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Die Siedler: Legenden

Nichts Neues im "Siedler"-Reich

Es gibt keine neuen Einheiten, keine neuen Gebäude und erst recht keine neuen Spielaspekte. Die Erweiterung "Legenden" bietet dem Spieler allein neue Missionen und Karten.

(tsch) "Die Siedler - Das Erbe der Könige" war eine der größten Überraschungen des letzten Jahres. Aus einer kleinen, wuseligen Aufbau- und Wirtschaftsspielserie mit infantilem Charme wurde ein actionreiches Echtzeitstrategiespiel, das sich klar an ein älteres Publikum wandte. Das Konzept kam bei den Spielern an. Darum legt Entwickler Blue Byte nun mit "Legenden" abermals nach.

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Das vorab: Revolutionär oder gar legendär ist dieses Addon nicht gerade. Und um ehrlich zu sein: Es ist nicht einmal evolutionär. Im Gegensatz zur ersten Erweiterung "Nebelreich" bietet es keine neuen Einheiten, keine neuen Gebäude, keine neuen Spielelemente. Einzig mit frischen Karten und Kampagnen wird der Siedler-Fan versorgt, das neueste Update bringt das Programm selbstverständlich auch mit.

Vier Feldzüge mit insgesamt 17 Missionen stellen den eigentlichen Inhalt der Erweiterung. Jede Kampagne legt den Schwerpunkt auf einen anderen Spielaspekt. In der ersten begibt sich der Spieler unter die Schafzüchter. Diese braucht der aus dem Hauptprogramm und "Nebelreich" bekannte Held Dario nämlich, um die Wirtschaft seines Reiches stabil zu halten. Deshalb beschließt er, Teile seiner Ländereien für die Schafzucht freizustellen. Was er im Eifer des Gefechts vergessen hat: Auf den ausgewählten Landen leben eigentlich wilde Barbaren und hungrige Wölfe. Ein Konflikt ist vorprogrammiert. Dennoch ist diese Kampagne besonders für Anhänger des Aufbau- und Wirtschaftsparts interessant.

Des Weiteren müssen Kämpfernaturen einfallende Armeen zurückschlagen, ehe in Kampagne Nummer drei die Seite gewechselt und gegen Dario zu Felde gezogen werden darf. Abgekämpft wird in der letzten Kampagne dann wieder der Aufbaupart in den Mittelpunkt gerückt. Es gilt, die Einwohner des eigenen Reiches trotz einer Dürreperiode mit genügend Nahrungsmitteln zu versorgen und einen Weg zu finden, eine verhagelte Ernte zu kompensieren.

Die Missionen sind allesamt abwechslungsreich designt und setzen sich wie gewohnt aus mehreren Zielen zusammen. Schlecht in Szene gesetzt wurde hingegen die Hintergrundgeschichte. Während in "Das Erbe der Könige" professionelle Sprecher den Helden ihre Stimme liehen, bleiben die Charaktere in der Erweiterung "Legenden" stumm. Der Spieler muss auf dem Monitor die Textzeilen verfolgen, wenn er Auftrag und Kontext verstehen will. Das mindert den Spielspaß beträchtlich, glaubt man doch zuweilen, ein Fanprojekt vor sich zu haben ...

"Legenden" blendet leider die Tatsache aus, dass Addons ein Spiel durchaus um frische Ideen erweitern darf. Blizzard ("WarCraft"), die Ensemble Studios ("Age of Empires") und Blue Byte selbst haben es mit "Nebelreich" schon vorgemacht. Neue Einheiten, Features und eine Geschichte machen eine kostenpflichtige Erweiterung zu einer echten Bereicherung. "Legenden" ist aber nur ein sündhaft teures Karten-Paket. Diese fallen zwar - zugegebenermaßen - ziemlich gut aus. Wer aber mehr als ein paar neue Missionen erwartet, wird kräftig enttäuscht.

Christian Pfeiffer




Datum: 03.09.2005

Diskussion: "Die Siedler: Legenden"

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