komplett herumzudrehen: 'Das ist jetzt alles total cool und riskant, und das rockt ...' Aber ich würde gerne einfach andere Projekte machen. Vielleicht spiele ich ja mal Schlagzeug - das ist eine meiner großen Leidenschaften.

teleschau: Was würden wohl Ihre Fans dazu sagen?

Al-Deen: Mir liegt es fern, Fans vor den Kopf zu stoßen, indem ich sage: 'Das war ich nicht, die ganze Zeit über, das will ich nicht sein.' Wenn, dann würde ich lieber direkt sagen: 'Ich habe jetzt mal Bock, so etwas zu machen. Wenn Ihr's nicht mögt, dann mögt Ihr's leider nicht. Aber ich muss das jetzt tun.' Nun sind alle Möglichkeiten offen. Ich freue mich sehr darauf.

Petra Fürst


Schön, dass er wieder da ist: Laith Al-Deen.
Schön, dass er wieder da ist: Laith Al-Deen. (Sony BMG / Peter Boettcher)

Neues Album: "Irgendwann ist's auch mal gut mit Sonnenschein." Keineswegs hat Laith Al-Deen mit "Die Liebe zum Detail" nur ein rosarotes Gefühl vertont.
Neues Album: "Irgendwann ist's auch mal gut mit Sonnenschein." Keineswegs hat Laith Al-Deen mit "Die Liebe zum Detail" nur ein rosarotes Gefühl vertont. (Sony BMG / Peter Boettcher)

Neue Liebe: Laith Al-Deen hat die große Liebe gefunden, die vieles verändert hat.
Neue Liebe: Laith Al-Deen hat die große Liebe gefunden, die vieles verändert hat. (Sony BMG / Peter Boettcher)

Datum: 16.06.2007

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Artikel ID 186870

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