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Better Motörhead Than Dead

Motörhead Better Motörhead Than Dead - Live At Hammersmith

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Eisenbahnschaffner, Raumfahrer, Flugkapitän, Fußballprofi ... Fragt man kleine Jungs, was sie einmal werden wollen, kommt meistens etwas in der Art als Antwort. Ist halt eine komische Welt, in der wir leben. Wäre sie eine bessere, würden die Kids davon träumen, so zu werden wie Lemmy von Motörhead. Jahrzehntelang lang ungestraft auf die Kacke hauen, bis der Arzt kommt (und danach trotzdem weitermachen), beruflich erfolgreich sein, ohne sich dafür krumm zu biegen, immer aufrechten Blickes in den Spiegel schauen können (auch wenn man sich da doppelt sieht), das ist ein Karriereplan, von dem es sich zu träumen lohnt. Nun ja. Weil die Welt eben so ist, wie sie ist, ist Mr. Kilmister einzigartig. Und das hat dann auch wieder was für sich. Die Doppel-Live-CD "Better Motörhead Than Dead - Live At Hammersmith" gibt Anlass, genau diesen Sonderstatus wieder einmal ein bisschen zu feiern: "49 % Motherfucker, 51 % Son Of A Bitch", so lautet die Aufschrift auf einen abfotografierten Aufkleber, der auf dem Albumcover zu finden ist. Keine schlechte Jobbeschreibung ... Aber gut, aus Kindermunde will man so was jetzt auch nicht unbedingt hören.

Gut, jetzt bloß keine aufgesetzten Begrüßungsgesten, gar kein Grund, pathetisch oder sentimental zu werden. "We are Motörhead. And we play Rock'n'Roll!" Bier auf, Lautstärke-Regler auch. Rocken! 95 Minuten lange geben Lemmy, Mikkey Dee und Phil Campbell Gas, gehen immer laut und kraftvoll vorwärts. Ein energiegeladener Auftritt mit einem fidel wie eh und je röchelnden Frontmann - auch wenn das Ganze manchmal ganz schön schräg aus den Boxen scheppert. Sie sind halt, auch was den überlauten, verzerrten Livesound angeht, wie Relikte aus einer längst vergangenen Zeit, und sie sind in ihrem uneitlen Tun als solche absolut unbeirrbar. Sympathisch. Ehrlich. Alles andere als perfekt. So gaben Motörhead dem Volk auch auf der Geburtstagstour zum 30-jährigen-Bandbestehen, das, wonach es gierte.

In der ruhmreichen Londoner Konzerthalle war Legendenrennen angesagt: "Killers", "Metropolis", "Sacrifice" (mit einem nervtötendem Drumsolo), "Going To Brazil", "Iron Fist", "Bomber" und zum Finale "Ace Of Spades" und "Overkill", das alles wütet schon seit einer gefühlten Ewigkeit durch die Metal-Szene, und doch hat man noch nicht genug davon gekriegt. Noch was, das für das Berufsziel "so sein, wie Lemmy von Motörhead" spricht: Da wird man nicht mit 50 ausrangiert, weil man zum alten Eisen gehört. Da wird man nicht von ausgeschlafenen Überfliegern links überholt. Nein, in dieser Branche zählt die Erfahrung noch was. Mr. Kilmister wird am Heiligabend 62 Jahre alt. Und den schickt keiner vorzeitig in Rente.

Frank Rauscher


Datum: 19.07.2007

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Diskussion: "Better Motörhead Than Dead"

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