(tsch) Da denkt man nur kurz an etwas Böses, und schon ist es Wirklichkeit. In den 80-ern passierte das mal Dan Aykroyd, der sich plötzlich mit den Geisterjägern einem Hochhaus-großen Marshmellow-Mann stellen musste. In "Sphere" (1998) sind's eklige Quallen, entsprungen aus der Fantasie, die plötzlich zu Hunderten Wissenschaftler am Meeresgrund heimsuchen. Ein anderes Mal regnet es Tintenfischeier. Optisch sieht Barry Levinsons Science-Fiction-Debüt, das RTL II nun wiederholt, zweifellos hübsch aus. Inhaltlich ist die kuriose Story allerdings Geschmackssache.
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Es geht um ein Raumschiff, das vor fast 300 Jahren ins Meer stürzte, dabei völlig unbeschädigt blieb und dort nun auf seine Entdecker wartet. Der Psychologe Dr. Norman Goodman (Dustin Hoffman), die Biochemikerin Beth Halperin (Sharon Stone mit rappelkurzen Haaren), der Mathematiker und Jules-Verne-Verehrer Harry Adams (Samuel L. Jackson) und Projektleiter Barnes (Peter Coyote) tauchen in einer Forschungsstation hinab, um das Objekt zu untersuchen.
Fortan packen die Drehbuchautoren Stephen Hauser und Paul Attanasio in einem verwaschenen Durcheinander all jene Sci-Fi-Elemente hinein, die sich in der Vergangenheit bewährt haben: Zeitreisen, Monster, Gedankenmanipulationen, rätselhafte Kontakte zu außerirdischen Wesen. Das klaustrophobische Design des Drehorts erinnert an James Camerons "Abyss", die Thematik an "Event Horizon". Bisweilen lassen sich außerdem Parallelen zu Jodie Fosters "Contact" herstellen. "Sphere" fehlt es an Überraschungen in einer Story, die sich allzu sehr auf die Power seiner Hollywood-Stars verlässt.
Samuel L. Jackson, dem das Drehbuch eigentlich die vielschichtigste Rolle zugedacht hat, spielt seinen Part recht gelangweilt und ausdruckslos herunter. Mit fatalen Folgen: Lediglich 37 Millionen Dollar konnte die Schauermär in den USA einspielen. Hierzulande begaben sich immerhin rund 560.000 Kinobesucher auf den mysteriösen Unterwassertrip.
Bernd Fetsch
Dr. Norman Goodman (Dustin Hoffman, Mitte) steht vor einer gefährlichen Mission. (RTL II)
Die schlimmsten Befürchtungen und Ängste der Wissenschaftler Dr. Norman Johnson (Dustin Hoffman, links), Dr. Harry Adams (Samuel L. Jackson, Mitte) und Dr. Ted Fielding (Liev Schreiber) werden wahr. (RTL II)
Dr. Norman Goodman (Dustin Hoffman) soll mit Biochemikerin Beth (Sharon Stone) und ein paar anderen Wissenschaftlern in die Tiefe tauchen, um ein mysteriöses Objekt zu untersuchen. (RTL II)
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