Collateral Damage
(tsch) Wäre er nicht erst mit vielen Millionen Dollar und später gar mit einem Gouverneursposten entlohnt worden, man hätte von einem traurigen Schicksal sprechen müssen. Arnold Schwarzenegger war, sowohl in seiner Wahlheimat USA als auch auf dem europäischen Kontinent, bei all seinen Filmen in den letzten Jahren besonderen Bewertungsmaßstäben unterworfen. Das kritische Kinopublikum akzeptierte ihn in Hochzeiten der Heldenfilme, wenngleich zähneknirschend, als Hollywoods Nr. 1 unter den Welt-Rettern. Dann, als der Trend längst zum menschlichen Heroen mit Schwächen gegangen war, hatte es der arme Terminator schwer. Bestes Beispiel: "Collateral Damage" (2000), Arnolds vorletzter Film, bevor seine Karriere als Politiker begann. ProSieben zeigt ihn nun noch einmal, kurz nach Schwarzeneggers 60. Geburtstag (30. Juli).
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Arnold war diesmal kein Gejagter mehr, er schlüpfte wieder in die Rolle des klassischen Jägers. Soll sich niemand davon täuschen lassen, dass der gebürtige Österreicher hier zunächst als gewöhnlicher Feuerwehrmann und Familienvater auftaucht. Gordon Brewer ist kein Held wider Willen, kein Normalo, der auf merkwürdige Weise plötzlich den Helden in sich entdeckt. Von Anfang an ist klar, dass da die Geschichte eines überdurchschnittlichen Kämpfers erzählt wird, der über geradezu sensationelle Fähigkeiten verfügt. Das machte, so seltsam es klingt, Arnold glaubwürdiger als er es in den meisten seiner letzten Filme war.Früh spielt Gordy das Schicksal übel mit. Bei einem Bombenattentat auf die kolumbianische Botschaft in Los Angeles werden seine Frau und sein Kind getötet. Gordon selbst wird Zeuge der Explosion, die für Schwarzenegger-Verhältnisse erstaunlich zurückhaltend inszeniert ist. Wie übrigens der gesamte Film, der, vom viel zu überzogenen Showdown einmal abgesehen, immer wieder solide Actionsequenzen einstreut, die aber zum Großteil keineswegs unrealistisch wirken. Aus politischen Gründen unterlassen es die US-Behörden, die Täter, die sie sehr wohl kennen, konsequent in ihrer südamerikanischen Heimat zu verfolgen. Von Rache getrieben, macht sich Brewer also selbst auf in Richtung Kolumbien, wo er den Schuldigen stellen will. Sein Ziel: der Attentäter Claudio Perrini (Cliff Curtis), der sich "Der Wolf" nennt. Bei seiner Jagd gerät Gordon zwischen die Fronten: Die CIA unter der Führung von Peter Brandt (Elias Koteas) ist ebenso vor Ort wie die Schergen des "Wolfs", der Anführer einer kolumbianischen Guerilla-Organisation ist. Gordon lernt, ein kaum glaubwürdiger Zufall, mit der schönen Selena (Francisca Neri) und ihrem Sohn vor Ort auch noch weitere wichtige Bestandteile des Wolfsrudels kennen, denen später eine besondere Bedeutung zukommen wird. Zum Großteil spielt "Collateral Damage" in der südamerikanischen Wildnis, was entscheidend zum Charakter des Films beiträgt. Unwegsames Gelände, Hitze, schmutzige Gefechte - für Abwechslung ist gesorgt. Erst am Ende, als alle Beteiligten in die Staaten zurückkehren, bewegt sich auch die Geschichte wieder auf bekanntem Terrain. Trotz einer recht gelungenen Überraschung zum Schluss beschreitet der Film jetzt konventionelle Bahnen, die ihm nicht gerade gut tun.
Tom Ruder
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Selena Perrini (Francesca Neri) ist zusammen mit Gordon (Arnold Schwarzenegger) auf der Flucht. (ProSieben / Warner Bros.)
"Collateral Damage" beginnt mit einem Bombenanschlag auf das kolumbianische Konsulat. Nach den Ereignissen vom 11. September 2001 wurde der Film zunächst verschoben. (ProSieben / Warner Bros.)
Seit vielen Jahren lebt der Feuerwehrmann Gordon Brewer (Arnold Schwarzenegger, Mitte) mit Frau (Lindsay Frost) und Sohn (Ethan Dampf) glücklich in Los Angeles. Da lassen Terroristen eine Bombe vor der kolumbianischen Botschaft hochgehen. (ProSieben / Warner Bros.) |
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