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Zores

Zores

(tsch) Manche Männer wollen nie erwachsen werden. Leo Rosen ist so einer. Abgesehen davon, dass er mit 38 Jahren noch im Hotel Mama wohnt, bekommt er auch sonst wenig auf die Reihe. Von einer schlecht ausgereiften Geschäftsidee hangelt sich Leo zum nächsten Misserfolg. Einzige Konstante in dem sonst so unorganisierten Dasein: das Training einer jüdischen Jungenmannschaft im Fußball. Aber auch auf dem Rasen will sich der Erfolg nicht so recht einstellen. Wie so oft im Leben soll's eine Frau richten. Doch anstatt Ruhe und Ordnung bringt Mascha noch mehr Chaos in Leos Leben. - In Anja Jacobs temporeicher Komödie von 2006, die nun in der Reihe "Debüt im Ersten" ihre Free-TV-Premiere feiert, handelt sich der Liebestrottel jede Menge "Zores" ein.

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"Zores" - das ist jiddisch und steht für Ärger, Krach und Sorgen. Der Titel des Films trifft die Handlung auf den Punkt. Zum einen ist da das Problem mit dem lieben Geld. Leo (René Ifrah) versucht zwar immer wieder, mit neuen, aber absolut unbrauchbaren Geschäftsideen den großen Coup zu landen. Gelingen will ihm das allerdings nicht. Zum anderen bereitet Leo die jüdische Jungenmannschaft Kopfzerbrechen, die er gemeinsam mit seinem Kumpel Berti trainiert. Leos Glück scheint auch nicht auf dem Platz zu liegen.

Aller Misserfolg ist schlagartig vergessen, als der Pechvogel die charmante Mascha (Soraya Gomaa) kennenlernt. Hals über Kopf verliebt er sich in die attraktive Geigerin. Da sie mit ihrer Musik in Deutschland jedoch genauso erfolglos ist wie Leo mit seinen Jobs, will Mascha ihr Glück in New York versuchen. Um seine Angebetete zum Bleiben zu bewegen, will Leo ihr einen Auftritt vor wichtigen kulturellen Entscheidungsträgern ermöglichen. Dafür nimmt er einen Großauftrag der Stadt an. Leo soll im Rathaus einen Empfang mit jüdischen Speisen und musikalischem Programm organisieren. Ein voreiliger und ziemlich katastrophaler Entschluss ...

Die Auseinandersetzung mit dem Jiddischen war Regisseurin Anja Jacobs sehr wichtig. "Das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden ad absurdum zu führen, fand ich sehr spannend", erzählt die 33-Jährige. In der verschmitzten Geschichte des Münchner Drehbuchautors Daniel Wolf fand die Filmemacherin schließlich den Stoff für ihren ersten Langfilm - eine jiddische Komödie in der Tradition von "Alles auf Zucker!". So chaotisch wie in Leos Leben ging es auch am Set zu. Die erste Besetzung für die Rolle der Mutter fiel gleich zu Drehbeginn wegen Krankheit aus. Eine Entschädigung für den Stress sei der Dreh im Stuttgarter VfB-Stadion gewesen: "Es war ganz still und hatte eine sehr eigene Stimmung, nur das Team in dem riesigen Stadion."

Nina Fischer


Leo (René Ifrah) verliebt sich auf den ersten Blick in die Geigerin Mascha (Soraya Gomaa).
Leo (René Ifrah) verliebt sich auf den ersten Blick in die Geigerin Mascha (Soraya Gomaa). (SWR / Eikon Media / Gabi Kiess)

Mutter Rebecca (Petra Kelling) und Peppi (Dietrich Siegl) geraten beim Kochen aneinander.
Mutter Rebecca (Petra Kelling) und Peppi (Dietrich Siegl) geraten beim Kochen aneinander. (SWR / Eikon Media / Gabi Kiess)

Sascha (Jascha Stiller) will nicht nach New York gehen.
Sascha (Jascha Stiller) will nicht nach New York gehen. (SWR / Eikon Media / Gabi Kiess)

Datum: 21.07.2007

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Artikel ID 187051

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