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SO: Das Mercury-Puzzle

Das Mercury Puzzle

(tsch) 52 Jahre wurde Bruce Willis vor Kurzem, und wie alle Actionstars der 80er- und frühen 90er-Jahre hatte er es zuletzt nicht gerade leicht. Die junge Generation rund um Colin Farrell, Eric Bana und Orlando Bloom regiert. Und da nicht alle Helden von einst Gouverneur von Kalifornien werden können, blieb nichts anderes übrig, als sich auf Tugenden, oder besser Erfolge von einst zu verlassen. Sylvester Stallone gab wieder den Rocky, und Bruce Willis schlüpfte ein weiteres Mal in die Rolle des Depri-Cops John McClane. "Stirb langsam 4.0" bringt ihn vorübergehend in die Erfolgsspur zurück.

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Sieht man von dem Emsemble-Film "Sin City" ab, war "Das Mercury Puzzle" einer der letzten großen Erfolge des in Deutschland geborenen Darstellers. Dort trafen 1997 ein desillusionierter, einzelgängerischer Geheimagent und ein autistisches Kind aufeinander. Zwei isolierte Menschen also. Einer hat es so gewollt, der andere hatte keine Wahl. Keine sensationelle Idee für einen Action-Thriller, aber sehr gelungen umgesetzt. Nun zeigt ihn RTL zur besten Sendezeit.

Der Film bietet jenseits der Freundschaft zwischen Kind und Agent klassische Actionware: Verfolgungsjagden, ein paar Schusswechsel, hin und wieder eine lebensrettende Maßnahme. Wenig Außergewöhnliches also, zumal an verbrauchten Drehorten wie Hochhäusern und Bahnhöfen in Szene gesetzt.

Simon (Miko Hughes), neun Jahre, hat aufgrund seiner autistischen Fähigkeiten einen wichtigen nationalen Sicherheitscode geknackt. Eine ins Leben gerufene Sicherheitseinheit unter der Leitung von Lt. Kudrow (Alex Baldwin) soll dem Jungen den Garaus machen. Schließlich bringt seine besondere Fähigkeit Millionenverluste mit sich und zahllose Agenten im Ausland in Gefahr. Als die bewaffneten Männer ins Haus der Familie stürmen, fallen ihnen die Eltern von Simon zum Opfer. Das Kind selbst versteckt sich und wird erst vom FBI-Agenten Art Jeffries (Bruce Willis) entdeckt. Schon einmal kamen während seiner Arbeit Kinder ums Leben. Das nahm ihn mit. Folglich kümmert er sich um die Sicherheit des Jungen und versucht, den Attentätern auf die Spur zu kommen.

Tatsächlich wird die Beziehung zwischen den beiden zur starken Komponente des Films. Denn die Drehbuchautoren Mark Rosenthal und Larry Konnor setzten auf Glaubwürdigkeit als oberste Prämisse. Art Jeffries, der rüde Einzelgänger, wird nie recht begreifen, wie mit dem Autisten umzugehen ist. Er bleibt er selbst - erfahren als Agent, unbeholfen als Vaterersatz.

Bemerkenswert ist die Leistung von Miko Hughes, der zwar davon profitierte, dass sich kaum einer so recht vorstellen kann, was autistische Kinder denn nun tun und was nicht. Doch die Chance eines Leonardo DiCaprios, der in "Gilbert Grape" einen geistig behinderten Jungen spielte, hatte Hughes nicht: keine großen Gesten, kaum Möglichkeiten, die Krankheit zu erklären. Aber der Junge beherrschte die leisen Töne. Große Filme hat er seither jedoch nicht mehr gemacht. Mehr als Neben- und TV-Rollen sprangen für den inzwischen 21-Jährigen nicht heraus.

Kai-Oliver Derks


Der FBI-Agent Jeffries (Bruce Willis, links) und Simon (Miko Hughes) finden langsam zueinander.
Der FBI-Agent Jeffries (Bruce Willis, links) und Simon (Miko Hughes) finden langsam zueinander. (RTL)

Simon (Miko Hughes) knackt aufgrund seiner autistischen Fähigkeiten einen nationalen Sicherheitscode.
Simon (Miko Hughes) knackt aufgrund seiner autistischen Fähigkeiten einen nationalen Sicherheitscode. (RTL)

Um das Leben von Simon (Miko Hughes, rechts) zu schützen, ist FBI-Agent Art Jeffries (Bruce Willis) ständig auf der Flucht.
Um das Leben von Simon (Miko Hughes, rechts) zu schützen, ist FBI-Agent Art Jeffries (Bruce Willis) ständig auf der Flucht. (RTL)

Datum: 03.08.2007

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Artikel ID 187565

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