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Kristofer Aström - Rainaway Town

Kristofer Aström Rainaway Town

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Dass Kristofer Aström mal mit Fireside ziemlich weit vorne in Sachen etwas komplexer Indierock mitspielte, ist vergessen. Seine Solo-Karierre ist mittlerweile das wichtigere Ding und auch heuer wieder eines, das den Sommer dominiert. Viele Festivalauftritte auch in Deutschland und mit "Rainaway Town" endlich das sehr lange angekündigte neue Album. Dass Aström bei den letzten Solo-Konzerten im Frühling ein bisschen auf die Plattenfirma schimpfte ("Sie wollen's nicht veröffentlichen, sie sagen es wäre mies.") ist verständlich - denn "Rainaway Town" mag keine wirklich neuen Aspekte im Aström'schen Schaffenskosmos setzen, ist aber eine durchweg solide Countryrock-Platte.

Das einzige Problem: Aström setzt die Höhepunkte arg früh. Der erste und der vierte Song sind die besten des Albums: das hymnische "Conjure Me" und das fast augenzwinkernde "Just A Litte Insane". Und auch Song Nummer zwei, das zerissene und reduziertere "The Dark" erfüllt alle Erwartungen. Danach regiert etwas, das man wohl "gehobene Durchschnittlichkeit" nennt. Aström singt sich solide und routiniert durch fünf weitere Songs, deren Eckpunkte die sind, die man aus dem Kosmos des Schweden kennt. Inhaltlich emotionale Zerissenheit, dunkle Wolken, Trauer. Äußerlich Country auf der einen, Soul auf der anderen Seite. Daran ist um Himmels Willen nichts verkehrt - aber irgendwie war's schon einmal spannender - erst der Schlusstrack, das fein austarierte "Not Cool Again" reißt den Hörer wieder aus einer gewissen Achselzuckigkeit.

Jochen Overbeck


Datum: 14.07.2007

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