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The Fountain

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Lange Zeit lag eine Art Fluch über "The Fountain", Darren Aronofskys ersten Projekt nach sechs Jahren. Dabei hatten die Geldgeber bereits mehr als 70 Millionen Dollar Budget bewilligt, und Brad Pitt und Cate Blanchett sollten die Hauptrollen spielen. Doch der Low-Budget-Filmer - "Pi" (1997) hatte 60.000 Dollar gekostet, "Requiem For A Dream" (2000) vier Millionen - stellte sich beim Umgang mit dem Geld nicht ganz so geschickt an wie bei der Entwicklung seiner Szenen. Als dann auch noch Brad Pitt ausstieg, musste das Projekt auf Eis gelegt werden. Aber Aronofsky ließ nicht locker, und schließlich realisierte er seine ambitionierte philosophische Vision mit seiner Lebensgefährtin Rachel Weisz und Hugh Jackman in den Hauptrollen und für "nur" noch 40 Millionen Dollar, von denen an den US-Kinokassen gerade mal ein Viertel wieder eingespielt wurde. In Deutschland wollten lediglich 30.000 Zuschauer das jetzt auf einer Doppel-DVD erhältliche visuelle Wunderwerk sehen.

Darren Aronofsky interessiert sich noch immer für die Figuren, die sich auf Bewusstseinsebenen etwas abseits der Realität, die wir als "normal" bezeichnen, bewegen. Das lag in "Pi" an der Mathematik und in "Requiem For A Dream" an den chemischen Prozessen, die von Drogen ausgelöst werden. In seinem dritten Film "The Fountain" ist es die Suche nach dem ewigen Leben, die Hugh Jackman in drei transzendente Ebenen führt. Der in vielen Punkten gelungene Film verheddert sich dabei ein wenig in den eigenen Ansprüchen. Aus dem philosophischen Exkurs über Raum, Zeit und Vergänglichkeit wird ein Umherirren in einem metaphysischen Labyrinth. Das allerdings ist wunderschön anzusehen, die einfallsreiche Visualität und Aronofskys im positiven Sinne verstörende Radikalität in der Erzählweise entschädigen für das Fehlen einer klaren Wegbeschreibung.

Also strahlt nun am Himmel der Orion und wacht über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In drei Zeitebenen mit immer wiederkehrenden Motiven (die sich allerdings nicht auf den ersten Blick erschließen) geht es um die Suche nach dem ewigen Leben. Im Heute hat das ganz praktische Gründe, Izzy Creo (Weisz) ist krebskrank und wird sterben, sollte ihr Mann Tommy (Jackman) nicht eine Kur finden. Der Arzt steht in der Tat kurz vor der Entdeckung eines Heilmittels, doch der letzte Schritt will ihm nicht gelingen. Er rennt - blind vor Schmerz und Liebe - immer wieder gegen die Wand, in allen drei Zeitebenen.

Im Heute hat Izzy ein Buch geschrieben, das im Kopf Tommys real wird. Es handelt von dem furchtlosen Entdecker Tomas, der, um die spanische Königin Isabella zu schützen, in den neu entdeckten Maya-Gebieten nach dem mystischen Baum des ewigen Lebens sucht. Der furchtlose Retter, der durch die Liebe seiner Königin angetrieben wird, steht dann auch vor dem Hüter des Jungbrunnens. Allerdings hat Izzy die letzten Seiten des Buches weiß gelassen, was Tommy 500 Jahre in die Zukunft führt, wo er als Tom das ewige Leben auf einer transzendenten Ebene erreicht und sich die Liebenden endlich wieder vereinen können. Jedoch muss er dafür akzeptieren, dass der Tod ein Teil der Schöpfung ist und er selbst nur ein Staubkorn im Universum, ein Wimpernschlag in der Ewigkeit.

Erzähltechnisch wird hin und her gesprungen - in der Zeit und auch zwischen den Realitätsebenen, bis sich der Kreis aus Leben und Tod schließt. Das Leben besteht aus vielen Teilen und verläuft wohl wirklich nicht linear, was Aronofsky mit mutigen Effekten, in denen man sich verlieren kann, unkonventionell und unvergesslich illustriert. Er weiß, wie man intelligent und doch spielerisch-experimentell mit Zeit, Ort und Perspektive umgeht. Was fehlt, ist der Haken, mit dem der Zuschauer in die Geschichte hineingezogen wird - Aronofsky flüchtet in wunderschöne CGI-Welten und ein ausgeklügeltes Erzählpuzzle vor des Pudels Kern. Es ist, als würde es sich der Regisseur zu einfach machen, von der Zerrissenheit Toms und der Verlorenheit auf seiner ewigen Suche zu erzählen.

Trotzdem ist "The Fountain" ein schöner Film, der im Gedächtnis bleibt. Wen die Distanz zum Erzählten, die Aronofsky - ob bewusst oder unbewusst - schafft, nicht stört, der kann sich 90 Minuten lang in eine Traumwelt stürzen, in der mit Mystik, Magie und Esoterik von großer Liebe, dem Umgang mit Verlust und der Suche nach dem ewigen Leben erzählt wird. Die umwerfend bebilderte Reise durch die Zeit wurde auf DVD atemberaubend umgesetzt: mit knackiger Schärfe, exzellent gemischten Farben und hoher Detailgenauigkeit. Dazu gibt es einen atmosphärisch dichten Soundtrack. Mit einem interessanten und vielfältigen Making Of überzeugt auch das Zusatzmaterial, das auf einer Bonus-Disc untergebracht wurde. Die Hintergründe wurden dabei in Kapitel unterteilt, die sich ungeschminkt und ehrlich mit der bewegten Produktionsgeschichte beschäftigen und einen guten Einblick in den kreativen Prozess bieten.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (DTS ES 6.1 / 5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch
extras Making Of; Interview mit Hugh Jackman und Rachel Weisz; Storyboard-Film-Vergleich; Die Special Effects; Life in Space
laufzeit 94 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 19 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras sehr gut

Credits:
(USA 2006, R: Darren Aronofsky, D: Hugh Jackman, Rachel Weisz, Ellen Burstyn u.a.)


Sechs Jahre nach "Requiem For A Dream" sucht Darren Aronofsky in "The Fountain" visuell atemberaubend, aber inhaltlich unentschlossen nach dem Quell ewiger Jugend.
Sechs Jahre nach "Requiem For A Dream" sucht Darren Aronofsky in "The Fountain" visuell atemberaubend, aber inhaltlich unentschlossen nach dem Quell ewiger Jugend. (Kinowelt)

Darren Aronofsky schickt das Publikum auf eine umwerfend bebilderte Reise durch Raum und Zeit.
Darren Aronofsky schickt das Publikum auf eine umwerfend bebilderte Reise durch Raum und Zeit. (Kinowelt)

Tommy (Hugh Jackman) pflegt im Jetzt seine krebskranke Frau Izzi (Rachel Weisz).
Tommy (Hugh Jackman) pflegt im Jetzt seine krebskranke Frau Izzi (Rachel Weisz). (Kinowelt)

Datum: 13.08.2007

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Artikel ID 189055

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