(tsch) Es ist noch gar nicht lange her, da hatten ARD und ZDF diesen Film im Programm. Nun also zeigt ProSieben "GoldenEye", das Debüt Pierce Brosnans in der Rolle des 007 aus dem Jahr 1995. Viermal war er Bond, zuletzt folgte ihm Daniel Craig im allseits gelobten "Casino Royale". Wer also schlug sich besser bei seiner Premiere?
Anzeige
Die Realität schrieb Mitte der 90er-Jahre vor allem inhaltlich einen neuen Bond vor. Der Kalte Krieg war vorüber, die Fronten waren verschwommen, auch der Anspruch des Kinopublikums hatte sich gewandelt. So präsentierte sich Bond als harter und kompromissloser Agent. Der Bonvivant mit süffisantem Witz war dem zielstrebigen Actionhelden gewichen. Eine Maßnahme, die zuletzt auch bei Daniel Craig ergriffen wurde. Ein heiterer Bond, das war damals wie heute klar, würde keine Anhänger mehr beim älteren Zielpublikum der Kinoreihe finden.
Dem neuen 007, Craig, war es wie vielfach zitiert ja einigermaßen egal, wie er seinen Martini zu sich nimmt. Bei Brosnans Debüt wagte man solcherlei Brüche mit den Traditionen nicht. Es gab damals alles, was sich der Bond-Fan erwartete: Das Getränk ("shaken, not stirred"), die fantasievolle Ausrüstung und die Frauen. Nur Letzteres ließ man elf Jahre danach auch Craig zuteilwerden.
Beide Filme dürfen für sich in Anspruch nehmen, zu den Besten der Reihe zu gehören, wobei dies bei Craigs Debüt durchaus als Überraschung zu werten war. Groß waren die Vorbehalte gegenüber dem neuen 007. Wer nun noch einmal "GoldenEye" ansieht, wird nicht umhinkommen, festzustellen, dass Brosnan äußerlich weit näher an dem ist, was man sich gemeinhin unter James Bond vorstellt. Er ist einer, dem man glaubt, dass er in der Lage ist, an einem Morgen die Welt zu retten, nachdem ihm die Nacht zuvor noch die schönsten Frauen dieser Erde willenlos ergeben waren. Diesen Status wird sich Craig, der weit brüchiger und derber daherkommt, erst noch verdienen müssen.
Bonds Gegner fanden sich auch in "GoldenEye" im roten Lager. Eine kriminelle russische Vereinigung namens "Janus" hat eine Waffenentwicklung ehemaliger Sowjets in ihre Gewalt gebracht: Zwei Satelliten im All sind in der Lage, mit elektromagnetischen Strahlen großflächig Computersysteme lahmzulegen. Chaos wäre die Folge. Der Schlüssel dazu ist das "GoldenEye", namentlich eine Hommage an Bond-Schöpfer Ian Fleming. Die Mission führt Bond von Monte Carlo nach St. Petersburg.
Übrigens: An den deutschen Kinokassen war "GoldenEye" eine Spur erfolgreicher als "Casino Royale". Indes laufen die Vorbereitungen für den nächsten Bond-Film mit Daniel Craig an, der diesmal wieder vor allem in England gedreht werden soll.
Kai-Oliver Derks
In einem Casino in Monte Carlo macht sich James Bond (Pierce Brosnan) an die Russin Xenia Onatopp heran. (ProSieben / United Artists)
Xenia Onatopp (Famke Janssen) ist schön und gefährlich. James Bond (Pierce Brosnan) weiß nicht, dass er einer eiskalten Killerin gegenübersteht. (ProSieben / United Artists)
Der russische General Ourumov (Gottfried John) füllt nur noch seine eigene Tasche. (ProSieben / United Artists)
Hollywood war ganz schön spät dran: Als sich Laurel und Hardy 1926 daran machten, das Kino zu erobern, hatte das dänische Komikerduo "Pat und Patachon" Europas Leinwände bereits fest im Griff. Carl Schenström ...
Vielleicht wollte sie einfach mal ein "All American Girl" sein. Keine komplizierte Diva, sondern eine liebenswerte, etwas spleenige Frau, die sich einen Mann zum Heiraten wünscht, wie so viele Kino-Gängerinnen ...
Reisen bildet nicht nur, weil man viel über andere lernt, sondern noch mehr über sich selbst. Rund um den mehrdeutigen Titel "SommerHundeSöhne" entwickelte Cyril Tuschi in seinem kleinen wilden Erstlingsfilm ...
Aus dem Porsche, den er in Sofia Coppolas "Lost in Translation" haben wollte, ist nichts geworden, dafür hat sich Bill Murray aber jede Menge Fred-Perry-Trainingsanzüge gekauft. Grüne, schwarze und blaue ...
Erika (Martina Eitner-Acheampong) hat ihren alten Job wieder. Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) will sich bei ihr einschmeicheln und dadurch den Büro-Liebling Timo Becker (Lars Gärtner) ausstechen.
Immer wieder gerne zeigt das Fernsehen "Ghostbusters", aber man kann es den Programmverantwortlichen nicht übel nehmen. Es ist ja ein wirklich lustiger Film, ein Spiegel des mitunter merkwürdigen Humors ...
Anzeige
Konzert-DVD im Stream Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream