(tsch) Leonardo DiCaprios Karriere ist mit seiner Rolle in "Titanic" (1997) nahezu explodiert. Junge Mädchen konnten wegen ihm nicht mehr schlafen, die Jugendmagazine druckten seinerzeit Sonderhefte. Nur Leo selbst war über den Hype nicht glücklich. Über den Super-Blockbuster sagte er später, er würde darin nicht noch einmal spielen wollen. Schließlich müsse er seitdem gegen das "Titanic"-Image ankämpfen. was er tatsächlich bis heute tut. Zu spüren ist das bei der Auswahl seiner Filme. Mit Ausnahme von vielleicht "Der Mann in der eisernen Maske" (1997) spielte er in Außenseitermovies ("Don's Plum") oder drehte mit den ganz großen Regisseuren Martin Scorsese ("Departed - Unter Feinden") und Steven Spielberg. "Catch Me If You Can" ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit Spielberg. Das Erste nimmt den ausgezeichneten Thriller von 2002 nun am späteren Abend in sein Programm und versah ihn mit dem Informationsuntertitel "Mein Leben auf der Flucht".
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Mit reichlich Dynamik, doch nie hektisch, erzählt "Catch Me If You Can" die wahre Geschichte von Frank W. Abagnale. Der Hochstapler gab sich im Amerika der 60er-Jahre als Co-Pilot oder Arzt aus und "erarbeitete" und erschwindelte sich mit putzigen Methoden mehr als nur eine Hand voll Dollar. Dabei geht der junge Frank so geschickt und charmant vor, dass Leonardo DiCaprio, der wie er selbst wirkt, als Idealbesetzung zu bezeichnen ist.
Die größte Gefahr für Regisseur Steven Spielberg war es, das verrückte Leben des Halbstarken Abagnale zu absurd und unglaubwürdig darzustellen. Übertreibungen wurden deshalb heruntergespielt und überdies hübsch verpackt, beispielsweise wenn sich der Schelm als Kopilot ausgibt und gefälschte Gehaltsschecks mit den Namen seiner Comic-Helden unterzeichnet. Das macht die Figur sympathisch. Zusätzlich fasziniert die unglaublich schnelle Reaktionszeit des Betrügers, der sich wie ein Chamäleon an neue Gegebenheiten anpasst und so von einem Erfolg zum nächsten eilt.
So ein Aufstieg ruft natürlich Neider auf den Plan. Und das FBI. Trotz aller Sympathie: Der Hochstapler ist ein Krimineller. Und so heftet sich im zweiten Teil des Films Agent Carl Hanratty (Tom Hanks) an Abagnales Fersen. Zwischen den beiden entwickelt sich herrliches Katz- und Maus-Spiel, das der Verfolgte lange für sich entscheiden kann. Doch der Gedanke, alles im Griff zu haben, verführt ihn schließlich zu immer neuem Leichtsinn.
DiCaprio und Hanks sind, obwohl sie auf zwei völlig verschiedenen Seiten stehen und trotz ihres Altersunterschiedes, ein kongeniales Paar. Die "Beziehung" der beiden, die sich im Laufe der Geschichte gar sympathisch werden, faszinierte allein in Deutschland 3,5 Millionen Kinobesucher. Christopher Walken, der Abagnales gescheiterten Vater darstellt, wurde für einen Oscar als "Bester Nebendarsteller" nominiert.
Tom Ruder
Mit Witz und List mogelt sich der Hochstapler Frank (Leonardo DiCaprio) durchs Leben. (ARD / Degeto)
Der 17-jährige Frank (Leonardo DiCaprio) führt ein umschwärmtes Hochstapler-Leben. (ARD / Degeto)
FBI-Agent Hanratty (Tom Hanks, links) erläutert seinen Kollegen, mit welcher Dreistigkeit der gesuchte Hochstapler Frank zu Werke geht. (ARD / Degeto)
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