Früher gab's Spielzeug zum Film, mit "Transformers" drehten Regie-Grobian Michael Bay und Überproduzent Steven Spielberg den Spieß jedoch kurzerhand um. Und das mit Erfolg: Ihre ebenso hirn- wie harmlose Materialschlacht spielte alleine in den USA bislang weit über 280 Millionen Dollar ein. Seit 1. August läuft der Streifen auch hierzulande. Mit Action-Figuren, Videogames und dem obligatorischen Soundtrack dazu schließt sich der Merchandising-Ring.
Zugegeben: Die aberwitzige Verschrottungsorgie zählt sicherlich zum Spektakulärsten, was das Kino momentan zu bieten hat - leider auch zum Dämlichsten. Platte Pathos-Parolen à la "Ohne Opfer kein Sieg" gesellen sich zu CGI-Spielereien, die lange Zeit das Maß aller Trickdinge sein dürften. Man sitzt, staunt und leidet also. Fast zweieinhalb Stunden lang. Und wenn sich nach der finalen Verbeulung (und Verblödung) der Staub legt, ertönt Linkin Parks "What I've Done" als Aufrüttler. "Danke für eure Zeit und euer Geld. Ihr könnt jetzt die nächsten reinschicken." Dass die aktuelle Single aus dem Album "Minutes to Midnight" auch mal im Autoradio läuft, während der linkische Teenager Sam Witwicky (Shia LaBeouf) mit seinem Mädel in spe (Megan Fox) und seinem als ollen Camaro getarnten Riesenroboter durch die Gegend cruist, fällt angesichts der permanent gebotenen Gigantomanie kaum auf. Gleiches gilt im Übrigen für nahezu jeden anderen Song, der sich auf der Soundtrack-CD befindet - auch wenn es sich dabei um echte Bretter wie "Doomsday Clock" von den Smashing Pumpkins und "This Moment" von Disturbed handelt. Ergänzt wird der Nu-Metal- und Rock-Reigen von einer brauchbaren Ballade der GooGoo Dolls ("Before It's Too Late"), ein wenig progressivem HipHop von Styles of Beyond featuring Mike Shinoda (schon wieder Linkin Park!), passender BigBeat-Elektro-Mucke ("Technical Difficulties", Julien-K) und der HIM-Hymne "Passion's Killing Floor", die regulär erst auf dem neuen Album im Herbst zu hören sein wird.
Kurios: Ein Drittel der Songs auf dem Soundtrack taucht gar nicht im Film auf, sondern wurde allenfalls durch ihn "inspiriert". Bedeutet: Füllmaterial von allerlei jungen Newcomer-Bands wie Armor For Sleep und Taking Back Sunday. Zur Versöhnung gibt's am Ende noch eine zeitgemäßge Elektro-Version des "Transformers"-Themas von Mute Math, das im Film ebenfalls kein einziges Mal zu hören ist. Damit dürfte dann auch das letzte Kind im Manne selig mit seinem Plastik-Roboter im Arm einschlafen ...