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MO: Hautnah

Hautnah

(tsch) Namen wie Julia Roberts, Natalie Portman und Jude Law machten knapp eine Million Zuschauer in Deutschland neugierig. Mit "Hautnah" kam 2005 ein Gefühlswirrwarr auf die Leinwände, das in letzter Konsequenz manchmal etwas zu dickhäutig wirkte, wenn es beim Zuschauer ums Mitfühlen geht. Nun zeigt Sat.1 den Film als Free-TV-Premiere.

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Gerade Jude Law bot viele Identifikationsmöglichkeiten. Als Dan ist er ein echter Herzensbrecher. Für seinen Job als Nachrufschreiber für eine Tageszeitung ist er außerordentlich lebensfroh. Als er bei seinem Weg zur Arbeit im unüberschaubaren Menschenstrom der Londoner Innenstadt der hübschen Alice (Natalie Portman) über den Weg läuft - übrigens wundervoll untermalt mit der Damien-Rice-Ballade "The Blower's Daughter" - ist es um ihn geschehen: Er verliebt sich sofort in die schon fast kindliche Schönheit.

Doch mit den Jahren hinterfragt Dan seine Gefühle, bleibt auf der Suche nach der wahren Liebe und glaubt sie schließlich in der reiferen Anna, einer Fotografin, zu finden, die ihn für sein Buch, bezeichnenderweise die Schicksalsgeschichte seiner Beziehung zu Alice, ablichten soll. Julia Roberts verlangte diese Rolle neben Grazie vor allem glaubhafte Zerworfenheit ab.

Doch das Spiel des Lebens und der Liebe, so einfach und unbeschwert es erscheint, birgt existenzielle Gefahren. Für einen Böse-Jungen-Streich schlüpft Dan in einem Internet-Chat in Annas Haut und lockt damit den sexsüchtigen Arzt Larry, in jeder Hinsicht ein Macho (aber mit Gefühl: Clive Owen), in die Nähe der melancholischen Fotografin. Dass sich aus dieser peinlichen Situation - sie hat keine Ahnung, und er denkt, sie will nur das eine - eine Liebesgeschichte entwickelt, mag unglaublich klingen. Doch es wird gar geheiratet, obwohl Anna in ihrem Innern ihr Herz schon längst an den liebevollen, gefühlvollen Dan verloren hat. Der hat natürlich Alice nichts von seiner geheimen Liaison verraten - bis alles kollabiert.

"Hautnah" hätte ein Sinnstifter für die breite Kinogängerschaft werden können. Doch bleibt die Regiearbeit von Mike Nichols da Stückwerk, wo sich der Zuschauer gerne eingelassen hätte auf die teils doch sehr verschlossenen Figuren. Durch abrupte Zeitsprünge stiftet die Erzählung eher Verwirrung, als dass sie das Handeln der Liebenden verständlich macht. So geht die Verfilmung des erfolgreichen Theaterstücks von Patrick Marber nur eben jenen zu Herzen, die sich entweder selbst auf der ewigen Suche nach einer besseren Partie, nach einem noch perfekteren Partner, dem noch stimmigeren Glück befinden oder sich zerrissen fühlen zwischen zwei Menschen, die gleichsam einen Platz an ihrer Seite fordern.

Jan Treber


Als sich die Wege von Dan (Jude Law, zweiter von links), Alice (Natalie Portman, zweite von rechts), Anna (Julia Roberts) und Larry (Clive Owen) zufällig kreuzen, beginnen turbulente Zeiten für die vier.
Als sich die Wege von Dan (Jude Law, zweiter von links), Alice (Natalie Portman, zweite von rechts), Anna (Julia Roberts) und Larry (Clive Owen) zufällig kreuzen, beginnen turbulente Zeiten für die vier. (Sat.1 / Sony Pictures Television International)

Dan (Jude Law) verliebt sich auf den ersten Blick in Alice (Natalie Portman), die ihn zu einem Roman inspiriert.
Dan (Jude Law) verliebt sich auf den ersten Blick in Alice (Natalie Portman), die ihn zu einem Roman inspiriert. (Sat.1 / Sony Pictures Television International)

Zwischen der Fotografin Anna (Julia Roberts) und dem sehr selbstsicheren Arzt Larry (Clice Owen) hat es gefunkt.
Zwischen der Fotografin Anna (Julia Roberts) und dem sehr selbstsicheren Arzt Larry (Clice Owen) hat es gefunkt. (Sat.1 / Sony Pictures Television International)

Datum: 27.08.2007

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