Ingmar Bergman - Über Leben und Arbeit
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Schon 1981 drehte er mit "Fanny und Alexander" seinen letzten Kinofilm. Einige Dokumentationen und Fernsehspiele folgten noch, aber das war's. Fortan überließ der große schwedische Leinwandmagier die Arbeit hinter der Kamera anderen. Seit Längerem schon waren Bergmans Filme Rückblicke geworden, auf die eigene Kindheit, die Eltern. Das Pfarrershaus in Stockholm hatte Ingmar geprägt, er wurde in strengster Religiosität erzogen. Seine Autobiografie, erschienen 1987, erzählt davon. Auch in Jörn Donners 1998 entstandenen Dokumentarfilm "Ingmar Bergman - Über Leben und Arbeit" erzählt der damals 80-Jährige, der ein Leben lang Filme drehte, sehr private Dinge.Am 14. Juli 1918 wurde der Magier aus dem Norden in Uppsala geboren. Religion und Gottsuche bestimmten viele seiner Filme, wie "Abend der Gaukler", "Das siebte Siegel", "Wilde Erdbeeren" oder "Das Schweigen". Ab 1937 studierte er Literatur, begann dann selbst Erzählungen zu schreiben und arbeitete an einem Studententheater, bevor er 1944 mit "Krise" seinen ersten Spielfilm drehte. Dem modern Experimentellen war er nie besonders zugetan, mitunter warf man Bergman sogar die Verwendung veralteter Stilmittel wie ausführliche Rückblenden vor. Doch er selber sagte: "Ich versuche die Wahrheit über die menschlichen Verhältnisse zu erzählen, die Wahrheit - so wie ich sie sehe." Dabei wandelte er sich dann vom Metaphysiker und Gottsucher zum unbestechlichen Beobachter menschlicher Individuen - alles andere als ein Träumer, auch wenn seine Filme stets "Traumspiele" waren. "Ein Spiel, nicht weit weg von der Kindheit", nannte er seine Werke, die stets der Erinnerung und der Selbstbeobachtung entsprangen, was den messerscharfen Jean-Luc Godard in äußerste Bewunderung verfallen ließ: Bergman, so befand der, habe "aus dem Wimpernschlag einer Sekunde immer eine Ewigkeit gemacht". Es gibt viele Bergmans: den Gottsucher, den elegisch Zurückblickenden, den Anatom der bürgerlichen Ehe, den Theatermann und Direktor, der im Münchner Steuerexil nie recht glücklich wurde, dem aber alle Schauspieler, mit denen er damals arbeitete, heute noch tiefe Bewunderung entgegenbringen. Viele seiner Frauen machte der Frauenmensch zu Stars. Nicht nur für sie gilt Bergmans Satz: "Liebe muss sein. Eine Art von Zärtlichkeit. Sonst kann man aufhören, sonst wird es langweilig und eine traurige, schmutzige Geschichte." Jörn Donner lässt Bergman in seinem Film freie Hand, lässt ihn erzählen, sich erinnern. Ein paar taktvolle Fragen hier und da, wenige Filmausschnitte zur Illustration: "Über Leben und Arbeit" ist im Großen und Ganzen ein Monolog in neuen Kapiteln. Über die Kindheit, das Schreiben, die Dämonen, den Tod, die Filme. Und am Ende steht Bergmans Wunsch, seine Filme als Gebrauchsgegenstände anzusehen, sie zu benutzen, mit ihnen zu arbeiten. Sonst wären sie wertlos.
Claas Nielsen
bewertungsbox
| bildformat |
4:3 (Vollbild) |
| sprachen |
Schwedisch (2.0) |
| untertitel |
Deutsch |
| extras |
Fotogalerie |
| laufzeit |
91 Min. |
| tonsystem |
Dolby Digital |
| regionalcode |
Regionalcode 2 |
| preis |
ca. 11 Euro |
| bewertung bild |
befriedigend |
| bewertung ton |
befriedigend |
| bewertung extras |
ungenügend |
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Credits: (S 1998, R: Jörn Donner)
Wertung 
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| Ingmar Bergman drehte ein Leben lang Filme und erzählt im Dokumentarfilm "Ingmar Bergman - Über Leben und Arbeit" viel über private Dinge. (Kinowelt (Arthaus)) |
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| Entspannt und redselig: Ingmar Bergman 1998 bei den Dreharbeiten zu "Ingmar Bergman - Über Leben und Arbeit". (Kinowelt (Arthaus)) |
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