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Die fabelhafte Welt der Amélie

Die fabelhafte Welt der Amélie

(tsch) Ganz ehrlich: Die großen, rehbraunen, für immer niedlichen Augen waren lange Audrey Tautous Verhängnis. Sie ist für immer Amélie, die kleine, niedliche Fee, die im Pariser Viertel Montmartre für unvergessliche Glücksmomente sorgt. Manchmal sind es Softdrinks, die Flügel verleihen. Doch ab und an tritt dieser Effekt eben auch nach dem Genuss eines Filmes ein. Jean-Pierre Jeunets "Die fabelhafte Welt der Amélie" (2001) gehört zweifellos dazu. vox serviert den Glückscocktail zum wiederholten Mal.

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Worum geht es eigentlich in "Amélie"? Sind es nicht ausschließlich die französische Leichtigkeit, Lebensfreude und Fantasie, denen hier gehuldigt wird? Regisseur Jean-Pierre Jeunet, ein Kino-Fantast, scheint mit der Geschichte der verträumten Amélie allen zurufen zu wollen: "Seht her, die Klischees stimmen, wir Franzosen sind so!" Und zumindest dieses eine Mal fällt es leicht, sämtliche Vorbehalte gegen nationales Schubladendenken beiseite zu schieben und ihm beizupflichten.

Wollte man an dieser Stelle jede Nuance, jede Wendung und jeden grandiosen Drehbucheinfall aufzählen, müsste man Nachtschichten einlegen - beim Schreiben wie beim Lesen. Im Film geht das alles schneller, gleichzeitiger, selbstverständlicher, bunter, schöner und gewitzter. All das ergibt in Kombination mit der nicht minder bezaubernden Musik eine filmische Kost voller Poesie, von der man gar nicht genug kriegen kann, nach der man zumindest für kurze Zeit das Leben preisen möchte und dem Gemüsehändler um die Ecke am liebsten um den Hals fallen würde.

Für die Handlung selbst müssen angesichts dieses berückenden filmischen Kleinods wenige Worte genügen: Die scheue Amélie, die im Pariser Montmartre-Viertel lebt, beschließt eines Tages, die Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung ein bisschen glücklicher zu machen. Sie schreibt hier einen Brief, gibt dort den Kuppler, spielt da den Racheengel. Nur eines kriegt sie dabei nicht auf die Reihe: ihr eigenes Leben. Wie gut, dass sie einen Nachbarn hat wie den gebrechlichen Maler Dufayel (Serge Merlin), der das für sie in die Hand nimmt.

Und Audrey Tautou? Die Schauspielerin hat sich sechs Jahre später freigeschwommen. Ihre Rollen in Stephen Frears' "Kleine schmutzige Tricks", "Mathilde - Eine große Liebe" (erneut unter der Regie von Jeunet) und an der Seite von Tom Hanks in "The Da Vinci Code - Sakrileg" halfen ihr dabei. Charmant und niedlich ist sie allerdings immer noch. Davon kann man sich ab 16. August mal wieder im Kino überzeugen. "Zusammen ist man weniger allein" heißt Tautous neuer Film: eine hübsche, verspielte französische Komödie über die Liebe und - das Glück.

Nadja Olsen


Amélie (Audrey Tautou) will dem freundlichen Gehilfen Lucien (Jamel Debbouze, zweiter von links) helfen. Heimlich startet sie einen Rachefeldzug.
Amélie (Audrey Tautou) will dem freundlichen Gehilfen Lucien (Jamel Debbouze, zweiter von links) helfen. Heimlich startet sie einen Rachefeldzug. (vox)

Die wunderbare Audrey Tautou spielt Amélie Poulain, ein eher menschenscheues Wesen, das es sich zur Aufgabe macht, anderen Gutes zu tun.
Die wunderbare Audrey Tautou spielt Amélie Poulain, ein eher menschenscheues Wesen, das es sich zur Aufgabe macht, anderen Gutes zu tun. (vox)

Nino (Mathieu Kassowitz) ist Amélies (Audrey Tatou) heimlicher Schwarm. Bis die zwei Schüchternen jedoch zueinanderfinden, braucht es noch den einen oder anderen Anlaufversuch.
Nino (Mathieu Kassowitz) ist Amélies (Audrey Tatou) heimlicher Schwarm. Bis die zwei Schüchternen jedoch zueinanderfinden, braucht es noch den einen oder anderen Anlaufversuch. (vox)

Datum: 21.07.2007

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Artikel ID 187014

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