(tsch) Eine billige Kopie des amerikanischen Actionkinos wäre ohnehin zum Scheitern verurteilt gewesen. Zur optischen Perfektion fehlten damals die finanziellen Mittel, für die Hauptrollen die Superstars. Regisseur Dominik Graf wagte sich trotzdem an das Unterfangen "deutsches Action-Kino". Das alleine schon ist ein Plus. "Die Sieger" (1994, nun zu später Stunde im ZDF) zeugt von Mut. Schon dafür sollte man ihm ein vorbehaltloses Lob aussprechen, zumal sich sein Werk im Vergleich zu späteren deutschen Actionproduktionen fürs Kino durchaus sehen lassen kann.
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Drehbuchautor Günter Schütter rückte ein Spezialkommando der Düsseldorfer Polizei in den Mittelpunkt einer Mischung aus Polit-Thriller, Polizei- und Actionfilm. Einer von ihnen ist Polizeihauptmeister Karl Simon (Herbert Knaup). Er glaubt, bei einem Einsatz in einem Hotel, bei dem zwei Angehörige des organisierten Verbrechens festgenommen werden, einen ehemaligen Kollegen und Freund erkannt zu haben. Doch dem gelang die Flucht, und Simon fehlen die Beweise.
"Die Sieger" ist ein Film voller Schwächen und Stärken. Zu Letzteren gehört neben den aufmerksam ausgewählten Darstellern (Meret Becker, Hansa Czypionka, Heinz Hoenig) mit Sicherheit das straff angelegte Drehbuch. Obwohl der Film nur mühsam in die Gänge zu kommen scheint, versteht er zu fesseln. Wenn ihm dann doch etwas vorzuwerfen ist, so ist es die Tatsache, dass er sich unbedingt als deutsche Arbeit zu erkennen geben möchte. Dialoge mit allzu pathetischem Tiefgang, ein Übermaß an dreist gefilmten Liebesakten, gelegentlich eine allzu turbulente Kameraführung - der Wunsch nach Individualität führte den Regisseur hin und wieder auf seltsame Pfade. Doch sein grundsätzliches Ansinnen, das deutsche Kino konkurrenzfähig zu den aufwendigen US-Produktionen werden zu lassen, zwingt zur Großzügigkeit. Wenngleich sich das Publikum wenig begeistert zeigte. "Die Sieger" floppte in den Kinos. An ein ähnliches Actionprojekt hat sich seitdem kaum jemand mehr in Deutschland gewagt.
Dominik Graf drehte zuletzt gemeinsam mit WDR, ARTE und Colonia Media das TV-Movie "Das Gelübde". Erzählt wird von den Begegnungen Clemens Brentanos mit der 2004 selig gesprochenen Dülmener Nonne Anna Katharina Emmerich. Die Hauptrollen spielen Misel Maticevic und Tanja Schleiff.
Kai-Oliver Derks
Melba Dessaul (Katja Flint) spielt gefährlich. Sieht aber verdammt gut aus. (ZDF / Bavaria)
Das Sondereinsatzkommando kehrt von einem Auftrag zurück. Von links: Mannheimer (Michael Breitsprecher), Falk (Heinrich Schafmeister), Simon (Herbert Knaup), Grigull (Hansa Czypionka) und Kaul (Werner Karle jun.). (ZDF / Bavaria)
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