(tsch) George Clooney hat erstaunlich wenige Actionfilme gedreht. Das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Der 46-Jährige arbeitet längst auch als Produzent und plant akribisch seine Karriere, die wohl ewig dauern soll. Actionstars leiden, das zeigte die jüngere Vergangenheit, in Hollywood unter immer geringer werdenden Halbwertszeiten und werden zudem weniger ernst genommen als früher. Man vergleiche Sylvester Stallone zum Beispiel mit Vin Diesel. In diese Schublade wollte Clooney nie, und so blieb "Project: Peacemaker" (jetzt bei ProSieben) aus dem Jahr 1997 sein einziger echter Actionkracher.
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In der Folge setzte der Schauspieler eher auf intelligente Komödien, jagte gemeinsam mit seinem Freund und Partner Steven Soderbergh einer perfekten Mixtur von Kunst und Kommerz nach. Aktuelles Beispiel: "Ocean's Thirteen". Da ist Clooney in seinem Element.
Mag sein, dass sich dieser Eindruck erst rückwirkend einstellte, aber so recht wohl scheint er sich bei dem "Project: Peacemaker" nicht gefühlt zu haben. Zumal an seiner Seite Nicole Kidman spielt, deren Karriere bis zum heutigen Tage ebenso keine weiteren Spuren von Action aufweist. Aber: Beide sind schön, populär und erfolgreich, und so schien es, als seien sie bestens geeignet für einen Thriller, der die Filmmetropole kräftig beeinflusste.
Als erstes Produkt aus dem neu gegründeten Filmstudio DreamWorks musste sich "Project: Peacemaker" 1997 an außergewöhnlich hohen Erwartungen messen lassen. Das DreamWorks-Trio Steven Spielberg, Jeffrey Katzenberg und David Geffen setzte in der Glücksfabrik Hollywood zunächst auf sichere Action. Der Film kramte den Ost-West-Konflikt wieder hervor, rang ihm aber neue Akzente ab.
Ein paar russische Nuklearsprengköpfe sind verschwunden, ein amerikanischer Held namens Colonel Thomas Devoe (Clooney) treibt sie zusammen mit der hübschen Leiterin des Stabes, Dr. Julia Kelly (Kidman), wieder auf. Es ist keine schlechte Idee, einen russischen General die Bomben vor der Verschrottung klauen zu lassen. Ein durchaus denkbares Horrorszenario in Zeiten der atomaren Abrüstung, das in der Eröffnungssequenz innovativ in Szene gesetzt wurde.
Es beginnt die übliche Jagd: Wo ist der Terrorist - da ist er - weg ist er - da ist er - tot ist er. Die Hauptfigur des Films, Colonel Devoe, ist eine Art Ami-Bond, der schon mal einfach so tötet, sich um die Anweisungen von oben einen Dreck schert und natürlich alles richtig macht. Auszeichnung folgt!
Ein mutiger Schritt war die Verpflichtung von Mimi Leder als Regisseurin, die sich zwar als Macherin der TV-Reihe "Emergency Room" in den Staaten einen Namen gemacht hat, doch in diesem Genre bis dahin nichts vorzuweisen hatte. Es gelang ihr, das Tempo des Films gleichbleibend hoch zu halten und dabei fortwährend für Spannung zu sorgen. Als sich "Projekt: Peacemaker" am Ende intensiver mit der Figur des Schurken auseinandersetzt, kommt dem Film das Gespür seiner Regisseurin für emotionale Momente zugute.
Jochen Overbeck
Thomas Devoe (George Clooney) und Julia Kelly (Nicole Kidman) sehen keine Chance für Abrüstungsgespräche. (Dreamworks SKG)
Nach dem Tod eines Informanten läuft Thomas Devoe (George Clooney) Amok. Die Abrüstungsexpertin Julia Kelly (Nicole Kidman) ist darüber nicht amüsiert. (Dreamworks SKG)
Special Agent Thomas Devoe (George Clooney) und Julia Kelly (Nicole Kidman) versuchen, einen Anschlag auf das New Yorker UN-Gebäude zu verhindern. (Dreamworks SKG)
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